In professionellen Orchestern herrscht hoher Leistungsdruck

In professionellen Orchestern herrscht hoher Leistungsdruck

Professionelle Musikensembles in Deutschland tun nach Ansicht der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) noch zu wenig für die psychische Gesundheit ihrer Musiker.

Leistungsdruck in Orchestern

© dpa

Jeder Ton muss sitzen: Nach Ansicht der Deutschen Orchestervereinigung herrscht in professionellen Orchestern ein enormer Leistungsdruck, der Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben kann.

Explizite Angebote seien nach wie vor eher die Ausnahme, sagte DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens der Deutschen Presse-Agentur in München. Anlass ist die Ausstrahlung des ARD-Krimis «Tatort: Dreams» am 7. November um 20.15 Uhr. Zwei junge Musikerinnen in München versuchen darin, ihre Musikalität durch bewusstes Klarträumen zu steigern. Ein Grund dafür sind auch Druck und extrem große Erwartungen.
Mertens hält den Leistungsdruck in Orchestern für sehr hoch, vor allem mit Blick auf die Kolleginnen und Kollegen. «Die wechselseitige Kontrolle untereinander im täglichen Proben- und Aufführungsbetrieb, der Pultnachbarn untereinander, innerhalb einer Stimmgruppe, aber auch im gesamten Orchester ist sehr groß.»
Er vergleicht einen Patzer im Konzert mit einem verschossenen Elfmeter beim Fußball. «Ein nicht ganz auf den Punkt gespielter Einsatz oder ein «Kickser» bei Blechbläsern fällt auf das betreffende Orchestermitglied, die gesamte Stimmgruppe und letztlich das gesamte Orchester zurück.»
Spreewald Therme: Winterwellness
© Beate Waetzel

Winterwellness in der Spreewald Therme

Erleben Sie vom 1. November bis 31. Dezember die Magie des Wohlfühlens bei speziell auf die Winterzeit abgestimmten Winterwellness-Angeboten in der Spreewald Therme. mehr

Auch die Corona-Pandemie habe ihre Spuren hinterlassen, etwa wenn es um unterschiedliche Ansichten zum Impfen und Testen geht. «Einer überwiegenden Zahl von geimpften Orchestermitgliedern steht eine kleinere Zahl von nicht geimpften gegenüber, was die tägliche Zusammenarbeit auf sehr engem Raum organisatorisch und zwischenmenschlich nicht einfach macht», erklärt Mertens.
Gute Ansätze bei der Krankheitsprävention sieht Mertens etwa bei Bundesjugendorchester oder Junge Deutsche Philharmonie. Sie machten immer mehr Angebote wie Aufwärmen, Stretching sowie Techniken zur Konzentration und Entspannung. «Auch in der Ausbildung durch Musikschulen und Musikhochschulen bekommen diese Themen eine höhere Aufmerksamkeit.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 5. November 2021 12:04 Uhr