Allergie gegen Hausstaub: So lindert man Beschwerden

Allergie gegen Hausstaub: So lindert man Beschwerden

Niemand schläft in seinem Bett allein: Millionen winziger Spinnentiere leben ebenfalls darin. Manchen Menschen bekommt das nicht gut.

Volksleiden Hausstauballergie

© dpa

Wird eine Hausstauballergie nicht rechtzeitig behandelt, kann sie zu chronischem Asthma führen.

Niesanfälle, ein juckender Rachen, gerötete Augen: Die Leiden der Allergiker sind bekannt. Doch oft sind nicht Pflanzenpollen die Ursache der Beschwerden, sondern die gemeine Hausstaubmilbe.

Vier Millionen leiden an Hausstauballergie

Die winzig kleinen Spinnentierchen können Allergikern die Nachtruhe zur Qual machen. Doch es gibt Gegenmittel. Es ist keine schöne Vorstellung, aber es ist wahr: Niemand schläft in seinem Bett allein.

«Millionen Milben fühlen sich dort mindestens so wohl wie wir», sagt Sonja Lämmel, Ökotrophologin beim Deutschen Allergie- und Asthmabund in Mönchengladbach. Wenigstens sind die kleinen Spinnentierchen nicht sichtbar. Sie machen sich allerdings bemerkbar: Vier Millionen Menschen leiden Deutschland laut Statistik an einer Hausstauballergie.

Die Dunkelziffer schätzt der Ärzteverband Deutscher Allergologen im hessischen Dreieich noch höher. «Wer morgens regelmäßig verschnupft ist, nachts unter Hustenattacken leidet oder mit geröteten Augen aufwacht, kann damit rechnen, betroffen zu sein», sagt Prof. Torsten Zuberbier, Sprecher des Allergie-Centrum-Charité in Berlin.

20 Zentimeter entscheiden

«Milben ernähren sich von abgestorbenen Hautschuppen», erklärt Lämmel. Rund eineinhalb Gramm verliert jeder Mensch pro Tag, den Großteil im Bett. Dort ist es warm und dunkel - das ideale Biotop für jede Milbe. Die Tierchen selbst sind nicht das Problem, ihr Kot macht Allergikern laut Zuberbier zu schaffen. Diesen atmen Betroffene vor allem im Liegen ein. Denn bis zu einer Höhe von 20 Zentimetern über dem Bett sei der sogenannte Schwebstaub am größten. Deshalb hätten Allergiker im Sitzen oder Stehen kaum Beschwerden.

Wichtig: Milbendichter Bezug

Ganz vertreiben lassen sich die Milben leider nicht. «Aber man kann die Belastung stark reduzieren», sagt der Mediziner. Der wichtigste Schutz ist ein milbendichter Bezug für die Matratzen. «Dieser sollte TÜV-geprüft und atmungsaktiv sein, damit man nicht das Gefühl hat, auf Folie zu schlafen», rät Lämmel. Auch für Bettdecken und Kissen gibt es spezielle Bezüge, die den Kot des Spinnentiers von empfindlichen Nasen fernhalten.

Niedrige Luftfeuchtigkeit mögen Milben nicht

Alternativ können die Bettdecken aber auch einfach alle sechs bis acht Wochen bei 60 Grad gewaschen werden. Diese Temperatur halten Milben ebenso wenig aus wie ein trockenes Raumklima: «Halten Sie die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer möglichst unter 50 Prozent», empfiehlt Silvia Frank, Chemikerin beim Ortsverband des Deutschen Hausfrauenbunds in Karlsruhe. «Das mögen Milben gar nicht.»

Staubsauger mit Hepa-Filter

Als weitere Maßnahme sollte die Staubbelastung verringert werden. «Nutzen Sie einen Staubsauger mit einem hohen Hepa-Filter», rät Zuberbier. Diese hochfeinen Partikelfilter können sogar Bakterien und Viren festhalten. Als besonders allergikerfreundlich gelten glatte Böden - aber nur wenn sie mindestens alle zwei bis drei Tage feucht gewischt werden. «Sonst ist ein feinfloriger Teppichboden besser», sagt Lämmel. Bei der Wahl des Sofas sollten Allergiker eine Ledersitzgruppe einer Stoffcouch vorziehen. Für die Nachtruhe empfehle sich ein Wasserbett.

Kuscheltiere regelmäßig waschen

Frank rät zudem, offene Staubfänger wie Bücherregale zu vermeiden. Stattdessen sollten Gläser oder Bücher lieber abgeschlossen hinter Regaltüren gelagert werden. Kuscheltiere gehören regelmäßig in die Wäsche oder ins Gefrierfach, um Milben zu beseitigen. «Und beim Abstauben immer feuchte Mikrofasertücher nehmen, damit der Staub nicht noch extra aufgewirbelt wird.»
Wer all diese Maßnahmen beherzigt, könne in der Regel wieder frei von Beschwerden schlafen, sagt Lämmel: «Bei 80 Prozent der Betroffenen klappt das sehr gut.» Wer weiterhin nachts niest und hustet, sollte sich ebenso Hilfe beim Facharzt suchen wie Allergiker, die aus beruflichen Gründen viel in Hotels schlafen müssen.

40 Prozent entwickeln Folgekrankheiten

«Unbehandelt kann eine Hausstauballergie zu chronischem Asthma führen», warnt Zuberbier. Bei 40 Prozent der Betroffenen entwickelten sich Folgeerkrankungen. Im schlimmsten Fall könne sich eine bleibende Lungenerkrankung bilden. Deshalb sollten Betroffene eine Allergie nicht auf die leichte Schulter nehmen und darauf hoffen, dass sie sich von allein bessert.
Informationen:
Der Deutsche Allergie- und Asthmabund bietet ein kostenloses Infoblatt zum Thema Hausstauballergie, bestellbar unter info@daab.de oder telefonisch unter 02161/81 49 40.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 23. März 2018 12:51 Uhr

Thema Allergien