Zeitumstellung: Körper an Winterzeit gewöhnen

Zeitumstellung: Körper an Winterzeit gewöhnen

Jedes Jahr im Herbst werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt. Was Experten raten, damit sich der Körper schnell anpasst.

Winterzeit

© dpa

Zweimal im Jahr werden in Deutschland und weiten Teilen Europas die Uhren jeweils eine Stunde vor- oder zurückgestellt.

Zeitumstellung auf Winterzeit

Im Jahr 2019 werden die Uhren in der Nacht von Sonnabend, den 26. Oktober zu Sonntag, den 27. Oktober um 03.00 Uhr um eine Stunde auf 02:00 Uhr zurückgestellt, die Nacht ist also eine Stunde länger. Dabei findet der Wechsel von der Sommerzeit in die Winterzeit (Normalzeit) statt.

Vorher schon länger schlafen

Nicht jeder weiß die geschenkte Stunde zu schätzen, denn die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit bringt den Biorhythmus des Menschen aus dem Takt. Müdigkeit, Unwohlsein und Abgeschlagenheit sind häufig die Folge. Wer dem vorbeugen will, sollte bereits in den Tagen vor der Zeitumstellung ausreichend lange schlafen, rät Alexander Blau vom Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrum der Charité in Berlin.

Umstellung auf Winterzeit nervt Frühaufsteher

«Auch wenn wir nach der Umstellung auf die Winterzeit theoretisch eine Stunde länger schlafen könnten, gelingt dies nicht jedem», sagte der Schlafforscher. Denn die innere Uhr signalisiere dem Körper zur herkömmlichen Zeit, dass der Tag nun beginnt. «Dadurch kann sich insbesondere bei Frühaufstehern, den sogenannten Lerchen, die Schlafzeit verkürzen.»

Umstellung auf Winterzeit ändert Lichtverhältnisse abrupt

Die Zeitumstellung kann vor allem unruhigen Schläfern Probleme bereiten. Experten raten, auf die innere Uhr zu hören und nicht krampfhaft im Bett zu bleiben. Der Körper sollte sich schrittweise an die neue Zeit gewöhnen können. «Die Umstellung auf die Winterzeit ändert die Lichtverhältnisse abrupt», sagt Tilmann Müller vom Schlafmedizinischen Zentrum des Universitätsklinikums Münster. «Das ist so, als würde man uns einen Monat in der Zeit beamen.»

Tageslicht ist wichtig für die innere Uhr

Dabei sei das Tageslicht ein natürlicher und wichtiger Taktgeber für die innere Uhr des Menschen. Um sie zu regulieren, sollten man sich daher möglichst viel draußen aufhalten. «Besonders in der zweiten Tageshälfte bewirkt dies, dass man später müde wird», erklärt der Somnologe. Wer nicht mehr mobil genug für einen Spaziergang sei, könne alternativ eine Weile am Fenster sitzen.

Alles eine halbe Stunde nach hinten verschieben

Schlafforscher Prof. Jürgen Zulley vom Schlafmedizinischen Zentrum des Universitätsklinikums Regensburg empfiehlt, die Tagesstruktur schrittweise der Winterzeit anzunähern: «Die regelmäßigen Uhrzeiten - wann ich aufstehe, meine Mahlzeiten zu mir nehme und schlafen gehe - verschiebt man am besten eine halbe Stunde nach hinten», rät der Experte. Dadurch gewöhne sich der Körper langsam an den neuen Rhythmus. Hilfreich sei auch, sich abends etwas vorzunehmen, zum Beispiel ein Treffen mit Freunden. Dann kommt man automatisch später ins Bett- und kann am nächsten Morgen länger schlafen.

Zeitumstellung seit 1980

Die Regelung zur Sommer- und Normalzeit wurde in Deutschland 1980 eingeführt. Seit 1994 gilt die Zeitumstellung mit kleinen Ausnahmen wie den Kanaren oder den Azoren in allen EU-Staaten. Jedes Jahr sind die beiden Tage für die Zeitumstellung in Deutschland genau festgelegt: Und zwar exakt an jedem letzten Sonntag im März werden die Uhren um eine Stunde vorgedreht, es gilt die Sommerzeit. Sie bleibt bis Ende Oktober aktuell. Dann werden am letzten Wochenende im Oktober die Uhren wieder eine Stunde zurückgedreht auf Normalzeit.

Quelle: kra/dpa

| Aktualisierung: Montag, 4. Februar 2019 13:15 Uhr

Spezial: Zeitumstellung