Blasenschmerzsyndrom bleibt häufig unerkannt

Blasenschmerzsyndrom bleibt häufig unerkannt

Schmerzen im Unterleib, Harndrang, und kein Antibiotikum wirkt? Das sind Hinweise auf das Blasenschmerzsyndrom. Am Anfang helfen Medikamente, am Ende nur die Operation.

Blasenschmerzsyndrom erkennen

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Beim Blasenschmerzsyndrom reizt der Urin ständig die Blasenwand. Wurde die Erkrankung richtig erkannt, gibt es aber Hilfe für die Patienten.

Unterleibsschmerzen, ständiger Harndrang, vor allem nachts: Die Symptome eines Blasenschmerzsyndroms ähneln denen einer Blasenentzündung. Antibiotika bleiben jedoch wirkungslos. Die interstitielle Cystitis (IC) wird nicht durch Bakterien, sondern durch eine Schädigung der inneren Schutzschicht der Blase ausgelöst, heißt es in der Zeitschrift «Apotheken Umschau» (Ausgabe 8B/2018).

Bei Verdacht auf IC zum Beckenbodenzentrum

Hören die Beschwerden nicht auf, sollten Patienten bald in ein Beckenbodenzentrum gehen, wo man sich mit IC-Patienten auskennt, rät Urologe Thomas Bschleipfer vom Klinikum Weiden in der Zeitschrift. Dort können die Ärzte mittels einer Blasenspiegelung feststellen, ob eine IC hinter den Schmerzen steckt.

Blasenspiegelung, Medikamente und OP

Zur Behandlung kommen verschiedene Optionen infrage: Bei der Blasenspiegelung können Schleimhauteinrisse und winzige Geschwüre abgetragen werden, sofern diese vorhanden sind. In einem frühen Stadium hilft manchen Patienten ein Medikament, das eine neue Schutzschicht in der Blase aufbauen soll. Auch Antidepressiva kommen zum Einsatz. Letzter Ausweg ist eine Operation.

Blasenschmerzsyndrom mit Essen beeinflussen

Manchen Patienten helfe es auch, bestimmte Nahrungsmittel wegzulassen, die entweder viel Histamin enthalten oder im Körper freisetzen wie Erdbeeren, Ananas, Tomaten, Sauerkraut, Parmesan oder Rotwein. Jeder müsse selbst ausprobieren, ob er auf Lebensmittel reagiert oder nicht.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 16. November 2018 10:31 Uhr