Anspruch auf Schmerzensgeld bei zu spät erkanntem Hautkrebs

Anspruch auf Schmerzensgeld bei zu spät erkanntem Hautkrebs

Den verfärbten Zehnagel einer Patientin hielt ein Hautarzt für eine bakterielle Infektion - ein fataler Fehler. Die Frau verstarb an Hautkrebs. Ihr Mann klagte auf Schmerzensgeld. Mit Erfolg.

Hautkrebs-Untersuchung

© dpa

Hauptkrebs-Früherkennung: Hätten durch eine korrekte Behandlung noch Heilungschancen bestanden, haben Patienten einen Anspruch auf Schmerzensgeld.

Patienten haben einen Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ihr Arzt einen Fehler macht und deshalb eine Krebserkrankung übersieht. Das Oberlandesgericht Hamm sprach dem Ehemann einer Frau, die an Hautkrebs gestorben war, 100.000 Euro zu.

Hautkrebs am Zehnagel nicht erkannt

Die Patientin war wegen eines verfärbten Zehnagels zum Hautarzt gegangen. An dem Zeh hatte sie sich zuvor gestoßen. Der Arzt stellte lediglich eine bakterielle Infektion fest. Eine weitere dermatologische Untersuchung oder Behandlung führte er nicht durch. Ein Jahr später stellte ein anderer Arzt einen Hautkrebs fest, an dem die Patientin starb.

Arzt hat Untersuchungen versäumt

Das Gericht warf dem ersten Arzt vor, Untersuchungen versäumt zu haben, mit denen er einen Hautkrebs hätte feststellen können. Dass sich die Frau den Zeh gestoßen hatte, ändere daran nichts. Die Richter wollten nicht ausschließen, dass die Patientin bei einer korrekten Behandlung eine Chance auf Heilung gehabt hätte. (Az.: 26 U 63/15)

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 13. Dezember 2018 14:14 Uhr