Jetlag nach Fernreisen: So findet man den Rhythmus wieder

Jetlag nach Fernreisen: So findet man den Rhythmus wieder

Ob nach Westen oder Osten: Wer in die Ferne reist, muss sich mit der Zeitverschiebung arrangieren. Tipps, wie man den Jetlag nach Fernreisen überwindet.

Jetlag

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Müde nach einem Langstreckenflug

San Francisco liegt neun Stunden zurück, Tokio hat sieben Stunden Vorsprung: Wer in die Ferne reist, muss sich mit der Zeitverschiebung arrangieren. Nach einem Langstreckenflug sollten es Reisende etwas langsamer angehen lassen. Wie das aussieht, erklärt Alexandra Schätzle, Präventionsexpertin der Techniker Krankenkasse Hessen.

Der Ortszeit anpassen

Bei Reisen in eine andere Zeitzone sollten sich Urlauber gleich nach Ankunft an die Ortszeit anpassen. Sinnvoll ist es, schon im Flugzeug die Uhren umzustellen. Nach einem Flug gen Westen sollten Urlauber also selbst dann aufbleiben, wenn sie müde sind. Nach einer Reise Richtung Osten hingegen müssen sie sich zwingen, ins Bett zu gehen.

Schon vor dem Urlaub Schlafzeiten ändern

Schon vor Beginn des Urlaubs kann man etwas unternehmen, um die Auswirkungen des Jetlags abzuschwächen: Vor Reisen nach Osten sollten die Urlauber früher als üblich ins Bett gehen. Umgekehrt sollten sie bei Reisen nach Westen länger aufbleiben. Dadurch nähert sich die innere Uhr bereits zu Hause an die Zeit am Urlaubsort an. Die Umstellung nach Westen klappt meist besser. Oft fühlt es sich nicht anders an als am Wochenende oder bei einer Party ein bisschen länger aufzubleiben.

Bei großer Zeitverschiebung eine Nacht auslassen

Bei einer Zeitverschiebung von zehn, elf zwölf Stunden ist mitunter Schlafentzug sinnvoll - bis am Zielort wirklich Nacht ist. Ein oder zwei Nickerchen von höchsten 20 Minuten und vorher ein Kaffee bringen einen laut Hans-Günter Weeß, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, durch den Tag. Hilfreich beim Wachbleiben ist auch Tageslicht. «So kommt man relativ rasch in den dortigen Schlaf-Wach-Rhythmus.»

Beim eigenen Rhythmus bleiben

Wer weniger als 48 Stunden in der anderen Zeitzone bleibt, muss sich laut Weeß keine große Mühe geben, sich an die dortige Zeit anzupassen. Etwa bei Geschäftsreisen helfe auch mal ein Nickerchen zwischendurch, ansonsten könne man seinen eigenen Biorhythmus beibehalten.

Vorsicht mit Schlafmitteln bei Jetlag

Ob Medikamente beim Jetlag helfen können, ist laut Weeß umstritten. «Die Daten sind uneindeutig.» Wer sich für Schlafmittel entscheidet, sollte sie keinesfalls länger als zwei Nächte nehmen - sie machen schnell abhängig. Außerdem sollte man die Einnahme zu Hause etwa an einem Wochenende testen: «Es kann in seltenen Fällen passieren, dass man gegenteilig reagiert, dass die Mittel also anregend wirken.»

Ruhe und viel Sonnenlicht tanken

Wichtig ist außerdem, dass Reisende den Beginn des Urlaubs langsam angehen: Nach einen Langstreckenflug ist eine Ruhezeit von zwei Tagen ratsam. Dabei sollten sie viel Zeit im Freien verbringen, weil Sonnenlicht Müdigkeit entgegenwirkt.

Einnahme von Medikamenten anpassen

Die Zeitverschiebung kann nicht nur den Körper, sondern auch die Medikamenteneinnahme durcheinanderbringen. Beträgt der Zeitunterschied mehr als zwei Stunden, sollten die Patienten vorher mit ihrem Arzt besprechen, wie sie ihre Medikation anpassen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 20. Juni 2016 14:00 Uhr