Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Sehr ansteckend, aber harmlos

Schmerzende Bläschen im Mund und rötlicher Ausschlag auf der Haut können auf die Hand-Fuß-Mund-Krankheit hindeuten. Was dagegen hilft.
Krankes Kind
Bettruhe ist angesagt bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit. © dpa

Vor allem Kinder unter zehn Jahren sind von der Hand-Fuß-Mund-Krankheit betroffen. Auch wenn die gefleckte Kinderhaut Eltern sehr nervös machen kann: «Die Grunddevise lautet: keine Panik!», sagt Hermann Josef Kahl, Kinder- und Jugendarzt aus Düsseldorf. «Die Erkrankung verläuft in aller Regel harmlos». Aber was, wenn nicht? Und wann muss man zum Arzt? Die wichtigsten Fragen und Antworten zu der Infektionskrankheit.

Was sind typische Symptome?

Anzeichen für die Hand-Fuß-Mund-Krankheit sind Fieber, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Ausschlag an Hand- und Fußrücken, Reizbarkeit und schmerzhafte Bläschen am Mund. Nach drei bis sieben Tagen ist meist alles überstanden. In einigen Fällen fallen Wochen später Fingernägel und Fußnägel aus. Doch keine Sorge: Sie wachsen wieder nach.

Können sich auch Erwachsene anstecken?

Ja, auch Erwachsene können sich mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit anstecken. Bei ihnen verläuft die Krankheit meist unbemerkt. Überträger bleiben sie aber auch bei fehlenden Symptomen. Ist der eigene Nachwuchs erkrankt, sollten Eltern daher den Kontakt zu anderen Kindern meiden.

Wann mit Hand-Fuß-Mund-Krankheit zum Arzt?

Wenn sich über längere Zeit keine Besserung einstellt, sollte man das von einem Arzt checken lassen. «In dem Fall kann unter Umständen eine weitere Erkrankung hinzugekommen sein», erklärt Hermann Josef Kahl. Vor allem bei dem in Asien verbreiteten Humanen Enterovirus 71, der die Erkrankung auslöst, kann es sehr selten zu einer Hirnstamm-Enzephalitis, zu einer sogenannten schlaffen Lähmung oder einer Meningitis kommen.

Wie kann ich mich infizieren?

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit wird durch sogenannte Picornaviren verursacht. Zahlenmäßig relevant ist neben dem Humanen Enterovirus 71 auch der Coxsackie-Virus. Die Übertragung und Ansteckung läuft wie bei vielen anderen Viruserkrankungen ab: Über Speichel, Nasensekret, direkten Kontakt, Fäkalien und die Flüssigkeit in den Bläschen. Auch über kontaminierte Gegenstände ist eine Ansteckung möglich.

Wie kann ich die Ansteckung verhindern?

Häufiges und gründliches Händewaschen ist die wirksamste Methode, sich vor einer Infektion zu schützen - vor allem nach dem Toilettengang und dem Wechseln der Windeln. Menschen, die selbst erkrankt sind, sollten nicht zur Arbeit, in den Kindergarten oder in die Schule gehen. Gemeinsam genutzte Gegenstände und Oberflächen sollten vorsorglich desinfiziert werden.

Gibt es Medikamente oder eine Impfung?

Derzeit gibt es in Deutschland weder ein zugelassenes antivirales Medikament noch eine Impfung gegen die Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Behandelt werden nur die Symptome. Bei starken Schmerzen werden etwa Ibuprofen oder ein Mundgel mit betäubender Wirkung gegeben. Kinder, die aufgrund der Erkrankung nicht genug trinken können, bekommen in Einzelfällen eine intravenöse Infusion.

Wie kann ich meinem Kind helfen?

Bettruhe und viel Flüssigkeit sind bei Kindern besonders wichtig, betont Kahl. «Weil der Mund oft sehr schmerzt, essen erkrankte Kinder ungern.» Kühle Speisen schonen hier die gereizten Schleimhäute. Bei Fieber können Zäpfchen oder Fiebersäfte die Symptome lindern. «Kleinkinder mit Fieber sollten aber auch immer ärztlich untersucht werden», rät Kahl.

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Quelle: BerlinOnline/Robert Koch Institut
Aktualisierung: Montag, 5. Februar 2018 15:20 Uhr

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(Bilder: dpa; Techniker Krankenkasse; Klicker/pixelio.de)