Ausweishülle: Statt schwerbehindert «schwer in Ordnung»

Ausweishülle: Statt schwerbehindert «schwer in Ordnung»

Der erste alternative Ausweis für Schwerbehinderte mit der Aufschrift «Schwer in Ordnung» in Brandenburg ist am Freitag in Cottbus übergeben worden. Die Klarsichthülle, in die der amtliche Schwerbehindertenausweis passe, werde auf Wunsch an Betroffene kostenfrei vom Landesamt für Soziales und Versorgung zugesandt, teilte das Sozialministerium am Freitag mit.

Sozialministerin Diana Golze (Linke)

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Diana Golze spricht in einer Debatte des Landtags. Foto: Bernd Settnik/Archiv

Im Vorjahr hatte sich die 14-Jährige Hannah Kiesbye aus Pinneberg (Schleswig-Holstein) in der Zeitschrift «Kids Aktuell - Magazin zum Down-Syndrom» über die Bezeichnung «schwerbehindert» auf dem amtlichen Ausweis geärgert. Sie bastelte sich daraufhin eine neue Hülle mit dem Aufdruck «Schwerinordnungsausweis». Hamburg, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen bieten mittlerweile auch die Hüllen an.
Immer wieder werde Menschen in Schule und Beruf nur aufgrund ihrer Behinderung automatisch weniger zugetraut, sagte Sozialministerin Diana Golze (Linke). Es seien aber gerade Schwerbehinderte, die nicht nur gut ausgebildet, sondern auch motiviert seien. Bei einer vom Landesamt festgestellten Behinderung von mehr als 50 Prozent wird ein Schwerbehindertenausweis ausgestellt. In Brandenburg besitzen rund 268 000 Menschen dieses Dokument. Im Arbeitsleben sind Schwerbehinderte besonders geschützt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 2. März 2018 11:40 Uhr