Tetanus: Impfung, Ansteckung, Symptome

Tetanus: Impfung, Ansteckung, Symptome

Tetanus kann im schlimmsten Fall tödlich enden. Eine Impfung gegen den Wundstarrkrampf schützt davor. Doch vor allem bei Erwachsenen herrscht hier Nachholbedarf.

Impfung

© dpa

Eine Tetanus-Impfung sollte auch bei Erwachsenen alle zehn Jahre aufgefrischt werden.

Die Infektionskrankheit Tetanus tritt in Deutschland zwar nur selten auf, weniger gefährlich ist sie dadurch nicht: Wundstarrkrampf kann tödlich enden. Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen sind besonders gefährdet. Schutz gegen die lebensgefährlichen Krämpfe bietet allein eine Impfung, die regelmäßig aufgefrischt werden muss. Die wichtigsten Fragen, Antworten und Informationen zu Tetanus im Überblick.

Was genau ist Tetanus?

Die Krankheit Tetanus ist nach dem Erreger benannt, der sie verursacht. Tetanus-Bakterien (Clostridium tetani) sind stäbchenförmige Einzeller, die weltweit vorkommen. Gelangen die Bakterien bei Verletzungen durch die Wunde in den Körper, bilden sie dort gefährliche Giftstoffe, die wiederum eine Tetanuserkrankung mit schwersten Muskelkrämpfen auslösen können. Neben den muskelsteuernden Nervenzellen werden auch die Herzzellen geschädigt.

Ansteckung über Sporen

Tetanus-Bakterien und deren Sporen finden sich vor allem im Erdboden, aber auch im Straßenstaub. Andere Infektionsquellen sind die Ausscheidungen, Bisse und Kratzer von Tieren. In kleineren Konzentrationen kommen die Sporen allerdings fast überall vor. Selbst kleinste Hautrisse oder Wunden reichen, damit die Erreger in den Körper gelangen. Die Ansteckungsraten für Tetanus steigen im Frühling und Sommer, da die Menschen mehr Zeit im Freien verbringen. Verletzungen bei der Gartenarbeit, bei Spiel oder Sport werden dann zum Risiko. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Wundstarrkrampf: Zeichen und Symptome

Hauptsymptom sind Muskelkrämpfe, die mit Schmerzen und Steifheit einhergehen. Typisch ist hier die schmerzhafte Überstreckung der Rückenmuskulatur, die sogar zu Wirbelbrüchen führen kann. Erste Anzeichen einer Infektion sind Kopfschmerzen und Schwindel, Unruhe, Zittern, Müdigkeit, Schweißausbrüche und ein Gefühl von Schwäche. Die Diagnose wird über die Symptome und in seltenen Fällen über einen Toxinnachweis gestellt.

Tod durch Erstickung

Eine Tetanus-Infektion kann tödlich enden. Grund hierfür sind die sogenannte Kieferklemme, bei der der Mund nicht mehr geöffnet werden kann, und Muskelkrämpfe in Kehlkopf und Zwerchfell. Unbehandelt führt die Krankheit bei Patienten in der Regel zum Tod durch Erstickung. Erfolgt die Behandlung sehr spät, bleiben gelegentlich Folgeschäden.

Impfungen gegen Tetanus

Eine Impfung gegen Tetanus bietet den besten Schutz gegen das Tetanustoxin. Der Impfschutz sollte alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Viele Erwachsene vergessen die Auffrischung allerdings. So sind in Deutschland zwar mehr als 95 Prozent aller Vorschulkinder geimpft, aber nur die Hälfte aller Erwachsenen. Auch wenn die Impfung länger als zehn Jahre zurückliegt, reicht ein Piks beim Arzt um den Schutz wiederherzustellen. Selbst nach einer Verletzung und möglichen Ansteckung kann noch geimpft werden. Dabei gilt: Je schneller die Impfung erfolgt, desto wirksamer ist sie.

Erste Impfung als Baby

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt die erste vorbeugende Impfung gegen Tetanus nach Vollendung des zweiten Lebensmonats. Weitere Impfungen erfolgen im 3., 4. sowie 11. bis 14. Lebensmonat. Ein vollständiger Impfschutz ist erst nach drei Impfungen vorhanden. Eine Auffrischung nach der Grundimmunisierung wird für das fünfte und sechste Lebensjahr empfohlen. In einigen Fällen treten bei der Tetanus-Impfung Nebenwirkungen auf. Dazu können Schmerzen an der Einstichstelle, Rötungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen und - in seltenen Fällen - Fieber gehören.

Risikogruppen für Wundstarrkrampf

Laut Forschern und Medizinern ist die vorbeugende Impfung gegen Tetanus besonders wichtig für ältere Menschen mit Durchblutungsstörungen und für Menschen mit Diabetes. Wer Erkrankungen der Hautoberfläche wie Geschwüre oder Ekzeme hat, sollte sich ebenfalls regelmäßig gegen Wundstarrkrampf impfen lassen. Für Säuglinge und Kinder gilt der Impfkalender.

Quelle: Robert-Koch-Institut/dpa/BerlinOnline

| Aktualisierung: Donnerstag, 27. September 2018 12:22 Uhr