Fluorid: Warum es in Zahnpasten nicht fehlen sollte

Fluorid: Warum es in Zahnpasten nicht fehlen sollte

Frischer Atem, strahlend weiße Zähne: Das ist alles schön und gut. Doch die wichtigste Funktion einer Zahnpasta ist der Schutz vor Karies. Dafür ist ein Inhaltsstoff zentral - Fluorid.

  • Zahnpasta auf einer Zahnbürste© dpa
    Zur Vorbeugung von Karies sollten Zahnpasten ausreichend Fluorid enthalten.
  • Prof. Dietmar Oesterreich© dpa
    Prof. Dietmar Oesterreich ist Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer.
Das Problem ist, dass längst nicht alle Pasten dieses Spurenelement enthalten oder zu wenig davon in der Creme steckt. Das zeigt eine Untersuchung der Stiftung Warentest, bei der 8 von 21 Pasten wegen schlechter Kariesprophylaxe durchfielen.

Was beanstanden die Warentester?

Fluorid sei der wichtigste Inhaltsstoff zur Kariesvorbeugung, schreiben die Tester in ihrem Bericht (Zeitschrift «test», Ausgabe 10/2020). Entsprechend sei zugesetztes Fluorid in ausreichender Menge ein K.-o-Kriterium. Ergab die Laboranalyse, dass eine Zahnpasta kein Fluorid enthielt, war sie durchgefallen - weitere Prüfungen fanden dann nach Angaben der Tester nicht mehr statt.

Wie schnitten die anderen Cremes ab?

Insgesamt sehr ordentlich. Sieben Cremes wurden mit «sehr gut» bewertet, fünf mit «gut» - beim Punkt Kariesprophylaxe gab es bei diesen Produkten für die Tester gar nichts auszusetzen. Eine Creme erreichte nur die Note «befriedigend», weil mit der enthaltenen Menge an Fluorid nur ein ausreichender, aber kein guter oder sehr guter Kariesschutz geboten werde.

Wie blicken Zahnmediziner auf die Rolle von Fluorid?

«In der Zahnmedizin wird einhellig die Meinung vertreten, dass Fluorid ein Muss ist in Zahnpasten, wenn die Kariesprophylaxe im Fokus steht», betont der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Prof. Dietmar Oesterreich.
Manche Cremes im Test setzen auf Kokosöl, Salbei oder Grünen Tee als Schutz gegen Karies - diese Wirkung sei aber noch nicht ausreichend wissenschaftlich nachgewiesen, heißt es in dem Bericht. Es fehlten «hochwertige Studien» mit solchen Substanzen, die eine Karieshemmung in der Mundhöhle belegten, sagt der Hamburger Zahnmediziner Prof. Ulrich Schiffner in der «test»-Zeitschrift.

Wie viel Fluorid sollten Zahnpasten enthalten?

Oesterreich verweist auf internationale Richtwerte: «Bei Erwachsenen gelten 1500 ppm als Standardmenge, für die Kinder sind es inzwischen 1000 ppm.» Bei Kindern bis zu einem Alter von zwei Jahren sollte eine Reiskorn-große Menge Zahnpasta mit 1000 ppm Fluorid auf die Bürste, bei Kindern ab zwei bis sechs Jahren dann eine Menge von der Größe eines Erbsenkorns, rät der Zahnmediziner.
Wichtig zu beachten: Wer eine fluoridhaltige Zahnpasta bei Kleinkindern nutzt, sollte keine Fluorid-Tablette zusätzlich geben. Ab dem Schulalter rät die Stiftung Warentest zu Juniorpasten, welche ähnlich viele Fluorid enthielten wie Zahncremes für Erwachsene. Auch Erwachsenenpasten seien für Schulkinder geeignet - sie sollten aber kein Zink enthalten.

Was bewirkt Fluorid konkret?

«Im Mund gibt es ein ständiges Wechselspiel von Bakterien, die Zahnbeläge bilden und Säuren produzieren, die wiederum Mineralien aus der Zahnhartsubstanz lösen», erklärt Oesterreich. Karies kann auf Dauer die Folge sein.
«Fluorid ist wichtig für die Reparatur.» Die herausgelösten Mineralien, zum Beispiel Kalzium, werden durch Fluorid gebunden und wieder in die Hartsubstanz eingelagert. Dazu kommt, dass Fluorid auch den Stoffwechsel der Bakterien verlangsame, so der Experte, wodurch diese dann nicht mehr so aktiv in der Produktion von Säure seien.
Arbeiten am Laptop
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 7. Oktober 2020 15:35 Uhr