Dorn-Methode: Den Wirbel zurecht rücken

Dorn-Methode: Den Wirbel zurecht rücken

Wirbel in die richtige Position bringen und schmerzende Blockaden lösen- die Dorn-Methode will damit Rückenschmerzen und Migräne lindern.

Dorn-Methode

© dpa

Die Dorn-Methode wird meist bei Rückenschmerzen und Migräne angewendet.

Dieter Dorn ließ sich vor etlichen Jahren von einem «Einrichter» wegen eines Hexenschusses behandeln und war begeistert. Er eignete sich daraufhin die Methode an und modifizierte sie. Mittlerweile haben etliche Heilpraktiker und Physiotherapeuten die Ausbildung zum Dorn-Therapeuten absolviert. Es handelt sich dabei allerdings nicht um einen geschützten Beruf.

Zuerst werden die Beine vermessen

Bei der Dorn-Methode werden zuerst die Beine des Patienten vermessen. Sind beide gleich lang? «Das ist nur selten der Fall», sagt Dieter Dorn, Begründer der Methode. Nach dem Überprüfen der Beinlänge untersucht der Dorn-Therapeut das Becken. «Es kommt oft vor, dass das zu lange Bein auch das Becken und damit das Kreuzbein verschoben hat», erklärt Dorn.

Wirbel in die richtige Position bringen

Dann überprüft der Therapeut mit dem Daumen die gesamte Wirbelsäule. «Dabei erspüren wir selbst kleinste Abweichungen von der Normalstellung, die unter Umständen großen Schaden anrichten können, und schieben, wenn erforderlich, die Wirbel wieder in die richtige Position zurück.», so Dorn. «Auch falsch stehende Wirbel kann man damit in die richtige Position bringen, ohne dass Sehnen, Bänder oder Muskeln beschädigt werden.» Ein verrutschter Halswirbel könne beispielsweise Bluthochdruck, Migräne oder andere Kopfschmerzarten verursachen.

Keine Manipulation der Wirbelsäule

«Gelenkblockierungen sind nicht unbedingt etwas Dramatisches», sagt allerdings Andreas Gassen, Vizepräsident des Berufsverbands der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin. «Oftmals lösen sie sich wieder ganz von selbst.» Das Gleiche gelte für funktionelle Beckenschiefstände.

«Und Physiotherapeuten ist die Manipulation der Wirbelsäule nicht erlaubt», betont Angelika Heck-Darabi vom Deutschen Verband für Physiotherapie (ZVK) in Köln. Manipulative und invasive Behandlungen seien in Deutschland Ärzten und Heilpraktikern vorbehalten.

«Man darf aber den psychologischen Aspekt einer Dorn-Behandlung nicht unterschätzen», wendet Gassen ein. Schließlich befasse sich der Therapeut zeitlich intensiv mit seinem Patienten und gehe auf dessen Bedürfnisse und Beschwerden ein. «Das kann insbesondere bei der Heilung von psychosomatisch kranken Menschen eine Rolle spielen.»

Wann die Dorn-Methode nicht angewendet werden sollte

Vorsicht sei bei ernsten Erkrankungen wie Bandscheibenvorfällen oder Skoliose geboten. Hier sollten Patienten in jedem Fall zunächst einen Orthopäden aufsuchen, um eine schwerwiegende Erkrankung ausschließen zu können. «Sonst können durch solche Methoden auch zusätzliche Schädigungen auftreten», warnt Gassen. Dorn selbst weist darauf hin, dass seine Methode nicht bei Osteoporose, Entzündungen oder Krebsmetastasen angewandt werden darf.

Krankenkassen zahlen Dorn-Methode nicht

Im Gegensatz zu einer bei solchen Beschwerden oft angewandten, herkömmlichen Physiotherapie etwa müssen Patienten die Dorn-Behandlung aus eigener Tasche bezahlen.

Fotostrecke:

  • Wellness© dpa
    Wellness für Körper & Seele

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 2. Januar 2012 10:26 Uhr