Vermutlich gestohlene Krebsmedikamente auch in Berlin

Vermutlich gestohlene Krebsmedikamente auch in Berlin

Von einem Brandenburger Pharmahändler vertriebene Krebsmedikamente, die vermutlich gestohlen und womöglich gefälscht wurden, sind auch an Patienten in Berlin gegangen. Eine Überprüfung habe ergeben, dass eine Berliner Apotheke mit vier verschiedenen Medikamenten beliefert worden sei, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Donnerstag mit. Die Apotheke habe mit den Mitteln - in erster Linie Stoffe für die Chemotherapie - zwischen September 2015 und März 2017 sechs Arztpraxen und eine Reha-Einrichtung versorgt. Vier dieser Einrichtungen seien in Berlin.

Derzeit gebe es keine Erkenntnisse, dass in Berlin Patienten geschädigt worden seien, hieß es weiter. Die Empfänger der betroffenen Arzneimittel würden nun von der Apotheke informiert, damit diese ihre Patienten ansprechen könnten.
Vor kurzem war bekanntgeworden, dass ein Brandenburger Pharmahändler gestohlene Krebsmedikamente mit unklarer Wirksamkeit von einer Apotheke in Griechenland vertrieben haben soll. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit April 2017 wegen Hehlerei. Bereits im Dezember 2016 hatte es erste Hinweise auf Unstimmigkeiten gegeben. Doch erst im Juni 2017 hatten die Brandenburger Behörden der Firma den Handel mit dieser Apotheke untersagt.
«Patientenschutz hat für mich allererste Priorität. Deshalb haben wir sofort gehandelt und die betroffene Apotheke in Berlin überprüft», erklärte Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD). «Wir sind allerdings auf schnelle und lückenlose Informationen aus Brandenburg angewiesen. Ich gehe davon aus, dass diese nun auch erfolgt.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 19. Juli 2018 20:10 Uhr