Bund sieht bei Pharmaskandal vorerst Landesbehörden am Zug

Bund sieht bei Pharmaskandal vorerst Landesbehörden am Zug

Im Skandal um den Handel mit gestohlenen Krebsmedikamenten sieht der Bund vorerst die für die Aufsicht zuständigen Länder am Zug. Das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut unterstütze die Landesbehörden, teilte das Bundesgesundheitsministerium in Berlin am Freitag auf Anfrage mit. Man beobachte die Aufklärung sehr genau. Vor möglichen weiteren Schritten sei aber die Aufklärung vor Ort abzuwarten.

Dietmar Woidke

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Dietmar Woidke (SPD) spricht. Foto: Bernd Settnik/Archiv

Das Bundesinstitut prüft unter anderem Krebs-Arzneimittel im Rahmen der Zulassung. Nähere Angaben zur Amtshilfe für die Länder wurden dort auf Anfrage nicht gemacht.
In dem Skandal geht es um das brandenburgische Pharmaunternehmen Lunapharm, das in Griechenland gestohlene Krebsmedikamente an Apotheken in mehrere Bundesländer geliefert haben soll. In der Region Berlin/Brandenburg sind nach Erkenntnissen der Berliner Behörden mindestens 220 Patienten betroffen. Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) hat umfassende Aufklärung zugesagt. Landesbehörden sollen jahrelang trotz vorliegender Hinweise auf einen illegalen Handel des Unternehmens nicht durchgegriffen haben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 17. August 2018 15:00 Uhr