Afrikanische Schweinepest: Wie gefährlich ist das Virus?

Afrikanische Schweinepest: Wie gefährlich ist das Virus?

Die Afrikanische Schweinepest breitet sich aus - früher oder später auch nach Deutschland. Grund zur Panik gibt es aber nicht.

Wildschschwein

© dpa

Die Afrikanische Schweinepest ist auf dem Vormarsch. Die Seuche endet für Wildschweine und Hausschweine fast immer tödlich.

Außer Kontrolle oder händelbare Gefahr? Kommt darauf an, ob Bauernverband oder Seuchenexperten zur Afrikanischen Schweinepest befragt werden. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu der Virusinfektion.

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigenpflichtige Tierseuche, die Hausschweine und Wildschweine befallen kann. Der Erreger ist das Afrikanische Schweinepest-Virus, das von Schwein zu Schwein übertragen wird. In den Ursprungsländern gelten auch Lederzecken als Überträger. Das Virus kann weiterhin über Lebensmittelreste, Abfälle, andere Tiere und den Menschen - zum Beispiel am Körper oder an der Kleidung - weitergegeben werden. Mögliche Symptome sind hohes Fieber, Apathie, Blutungen, Blaufärbung der Haut, Husten und der Tod des Tieres.

In welchen Ländern ist die Seuche verbreitet?

Es ist belegt, dass die Schweinepest von Afrika zunächst nach Georgien gewandert ist, dann im Jahr 2009 weiter nach Russland und sich von dort in die Ukraine, nach Weißrussland, in die baltischen Staaten und nach Polen ausgebreitet hat. Im Juni 2017 wurde der Erreger erstmals auch bei Wildschweinen in Tschechien gefunden. Das Übergreifen der Schweinepest auf Deutschland ist laut Experten nur eine Frage der Zeit.

Wie gefährlich ist sie für den Menschen?

Die Tierseuche ist hochinfektiös. Bei Wildschweinen und Hausschweinen verläuft die Erkrankung in fast allen Fällen tödlich. Laut Friedrich-Loeffler-Institut ist die Afrikanische Schweinepest aber keine Zoonose, also zwischen Tier und Mensch übertragbare Infektionskrankheit. Der Erreger ist für den Menschen also völlig ungefährlich.

Warum ist das Thema dann so präsent?

Bei Befall in einem Stall muss der gesamte Schweinebestand geschlachtet werden. Die - wenn man zynisch ist - größte Gefahr geht also für die Wirtschaft aus. Die Afrikanische Schweinepest stellt ein Risiko für Fleischproduzenten und verarbeitende Betriebe da. Verbraucher müssen mit Verknappung und Preiserhöhungen rechnen. Da das Fleisch inzwischen in großen Mengen in den Export geht, sind bei einem Ausbruch auf dort heftige Einbrüche zu erwarten.

Gibt es eine Impfung gegen die Seuche?

Nein, einen Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest gibt es nicht. An der Entwicklung eines Serums wird bereits seit langer Zeit gearbeitet. Bis ein wirksames Mittel zur Verfügung steht, vergehen laut Forschern wahrscheinlich mindestens fünf Jahre.

Was tut die Politik?

Bundesagrarminister Christian Schmidt hatte 2018 eine Verschärfung der Schweinepest-Verordnung angekündigt. Die Verschärfung soll mit Bund und Ländern abgestimmte Desinfektionsmaßnahmen in größerem Rahmen vorsehen. Nutztierbestände und Wildschweinbestände werden konsequenter voneinander abgeschottet. Die Jagd auf Wildschweine soll ausgeweitet werden. Jäger wurden mit Sets zur Entnahme von Proben ausgestattet. Testen die Proben positiv, können die Behörden schnell gezielte Gegenaktionen starten.

Was müssen Verbraucher beachten?

  • Wildschweine niemals füttern
  • Totes Wildschwein dem Forstamt oder Veterinäramt melden
  • Lebensmittel nur in für Wildschweine unzugänglichen Abfallbehältern entsorgen
  • Wild nicht von Hunden hetzen lassen
  • Keine tierischen Erzeugnisse aus Ländern und Regionen mitbringen, in denen die Afrikanische Schweinepest verbreitet ist (Weißrussland, Ukraine, Litauen, Polen Tschechien, Lettland, Estland)
  • Schweinehalter sind verpflichtet, den Kontakt zwischen seinen Hausschweinen und Wildschweinen zu verhindern

Werden nun die Wildschweine getötet?

In Berlin gibt es vorerst keine Änderungen in Bezug auf die Wildschweinjagd. Die Schonzeiten sind in Berlin ohnehin weitgehend aufgehoben: Um den Bestand der sich schnell vermehrenden Tiere zu reduzieren, schießen Berliner Jäger bereits vergleichsweise viele Wildschweine ab. Tot aufgefundenes Schwarzwild wird vorsorglich auf die Afrikanische Schweinepest untersucht. In Brandenburg gibt es seit April 2018 eine Abschussprämie für erlegte Wildschweine. Für jedes Tier, das über der Zahl der in der Saison 2015/2016 erlegten 71.400 Tiere liegt, werden an Jäger laut Brandenburger Agrarministerium Prämien gezahlt. Der Bauernverband hatte den Abschuss von 70 Prozent aller Wildschweine in Deutschland gefordert. Dazu kommt es vorerst nicht.

Quelle: jbo/BerlinOnline/dpa

| Aktualisierung: Freitag, 20. Dezember 2019 08:42 Uhr