Coronavirus: Ansteckung, Symptome, Impfung

Coronavirus: Ansteckung, Symptome, Impfung

Das Coronavirus, das in Wuhan in China erstmals nachgewiesen wurde und eine Lungenkrankheit auslösen kann, breitet sich aus. Die wichtigsten Fakten zu Covid-19.

  • Coronavirus© Center for Disease Control/Planet Pix via ZUMA Wire/dpa
    Diese vom Center for Disease Control and Prevention (CDC) erstellte Illustration zeigt den neuartigen Coronavirus 2019-nCoV.
  • Coronavirus© dpa
    Eine Frau trägt vor einer Apotheke eine Mund- und Nasenmaske. Der erste Fall des Corona-Virus in Deutschland hat die Nachfrage nach Atemmasken in Apotheken stark erhöht.
  • Coronavirus© dpa
    Laboruntersuchungen werden zur Abklärung des Coronavirus vorgenommen.
Hinweis: Es gibt viele verschiedene Coronaviren. Der folgende Artikel bezieht sich auf die Virusspezies mit dem Namen Sars-CoV-2 bzw. 2019-nCoV, die Ende 2019 erstmals in Wuhan, China nachgewiesen wurde und die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.
Das neuartige Coronavirus war im Dezember 2019 in der chinesischen Metropole Wuhan ausgebrochen. Inzwischen wurde das Virus, das unter anderem Erkältungssymptome und eine Lungenentzündung auslösen kann, außer in China in über 150 weiteren Ländern nachgewiesen. Besonders betroffen sind etwa in Italien, Spanien, Frankreich, USA, Großbritannien, Iran und die Schweiz. Auch in Deutschland waren oder sind immer mehr Menschen nachweislich mit 2019-nCoV infiziert, die meisten davon bisher in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Auch in allen anderen Bundesländern gibt steigende Fallzahlen. Der erste Corona-Fall in Berlin wurde am Sonntag, den 1. März 2020 bestätigt, der erste in Brandenburg am Montag, den 2. März 2020.

Woher kommt das Coronavirus?

Das Virus kommt wahrscheinlich aus der Tierwelt. Als Ausgangspunkt gilt ein Fischmarkt in der Millionenmetropole Wuhan, auf dem auch Wildtiere verkauft wurden. Das Virus wurde möglicherweise erstmals von Giftschlagen auf Menschen übertragen. Andere Forscher gehen von Fledermäusen als Wirte und mehreren Zwischenwirten aus. Die jüngste Theorie hat das Pangolin im Verdacht, ein vom Aussterben bedrohtes und auf chinesischen Märkten gehandeltes Schuppentier.

Wird das Virus von Mensch zu Mensch übertragen?

Ja, die Übertragung des neuen Corona-Virus von Mensch zu Mensch ist möglich. Menschen haben sich in Krankenhäusern und auf Kreuzfahrtschiffen angesteckt, auf Karnevalssitzungen und in Clubs. Das Virus verbreitet sich durch Tröpfcheninfektion - etwa beim Husten und Sprechen - und durch Schmierinfektion von Mensch zu Mensch. Wer infiziert ist, in die Hand niest und sich danach in der Bahn an die Haltestange oder eine Türklinke greift, macht es dem Virus sehr leicht. Es gelten die üblichen Hygieneregeln für jede Grippesaison: Ein bis zwei Meter Abstand halten von anderen Menschen, häufig und gründlich die Hände waschen, Niesetikette beachten, und möglichst zu Hause bleiben.

Berliner Hotline bei Verdacht auf Coronavirus

Die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung hat eine Hotline zum Coronavirus geschaltet. Täglich zwischen 8 und 20 Uhr beraten Fachleute am Telefon Menschen, die befürchten, sich angesteckt zu haben und erklären das weitere Vorgehen bei einem Verdacht. Erreichbar sind die Experten unter der Telefonnummer (030) 9028 2828.

Welche Symptome gibt es?

Coronaviren verursachen oft harmlose Erkrankungen wie Erkältungen. Allerdings gehören auch Erreger gefährlicher Atemwegskrankheiten wie Sars und Mers dazu. Typische Symptome bei einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sind Fieber und trockener Husten, Gliederschmerzen, Atemnot und Halsschmerzen. Einige Betroffene leiden zudem unter Durchfall. In schlimmeren Fällen kommen Nierenversagen und eine Lungenentzündung dazu. Aufgrund der Inkubationszeit merken viele gar nicht, dass sie infiziert sind. Die ersten Symptome zeigen sich manchmal erst 14 Tage nach der Ansteckung. Einige Betroffene bleiben symptomfrei, sind aber trotzdem infektiös. Der Nachweis der Infektion erfolgt über das Erbgut des Coronavirus im Auswurf beim Husten oder über einen Rachenabstrich.

Was tun bei Verdacht auf Coronavirus?

Die Senatsverwaltung empfiehlt Reisenden aus Risikogebieten sowie Menschen, die Kontakt zu infinzierten Personen hatten und Symptome einer Atemwegserkrankung zeigen, zu Hause zu bleiben und das zuständige Gesundheitsamt zu informieren. Von dort erfolgt eine weitere Abklärung. Ansprechpartner gibt es außerdem bei der von der Senatsgesundheitsverwaltung eingerichteten Coronavirus-Hotline.

Ist das neue Coronavirus so gefährlich wie Sars?

Experten bestätigen, dass der Erreger deutlich infektiöser ist als ursprünglich angenommen. Gleichzeitig verläuft die Erkrankung milder als bei einer Infektion mit dem Sars-Erreger. Die Sterblichkeitsrate bei Sars lag bei über 10 Prozent, die des neuen Coronavirus liegt im Epizentrum des Ausbruchs in China laut WHO zwischen 2 und 4 Prozent und außerhalb von Wuhan bei 0,7 Prozent. Zum Vergleich: Die Mortalitätsrate der saisonalen Grippe liegt bei etwa 0,1 bis 0,2 Prozent. Die meisten Menschen, die an Covid-19 sterben, haben Vorerkrankungen, ein schwaches Immunsystem oder sind älter. Junge und bisher gesunde Menschen sowie Kinder zeigen überwiegend milde Symptome und konnten schnell aus dem Krankenhaus entlassen werden. Sicher vor schweren Krankheitsverläufen sind sie jedoch keineswegs: Auch junge Menschen landen auf der Intensivstation und müssen unter Umständen beatmet werden. Für Schwangere gibt es bisher keinen Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.

Wie wird das Virus behandelt?

Da es sich um einen Virus handelt, sind Antibiotika wirkungslos. Antivirale Medikamente gegen Grippe wirken ebenfalls nicht. Bei der Behandlung in der Klinik werden Lunge und Organe mit Medikamenten und durch Beatmung unterstützt sowie Flüssigkeiten gegeben. Den Rest muss das Immunsystem richten. Tests mit Medikamenten, die ursprünglich zur Behandlung von HIV und Ebola entwickelt wurden, laufen. Auch wenn Grippemedikamente nicht helfen, wird die Impfung vor allem älteren Menschen dennoch empfohlen - um das hiesige Gesundheitssystem zu entlasten und um Komplikationen zu vermeiden, wenn beide Erkrankungen gemeinsam auftreten. Empfohlen werden außerdem die Impfung gegen Keuchhusten und Pneumokokken.
Händewaschen
© dpa

Coronavirus: So schützen Sie sich

Hände waschen, Abstand halten, richtig niesen: Jeder kann selbst etwas tun, um das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus Covid-19 zu minimieren. mehr

Gibt es eine Impfung?

Einen Impfstoff gegen das neue Corona-Virus gibt es bisher nicht. Die Entwicklung eines solchen bis zur Marktreife wird nach Einschätzung von Experten mindestens ein Jahr dauern. Forscher arbeiten aber bereits daran. Forscher haben das Genom des Virus sequenziert. Da die Daten schnell veröffentlicht wurden, konnten mehrere Organisationen rund um die Welt sehr früh mit der Arbeit an einem Impfstoff beginnen. Die ersten Tests laufen bereits.

Wie groß ist die Gefahr in Deutschland?

Inzwischen ist es zu einer weltweiten Ausbreitung des Virus gekommen. Am Mittwoch, den 11. März 2020 hat die WHO Covid-19 als Pandemie eingestuft. Länder mit geringen Ressourcen im Gesundheitssystem sind besonders stark vom Ausbruch betroffen. Aber auch in Deutschland führt dies zu einer hohen Belastung der medizinischen Versorgung. Die Krankenhäuser und Kliniken sind darauf eingerichtet - auch in Berlin. Mehrere spezielle Coronavirus-Untersuchungsstellen wurden eingerichtet. Um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, werden Einrichtungen geschlossen und Veranstaltungen abgesagt. Für die Bürgerinnen und Bürger gelten Kontaktbeschränkungen. Für Verdachtsfälle wird eine Selbstisolation zu Hause angewiesen, Infizierte müssen in Quarantäne.

Hilft ein Mundschutz?

Das Tragen einer Maske kann die Verbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 hemmen. Aus diesem Grund herrscht in vielen Ländern eine Maskenplicht, welche das Bedecken von Mund und Nase in bestimmten Situationen - etwas im öffentlichen Nahverkehr - erfordert. Damit die Maske wirksam ist, sollte sie korrekt sitzen, also enganliegend getragen werden. Bei Durchfeuchtung wird sie ausgewechselt und fachgerecht entsorgt.
Arbeiten am Laptop
© Drobot Dean - stock.adobe.com

Berlin-Mail für Individualisten

Zeig, dass Du Berliner bist und sichere Dir Deinen.Namen@Berlin.de als E-Mail-Adresse. Die sichere und zuverlässige Berlin-Mail bietet alles, was Du für den Alltag im Internet brauchst. mehr

Mers-Virus
© dpa

Mers-Virus: Warum es so gefährlich ist

Die Infektionskrankheit Mers endet in rund 40 Prozent aller Fälle tödlich. Was hinter der Erkrankung steckt, wie man sich vor Ansteckung schützt und weitere Informationen zum Mers-Virus. mehr

Quelle: BerlinOnline/dpa/RKI

| Aktualisierung: Montag, 10. August 2020 13:08 Uhr

Weitere Informationen zum Coronavirus SARS-CoV-2