Wasser im Ohr: Wie es wieder raus kommt

Wasser im Ohr: Wie es wieder raus kommt

Wasser sollte nach dem Baden nicht tagelang im Ohr bleiben. Hilft kein Schütteln oder Hüpfen, braucht man einen Arzt.

Wasser im Ohr

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Wasser im Ohr nach dem Baden?

Hat man nach dem Baden im See oder im Schwimmbad Wasser im Ohr und kommt es nicht von selbst wieder heraus, sollte man nicht zu lange warten. «Wenn das Ohr zu ist, sollte man nach einem oder zwei Tagen hineingucken lassen», sagt Michael Deeg vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte in Freiburg. Es komme allerdings vor, dass manche Urlauber erst nach 14 Tagen mit Wasser im Ohr zu ihm kämen. «Das ist zu lang», sagt der Experte. «Das kann die Haut stark irritieren, sie weicht auf und kann sich entzünden.»

So kommt das Wasser aus dem Ohr wieder raus

Grundsätzlich gelten die bewährten Tricks: Kräftig den Kopf schütteln oder auf einem Bein hüpfen - dann kriegt man es raus.

Wasser im Ohr absaugen

Nur bei hartnäckigen Wasserrückständen im Ohr empfiehlt Deeg, ein Chiffon- oder Papiertaschentuch zu einer Tülle zu formen und damit die Flüssigkeit aufzusaugen.

Wasser im Ohr nicht mit spitzen Dingen herausholen

Der Verbandssprecher warnt allerdings vor Experimenten: «Büroklammern oder Haarnadeln- das ist alles schon zum Einsatz gekommen.» Wenn man bei solchen Versuchen abrutscht, könne es leicht zu Verletzungen im Gehörgang oder im schlimmsten Fall zu Schäden am Trommelfell kommen.

Wann der Arzt ran muss

Durch das Wasser im Ohr quellen langsam Ohrschmalzreste auf und verstopfen irgendwann das Ohr. Beim Arzt wird entweder das Ohr ausgespült oder der Rückstand mit einem kleinen Haken oder einer Zange beseitigt. «Das lässt sich nahezu immer schmerzfrei beheben», sagt Deeg. «Es sei denn, es ist schon entzündet.»

Warum kommt das Wasser nicht von selbst wieder raus?

Für das Wasser im Ohr gebe es zwei Ursachen, erklärt der HNO-Arzt: Einerseits sei es ein anatomisches Problem: Die Gehörgänge hätten zum Teil eine Schlitzform und seien dadurch sehr eng. Außerdem gebe es zwischen Trommelfell und Gehörgang einen spitzen Winkel, so dass eingedrungenes Wasser nicht so leicht zurückfließen könne. Dafür sei auch ein physikalischer Effekt am Trommelfell - die sogenannte Adhäsionskraft - verantwortlich. «Sie kennen das, wenn Wassertropfen an der Unterseite einer Glasplatte hängenbleiben», erklärt Deeg.

Mit Ohrstöpseln bleibt das Wasser draußen

Um von vornherein zu vermeiden, dass Wasser ins Ohr kommt, bietet sich ein Schwimmschutz an, der den Gehörgang nach außen abdichtet. Allerdings ist nicht jeder Ohrstöpsel geeignet, betont Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker: Schaumstoffstöpsel etwa saugen sich beim Schwimmen voll. Besser sind daher allergiegetestete Exemplare aus Silikon. Diese gibt es als Standard-Modelle fertig zu kaufen. «Für mal Schwimmen gehen ist das ausreichend», erläutert Frickel. «Allerdings erreiche ich damit nie die optimale Abdichtung.» Wer regelmäßig Schwimmen geht, ist womöglich mit individuell angefertigten Stöpseln besser beraten.

Ohrinfektion durch verschmutztes Wasser

Unbedingt einen gut abdichtenden Schwimmschutz benutzen sollte jemand, der krankheitsbedingt Probleme mit den Ohren hat- zum Beispiel, weil er kein Trommelfell mehr hat, oder wenn ein Kind wegen wiederkehrender Ohrinfektionen ein Paukenröhrchen ins Trommelfell eingesetzt bekommen hat. Kinder sind laut Frickel grundsätzlich anfälliger für Keime und Bakterien, die zu Ohrinfektionen führen können. «Im Planschbecken gerät schnell mal verschmutztes Wasser ins Ohr.»

Wasser im Ohr kann Ekzeme verursachen

Aber auch Menschen, die sich beruflich viel im Wasser aufhalten, wie z.B. Taucher oder Profi-Schwimmer, neigen ohne Schutz zu Problemen. Sind ihre Ohren zu lange und häufig im kalten Wasser, können Frickel zufolge Wucherungen und Ekzeme im Gehörgang entstehen.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 2. Juli 2018 15:53 Uhr