Zecken-Risikogebiete ausgeweitet

Zecken-Risikogebiete ausgeweitet

Die Gefahr für eine Hirnhautentzündung durch Zeckenbisse ist in Deutschland gestiegen.

Adultes Zeckenweibchen

© www.zecken.de

Ein erwachsenes Zeckenweibchen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die Zahl der Risikogebiete für die durch Zecken übertragene Viruskrankheit FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) erneut ausgeweitet.

Insgesamt sind nun 136 Kreise - vor allem in Baden- Württemberg, Bayern, Südhessen und Thüringen - als riskant eingestuft. Doch während in Bayern drei und Baden-Württemberg ein Kreis neu als Risikogebiete ausgewiesen wurden, blieb die Zahl in Thüringen mit sieben Kreisen unverändert. Für diese Gebiete wird Menschen, die mit Zecken in Kontakt kommen können, eine Schutzimpfung empfohlen.

Noch keine Ausweitung Richtung Norden

Als Risikogebiete sind in Thüringen die Landkreise Saale-Holzland, Saale-Orla, Saalfeld-Rudolstadt, Sonneberg und Hildburghausen sowie die kreisfreien Städte Jena und Gera ausgewiesen. Die in Bayern und Baden-Württemberg neu bestimmten Risikogebiete grenzen unmittelbar an die bisherigen süddeutschen FSME-Areale.

Eine Ausbreitung Richtung Norden wird laut RKI nicht beobachtet. Die Experten halten es jedoch für wahrscheinlich, dass das Virus in den östlichen Bundesländern, in denen bereits zwischen den 1960ern und Anfang der 1980er Jahre FSME in größerem Maße auftrat, weiter in Zeckenherden schlummert. Daher sollte auch hier bei entsprechenden Symptomen an eine FSME-Diagnose gedacht werden, mahnte das RKI.

Keine Impfung gegen Borreliose

Eine Impfschutz gegen FSME, die auch Urlauber in Risikogebieten vornehmen lassen sollten, braucht mindestens zwei Impfdosen, für einen dauerhaften Schutz drei.

Gegen die ebenfalls - und sehr viel häufiger als FSME - durch Zecken übertragene Borreliose gibt es keine Impfung. Das Tragen von langen Hosen und Oberteilen sowie das regelmäßige Absuchen nach Zecken ist deshalb wichtig.

2008 wurden bundesweit 285 FSME-Fälle gemeldet. An Borreliose erkranken jährlich etwa 80.000 bis 100.000 Menschen. Diese Infektion ist nicht auf Risikogebiete beschränkt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 17. Januar 2012 12:53 Uhr