Grippewelle erreicht neuen Höhepunkt

Grippewelle erreicht neuen Höhepunkt

Die Influenza hat Hochsaison. Vor allem der Süden und Osten Deutschlands sind betroffen, in Berlin vor allem Tempelhof-Schöneberg. Und es ist noch lange nicht vorbei.

Grippe-Patientin

© dpa

Laut der Arbeitsgemeinschaft Influenza sind in dieser Saison rund 82.000 Grippefälle aufgetreten.

Die Grippewelle in Deutschland hat einen neuen Höhepunkt erreicht. In der dritten Februarwoche 2018 registrierte das Robert Koch-Institut rund 24.000 Grippefälle.

Nicht alle Grippefälle werden registriert

Der Schwerpunkt liegt im Moment im Süden und Osten des Landes. In der Woche davor waren es bundesweit rund 18.700 Fälle. Insgesamt sind in dieser Grippesaison rund 82.000 Menschen nachweislich an Grippe erkrankt, teilte die Arbeitsgemeinschaft Influenza mit. Die Dunkelziffer liegt in der Regel deutlich höher, weil nicht von jedem Patient Erregerproben analysiert werden.

Mehr als 600 Grippefälle in Berlin

Das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales hat allein in der dritten Februarwoche über 600 Grippefälle in der Hauptstadt registriert. Besonders viele Fälle wurden im Bezirk Tempelhof-Schöneberg gemeldet. In der laufenden Grippesaison erkrankten nach den jüngsten Daten bisher insgesamt 2650 Menschen in Berlin, am häufigsten waren es Erwachsene zwischen 30 und 50 Jahren. Vier Menschen starben im zeitlichen Zusammenhang mit einer Grippeerkrankung.

Deutlich über 100 grippebedingte Todesfälle

Deutschlandweit starben bisher 136 Menschen nachweislich nach einer Influenza-Infektion. Es waren vorwiegend Menschen im Seniorenalter, die oft Vorerkrankungen hatten. Die wirkliche Zahl der Todesfälle könne ebenfalls höher liegen, erläuterte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. Bei einer bakteriellen Lungenentzündung als Todesursache ließen sich Grippe-Erreger als Ursache zum Beispiel oft nicht mehr nachweisen.

Dreifachimpfstoff hat Wirksamkeit von 46 Prozent

Vorwiegend kursieren weiterhin Grippeviren des Typs B. Anfängliche Zweifel an der Wirksamkeit des Dreifach-Impfstoffs, den die Krankenkassen bezahlen, haben sich laut RKI nicht bestätigt. «Die Wirksamkeit des Impfstoffs liegt im Moment bei 46 Prozent», sagte Glasmacher. Das sei bei der üblichen Schwankungsbreite zwischen 20 und 60 Prozent Wirksamkeit bei Grippe gar nicht schlecht. Der Impfstoff kann nicht zu hundert Prozent treffen. Ein Grund dafür ist, dass er vor Beginn der Grippesaison auf der Basis von Wahrscheinlichkeiten zusammengestellt wird.

Auch jetzt noch gegen Grippe impfen lassen

Wie stark die Grippewelle im Vergleich zu anderen Jahren ausfällt, kann das RKI in der laufenden Saison noch nicht bewerten. Die Zahl der Arztbesuche wegen akuter Atemwegserkrankungen liege im Moment deutlich höher, sagte Glasmacher. «Aber das allein ist noch nicht außergewöhnlich», ergänzte sie. Es sei immer noch sinnvoll, sich jetzt gegen Grippe impfen zu lassen. «Der Aufbau des Schutzes dauert zwei Wochen. Und dann ist die Grippewelle noch nicht vorbei.»
Symbolbild Influenza Schnupfen
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 23. Februar 2018 09:54 Uhr