Depressionen: Risikofaktor für die Herzgesundheit

Depressionen: Risikofaktor für die Herzgesundheit

Seelische Leiden belasten das Herz, eine krankes Herz schlägt aufs Gemüt: Auf diesen Zusammenhang machen eine aktuelle Studie und die WHO aufmerksam.

Depressionen behandeln lassen

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Gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit und mangelnder Antrieb: Das sind Hauptsymptome einer Depression.

Zwischen Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht eine unmittelbare Wechselwirkung: Das seelische Leiden schlägt aufs Herz. Die körperliche Beeinträchtigung drückt wiederum die Stimmung - und führt oft dazu, dass sich Patienten weniger gut um ihre Gesundheit kümmern. Auf diesen Zusammenhang machen eine aktuelle Studie aus München und der Weltgesundheitstag am 7. April 2017 aufmerksam.

Depression birgt Risiken für Herzpatienten

"Ein psychisches Phänomen kann größere Einflüsse auf den Körper haben, als man bisher dachte", fasst Studienleiter Karl-Heinz Ladwig die Ergebnisse der Studie zusammen. Mit anderen Wissenschaftlern des Helmholtz Zentrums München, der Technischen Universität München (TUM) und des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) hat der Wissenschaftler die Daten von 3.428 Männern zwischen 45 und 74 Jahren ausgewertet.

Risikofaktor wie Fettleibigkeit und Rauchen

Die Forscher sind sich sicher: Wäre nicht zusätzlich eine Depression im Spiel gewesen, hätten sich 15 Prozent der Todesfälle in Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermeiden lassen. "Das ist vergleichbar mit den anderen Risikofaktoren wie zu hohes Cholesterin, Fettleibigkeit und Rauchen", erklärt Ladwig.

Depression bei der Behandlung berücksichtigen

Die Wissenschaftler plädieren deshalb: Bei Risikopatienten mit Herzproblemen müssen Hausärzte, Kardiologen und Psychologen besser zusammenarbeiten. Denn eine Depression bedeutet extremen Stress für den Körper. Und der wirkt sich auch auf die Gefäße aus. Zudem sind Betroffene mit einer Depression oft weniger auf ihre Gesundheit bedacht: Sie nehmen Medikamente unregelmäßiger ein, ernähren sich unausgewogener und treiben nicht regelmäßig Sport. Deshalb sollte beispielsweise die medikamentöse Behandlung einer Herzschwäche um eine Psychotherapie ergänzt werden, um das Risiko eines tödlichen Herzinfarkts effektiv zu mindern.

Depression wird oft nicht erkannt

Dass Depressionen oftmals nicht erkannt oder ernstgenommen werden, wissen viele Betroffene und Angehörige nur zu gut. Wer sich mit der Symptomatik nicht auskennt, tut eine Depression schnell als allgemeines Stimmungstief ab. Eine Depression besteht dann, wenn sich die Betroffenen nicht von allein aus dieser Lage befreien können. Sie müssen professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Weltgesundheitstag informiert über Risiken der Depression

Über das Krankheitsbild Depression und mögliche Behandlungsmethoden informiert der diesjährige Weltgesundheitstag. Der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufene Aktionstag beschäftigt sich jedes Jahr am 7. April mit international relevanten Krankheiten. Mit dem Motto "Depression – Let's talk" möchte die WHO in diesem Jahr den weltweit rund 350 Millionen Betroffenen die nötige Unterstützung bieten.
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Quelle: Berlin.de

| Aktualisierung: Mittwoch, 17. Februar 2021 15:23 Uhr