Krankenkasse: Sonderkündigung bei neuem Zusatzbeitrag möglich

Krankenkasse: Sonderkündigung bei neuem Zusatzbeitrag möglich

Die Krankenkassen haben ihren Versicherten zum Jahreswechsel Beitragserhöhungen auf breiter Front angekündigt. Dank Sonderkündigungsrecht kann man die Kasse aber wechseln.

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Seit Beginn dieses Jahres legen die gesetzlichen Krankenkassen im Land ihren Zusatzbeitrag selbst fest.

Der Grundbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 14,6 Prozent, die je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen werden. Seit 1. Januar 2015 ist es den Kassen möglich, einen Zusatzbeitrag zu erheben, falls diese 14,6 Prozent nicht ausreichen.

Zusatzbeitrag steigt 2016 im Schnitt auf 1,1 Prozent

Davon verspricht sich der Gesetzgeber mehr Wettbewerb unter den Kassen. Im ersten Jahr der Neuregelung lag der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei 0,9 Prozent. Es gab kaum Ausreißer nach oben. Im zweiten Jahr, also 2016, wird ein Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent erwartet. Hier zeichnen sich schon größere Differenzen zwischen den einzelnen Kassen ab.

Versicherte haben Sonderkündigungsrecht

Wenn den Versicherten nun ihre Kasse zu teuer wird, können sie zu einer billigeren Kassen abwandern. Denn sie haben ein Sonderkündigungsrecht.

Krankenkasse muss auf Zusatzbeitrag hinweisen

Dieses Recht gilt, wenn ein Zusatzbeitragssatz neu festgelegt wird. Die Krankenkasse muss ihre Versicherten schriftlich auf den vom Gesundheitsministerium ermittelten durchschnittlichen Zusatzbeitrag hinweisen sowie auf die Höhe des eigenen Zusatzbeitragssatzes.

Alle neuen Zusatzbeiträge ab 1. Januar online

Zudem müssen die Kassen generell auf die Beitragsliste des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hinweisen. Sie ist unter www.gkv-zusatzbeitraege.de abrufbar. Die neuen Werte werden aber erst vom 1. Januar 2016 an eingestellt.

Kasse muss auf günstigere Angebote hinweisen

Wenn der eigene Zusatzbeitrag einer Kasse über dem Wert des Jahresdurchschnitts liegt, muss diese in ihrem Anschreiben an die Versicherten explizit darauf hinweisen, dass es günstigere Angebote gibt. Das alles muss sie bis Ende des Monats tun, der dem Monat der Einführung des neuen Zusatzbeitrags vorangeht.

Allgemeiner Beitragssatz bleibt gleich

Die Krankenkassen müssen vor dem 1. Januar ihre Mitglieder über ihren Zusatzbeitrag für 2016 informieren. Der allgemeine Beitragssatz, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte tragen müssen, liegt bei 14,6 Prozent.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 21. Dezember 2015 13:45 Uhr