Tipps zum Umgang mit Diabetes-Folgen

Tipps zum Umgang mit Diabetes-Folgen

Ein Diabetes kann Folgeerkrankungen auslösen. Besonders häufig entwickeln Betroffene zum Beispiel ein diabetisches Fußsyndrom - laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) haben das im Laufe ihres Lebens zwei bis drei von zehn Diabetikern.

Paar beim Sex

© dpa

Haben Menschen mit Diabetes sexuelle Probleme, stecken oft körperliche Ursachen dahinter.

Oft steht in Folge dessen irgendwann eine Amputation im Raum, von einzelnen Zehen oder dem gesamten Fuß. Man sollte sich aber vorher stets eine zweite Meinung einholen, ob die Amputation nicht vielleicht doch vermeidbar ist, rät das Institut. Der Grund: Bei größeren Wunden am Fuß beraten Ärztinnen und Ärzte den Angaben nach sehr unterschiedlich. Manche rieten schneller zu einer Amputation von Zehen oder des ganzen Fußes, andere seien zurückhaltender.
Am Ende muss der Patient selbst entscheiden. Um bei dieser schwierigen Abwägung zu helfen, stellt das IQWiG online eine Art Entscheidungshilfe zur Verfügung. Das Dokument fasst übersichtlich zusammen, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wie sich eine Amputation unter Umständen vermeiden lässt.

Sexuelle Probleme als Tabuthema

Ein weiteres verbreitetes Problem - über das allerdings kaum jemand gern spricht - ist eine gestörte Sexualfunktion. Darauf weist die Deutsche Diabetes-Hilfe hin. Demnach haben Männer oft Probleme, eine Erektion zu bekommen, während Frauen über Schmerzen beim Geschlechtsverkehr klagen oder mit generellem Libido-Verlust zu kämpfen haben. Viele sexuelle Beschwerden seien gut behandelbar. Das Problem sei aber, dass eine Menge Betroffener diese aus «falsch verstandenem Schamgefühl» beim Arztbesuch nicht ansprechen würden.
Bei Frauen könne eine Überprüfung des Hormonstatus sinnvoll sein – gegebenenfalls bessern dann hormonelle Ersatztherapien die Situation. Die Verwendung von Gleitgel sei ein weiteres, einfaches Mittel, das helfen könne, so die Gesundheitsorganisation. Erektionsstörungen bei Männern wiederum sind durch Medikamente behandelbar – Vakuumpumpen oder die Implantation einer Penisprothese «als letzte Möglichkeit» sind weitere Ansätze.

Infos rund um die Krankheit

Wer sich über die Erkrankung informieren möchte, kann online das Portal «diabinfo.de» ansteuern. Das wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) betrieben und liefert Antworten auf Fragen rund um die Risikofaktoren, die Behandlung, die möglichen Folgeerkrankungen und den Alltag mit Diabetes Typ 1 und Typ 2. Das Portal steht jetzt auch in türkischer Sprache zur Verfügung. Weitere Sprachen sollen folge. Nach BZgA-Angaben haben rund sieben Millionen Menschen in Deutschland Diabetes.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 17. November 2020 16:14 Uhr