FFP2-Masken unter freiem Himmel - nützlich oder unsinnig?

FFP2-Masken unter freiem Himmel - nützlich oder unsinnig?

Wenn die Sonne scheint und die Temperaturen klettern, treibt es die Menschen aus dem Haus. Manche tragen ihre FFP2-Masken zum Schutz gegen das Coronavirus dann auch unter freiem Himmel, selbst wenn sie auf weitläufigen Straßen oder in Parks unterwegs sind.

FFP2-Maske

© dpa

Eine kurze Begegnung mit Menschen an der frischen Luft ohne Maske halten Experten für ungefährlich.

Dabei ist es dort in den meisten Fällen gar nicht verordnet. Macht es trotzdem Sinn? Die Behauptung: Wer sich wirklich vor Corona schützen will, muss auch draußen FFP2-Maske tragen.
Bewertung: Dies ist nicht belegt. Bundesweit müssen in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften entweder einfache OP- oder partikelfilternde FFP2-Masken getragen werden. Erstere schützen vor allem den Gegenüber, zweitere zusätzlich auch die Träger selbst. Schon lange sind sich Experten einig: In Innenräumen ist die Gefahr einer Corona-Infektion wesentlich höher als an der frischen Luft. Dennoch ziehen auch dort manche ihre FFP2-Masken über Nase und Mund.

Aerosol-Wolke bereiten vielen Menschen Sorge

Grund dafür ist wohl die Sorge, in eine sogenannte Aerosol-Wolke zu geraten. Diese bildet sich bei allen durch das Ausatmen vor dem Mund und kann bei Infizierten Coronaviren enthalten. Reden Menschen miteinander, dann werden diese Aerosole dem Gesprächspartner quasi ins Gesicht gepustet. Während sich in ungelüfteten Zimmern die Viren sammeln können, wird die ausgeatmete Luft im Freien aber schnell verdünnt und abtransportiert, wie die Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF) in Köln mitteilt.
V2 Logo Hellbach 300 x 225 Pixel für Berlin 2-2021.jpg
© Künstliche Augen Hellbach OHG

Hochwertige Augenprothesen aus Meisterhand

Individuelle Augenprothesen aus Glas seit 100 Jahren: Diese fertigt der Familienbetrieb "Künstliche Augen Hellbach" ab 2021 auch in Berlin. Jetzt einen Termin vereinbaren! mehr

Kurze Begegnung mit Menschen an der frischen Luft wohl eher ungefährlich

Eine kurze Begegnung mit Menschen an der frischen Luft hält der frühere Präsident der Internationalen Gesellschaft für Aerosole in der Medizin, Gerhard Scheuch, für ungefährlich. Die Menge an Viren, die man im Vorbeigehen womöglich abbekomme, reiche für eine Infektion nicht aus, sagte der Berater der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA jüngst dem Deutschlandfunk Kultur. «Joggen, Laufen, Wandern, Spazierengehen, das halte ich für absolut ungefährlich.»

Auch die GAeF gibt in ihrem Positionspapier Entwarnung

«Im Freien finden so gut wie keine Infektionen durch Aerosolpartikel statt.» Vorsicht sollte man allerdings walten lassen in Gruppen, bei denen keine Mindestabstände eingehalten und/oder keine Masken getragen werden - zum Beispiel bei längeren Unterhaltungen. Bisher gelten für das Robert Koch-Institut (RKI) Menschen, die auch im Freien ohne jeglichen Schutz länger als 15 Minuten und mit weniger als 1,5 Meter Abstand mit einem Infizierten zusammenstehen als Kontaktpersonen mit «höherem Infektionsrisiko».

Feuchtigkeit schadet der Wirksamkeit von FFP2-Masken

Zu lange eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, kann andererseits durchaus kontraproduktiv sein: weil die feuchte Ausatemluft die Wirksamkeit der FFP2-Masken vermindert. Die GAeF warnt, mit der Zeit verliere das Material seine elektrische Ladung. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) schreibt: «Eine durchfeuchtete Maske sollte abgenommen und gewechselt werden.»

FFP2-Masken sind nicht zur Wiederverwendung vorgesehen

Nach Angaben des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik in Kaiserslautern besteht zudem die Gefahr einer sogenannten Infektionsbrücke zwischen Träger und Umgebung: Bei feuchtem Material könnten auch bei FFP-Modellen etwa durch Husten oder Niesen Tröpfchen von der Außenfläche der Maske in die Umgebung geschleudert werden. Grundsätzlich sind FFP2-Masken aus Sicht der Hersteller nicht zur Wiederverwendung vorgesehen. Experten der Fachhochschule Münster zufolge, die seit Monaten diese Modelle untersuchen, lassen sich aber auch durch Atemluft durchfeuchtete Masken bis zu fünf Mal aufbereiten - indem man sie etwa mindestens eine Woche lang an der Luft trocknet.

Mehr zum Thema Masken

FFP2-Maske
© dpa

Warum die Preise für FFP2-Masken sinken

Trendwechsel bei der Maskenmode: Noch im Sommer zierten vor allem Stoffmasken, Schals oder Tücher die Gesichter in Supermärkten, Bussen und Bahnen. Nun sind sie dort verboten - und viele Unternehmer wetten auf den Siegeszug der FFP2-Maske. mehr

Sitzt der Schutz? FFP2-Masken unterscheiden sich nach Hersteller
© dpa

FFP2-Masken unterscheiden sich nach Hersteller

Für sogenannte FFP2-Masken gibt es keine standardisierten Größen. Bevor man sich einen großen Vorrat zulegt, gilt also: Ausprobieren, ob das Hersteller-Modell wirklich gut auf dem Gesicht aufliegt. mehr

Masken richtig entsorgen
© dpa

Masken und Handschuhe richtig entsorgen 

Neuer Alltag, neue Produkte: Schutzmasken und Einweghandschuhe zum Schutz vor dem Coronavirus sind in Haushalten nun völlig normale Gegenstände. Ein Anlass, über ihre korrekte Entsorgung zu reden. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 25. Februar 2021 15:25 Uhr