Rückenschmerzen: Die häufigsten Rücken-Irrtümer

Rückenschmerzen: Die häufigsten Rücken-Irrtümer

Rückenschmerzen sollten nicht verharmlost werden - doch viele angebliche Ursachen oder Behandlungstipps sind schlicht falsch.

Rückenschmerzen

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Rückenschmerzen: Bewegung oder eine Pause bei Stress können helfen.

Irrtum 1: Je härter die Matratze, desto besser

Studien haben gezeigt, dass bei Rückenschmerzen mittelharte Schlafunterlagen besser sind. Auf harten Matratzen verspannt sich der Rücken, was die Beschwerden verstärkt. Wichtig ist, dass sich die Unterlage an die natürliche Krümmung der Wirbelsäule anpasst. Beim Matratzenkauf kommt es auf das eigene Körpergewicht an und darauf, ob Sie allein oder zu zweit schlafen. Als Faustregel gilt: Geringes Gewicht - weichere Matratze, größeres Gewicht - härtere Matratze. Lassen Sie sich im Fachhandel beraten.

Irrtum 2: Nur ein Röntgenbild schafft Klarheit

Aus Angst vor einer ernsten Erkrankung beruhigt es so manchen Rückenpatienten, wenn der Arzt eine radiologische Untersuchung veranlasst. Allerdings ist sie meist unnütz: Die Schmerzursache lässt damit häufig gar nicht finden, und die Strahlenbelastung ist dann überflüssig. Auch ein Bandscheibenvorfall ist auf dem Röntgenbild nicht zu sehen. Viel wichtiger als eine Röntgenuntersuchung sind ein ausführliches Erstgespräch zu den möglichen Ursachen und eine eingehende körperliche Untersuchung.

Irrtum 3: Wer schwer hebt, ruiniert sich das Kreuz

Schwere Lasten sind nicht automatisch rückenschädlich. Entscheidend ist die richtige Trage- und Hebetechnik. Am Arbeitsplatz können zudem Hilfsmittel wie Tragegurte oder Tischwagen eine gute Unterstützung sein. Eine rückenschonende Methode zum Anheben ist die Kniebeuge: in die Hocke gehen, den Rücken gerade halten und den Gegenstand mit der Muskelkraft aus den Oberschenkeln und dem Gesäß hochstemmen. Die Arme sollten Sie möglichst nah am Körper halten. Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen und Drehungen. Manchmal ist Schieben besser.

Irrtum 4: Wer zu viel sitzt, bekommt Rückenschmerzen

Nur weil jemand viel sitzt bekommt er nicht automatisch Rückenbeschwerden. Im Laufe eines Arbeitslebens verbringt der Büromensch durchschnittlich 80.000 Stunden am Schreibtisch. Der Rücken braucht dann körperlichen Ausgleich und Bewegungspausen, die Sitzposition sollte so oft wie möglich verändert werden. Verschiedene Hilfsmittel (zum Beispiel Keilkissen oder ergonomisch geformte Stühle mit beweglicher Rückenlehne) unterstützen außerdem den Rücken und beugen Schmerzen vor. Was auch hilft: Verzichten Sie mal auf das Auto und fahren Sie stattdessen mit dem Fahrrad ins Büro. Oder steigen Sie eine Station früher aus der U-Bahn und gehen Sie die letzten Meter zu Fuß.

Irrtum 5: Ein schmerzender Rücken braucht Schonung

Bewegung ist die beste Medizin - auch wenn’s im Rücken zieht. Selbst bei einem Bandscheibenvorfall gilt: Je schneller man körperlich wieder aktiv wird, desto besser. Zunächst hilft sanfte Bewegung im Wechsel mit Entspannung. Wer den Rücken schont, statt ihn angemessen zu belasten, kann ihm sogar schaden: Langfristig verkümmert die Muskulatur. Schon ein kurzer Spaziergang hält den Rücken flexibel. Die rhythmischen Bewegungen beim Gehen mobilisieren Wirbelgelenke und Rumpfmuskulatur.

Irrtum 6: Wer gerade sitzt, bekommt kein Kreuzweh

"Sitz gerade!" – Vor allem Kinder müssen sich das oft anhören. Doch die Eltern sind mit dieser Aufforderung auf dem Holzweg: Beim angestrengten Aufrechtsitzen verkrampfen auf Dauer die Muskeln. Die neue Zauberformel heißt: dynamisches Sitzen. Statt starrer, kerzengerader Haltung sind Zappeln und Herumlümmeln sogar erwünscht. Wichtig ist, die Sitzposition regelmäßig zu verändern, damit Muskeln und Bandscheiben gleichmäßig be- und entlastet werden. Rutschen Sie auf dem Stuhl mal nach vorne, mal nach hinten, räkeln Sie sich oder drücken Sie das Kreuz durch.
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Quelle: kra/Berlin.de/DAK

| Aktualisierung: Donnerstag, 24. August 2017 10:43 Uhr

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