Faktencheck: Kann das Tragen einer Maske vor Corona schützen?

Faktencheck: Kann das Tragen einer Maske vor Corona schützen?

Früher eine Seltenheit, heute Alltag: Die Menschen in Deutschland tragen in Corona-Zeiten eine Mund- und Nasenmaske. Die Wirksamkeit solcher Masken wird in sozialen Netzwerken immer wieder in Frage gestellt. Ein Faktencheck:

Maskenpflicht

© dpa

Wer Bus und Bahn fährt oder einkauft, muss eine Mund-Nasenmaske tragen. Zweck der Schutzmaske ist es, Tröpfchen abzufangen, die wir beim Sprechen, Lachen, Husten oder Niesen ausstoßen.

Behauptung:

Das Tragen einer Maske sei «Blödsinn», heißt es in einem Beitrag. Es gebe «keinerlei Belege dafür, dass das Tragen einer Maske eine Ansteckung verhindern könnte».

Bewertung:

Das ist falsch. Wenn etwa zwei Personen im Gespräch Masken tragen, ist das Risiko einer Ansteckung unter anderem mit dem Coronavirus deutlich geringer.

Fakten:

Seit Ende April gilt bundesweit Maskenpflicht - vor allem in Bussen und Bahnen sowie vielfach auch beim Einkaufen in Geschäften. Sinn und Zweck der Schutzmaske ist es, Tröpfchen abzufangen, die wir beim Sprechen, Lachen, Husten oder Niesen ausstoßen. Je dichter der Stoff, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass kleine Tröpfchen hindurch gelangen.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) unterscheidet zwischen selbstgemachten «Community-Masken» und medizinischen Gesichtsmasken. Erste böten als physische Barriere eher eine Schutzfunktion vor größeren Tröpfchen und verhinderten Mund-/Nasen-Schleimhautkontakt mit kontaminierten Händen, erklärt das BfArM.
Arbeiten am Laptop
© Drobot Dean - stock.adobe.com

Berlin-Mail für Individualisten

Zeig, dass Du Berliner bist und sichere Dir Deinen.Namen@Berlin.de als E-Mail-Adresse. Die sichere und zuverlässige Berlin-Mail bietet alles, was Du für den Alltag im Internet brauchst. mehr

Die medizinischen Gesichtsmasken dagegen dienten vor allem dem Fremdschutz und schützten das Gegenüber, so die Behörde. Sebastian Lemmen, Infektiologe an der Uniklinik Aachen, sagt deshalb: «Wenn zwei Leute einen Mundschutz tragen, sind beide geschützt».
Auch das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt das Tragen einer «Mund-Nasen-Bedeckung» im öffentlichen Raum. Die selbstgemachten Masken filtern laut RKI vermutlich weniger Tröpfchen als der mehrlagige medizinische Mund-Nasen-Schutz. Das Tragen einer Maske bezeichnet das Institut als einen Baustein, um beim Coronavirus Infektionsdruck und Ausbreitungsgeschwindigkeit in der Bevölkerung zu reduzieren. Abstands- und Hygieneregeln gelten laut RKI aber auch, wenn Menschen eine Maske tragen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 15. Mai 2020 13:37 Uhr

Weitere Informationen zu Alltagsmasken