Weniger Masernfälle in Berlin: WHO-Ziele noch nicht erreicht

Weniger Masernfälle in Berlin: WHO-Ziele noch nicht erreicht

Die Zahl der Masernerkrankungen geht in Berlin weiter zurück. Im vergangenen Jahr gab es 22 Fälle, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. 2018 war das hoch ansteckende Virus noch bei 30 Patienten nachgewiesen worden, im Jahr davor bei 69. In den ersten drei Monaten dieses Jahres gab es bereits vier neue Fälle.

Ein Impfbuch mit angekreuzten Feldern für die Impfungen

© dpa

Ein Impfbuch mit angekreuzten Feldern für die Impfungen.

Um die Krankheit auszurotten, müssten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 95 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. In Berlin ist diese Quote allerdings noch nicht erreicht. Von den Kindern, die 2017 eingeschult wurden, waren beispielsweise nur 92,6 Prozent gegen Masern geimpft, wie aus Zahlen der Senatsverwaltung für Gesundheit hervorgeht. Mit der Impfpflicht für Masern, die seit März besteht, soll diese Quote nach Angaben der Senatsverwaltung erhöht werden.
2019 war in Berlin jeder zweite Masern-Patient älter als 20 Jahre. Die Impfkommission empfiehlt Erwachsenen, die nach 1970 geboren wurden und in der Kindheit nicht oder nur mit einer Dosis geimpft wurden, sich nachimpfen zu lassen. Dadurch könnten nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Soziales viele der Krankheitsfälle bei Erwachsenen verhindert werden. Das Masernvirus verbreitet sich über kleine Speicheltröpfchen über die Luft. Es ist so ansteckend, dass nahezu jeder Kontakt zwischen einem ungeschützten Menschen und einem Erkrankten zur Ansteckung führt - selbst auf eine Distanz von mehreren Metern.
Wer sich angesteckt hat, bekommt zunächst grippeähnliche Symptome wie Fieber, Schnupfen und Halsschmerzen. Später kommt ein charakteristischer rötlich-brauner Hautausschlag hinzu. Bei schwerem Verlauf können Lungen- oder Gehirnentzündungen entstehen, in sehr seltenen Fällen endet die Krankheit tödlich. Vor allem für Säuglinge und Kleinkinder sind Masern gefährlich. Den mit Abstand größten Masernausbruch der vergangenen Jahre in Deutschland hatte es 2015 gegeben. Mehr als 1200 Menschen steckten sich allein in der Hauptstadt an.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 10. April 2020 11:32 Uhr