Scharlach: Viele Komplikationen, keine Impfung

Scharlach: Viele Komplikationen, keine Impfung

Scharlach gilt als Kinderkrankheit. Doch auch Erwachsene kann es erwischen. Für alle gilt: Eine schnelle Behandlung ist wichtig um Komplikationen und Spätfolgen zu vermeiden.

Scharlach

© dpa

Fieber, Schüttelfrost und Halsschmerzen: Das sind die ersten Symptome von Scharlach - auch bei Erwachsenen.

Fieber, Schüttelfrost, Erbrechen und eine Entzündung des Rachens sind meist die ersten Anzeichen für Scharlach. Später kommt die "Himbeerzunge". Die Infektionskrankheit trifft vor allem Kinder - und ist nicht ganz ohne. Häufige Fragen und Antworten zu Scharlach im Überblick.

Was ist Scharlach?

Scharlach gehört zu den häufigsten bakteriellen Infektionskrankheiten bei Kindern. Verursacht werden die Symptome durch sogenannte A-Streptokokken, die vor allem die Haut und den Rachen besiedeln.

Welche Symptome zeigen Erkrankte?

Erste Symptome sind Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und schnell ansteigendes Fieber. Auch Bauchschmerzen und Erbrechen sind möglich. Gaumen und Rachen sind stark gerötet, die Mandeln entzündet und die Lymphknoten am Hals stark geschwollen. Typisch sind auch gerötete Wangen und die sogenannte "Himbeerzunge": Die Zunge ist zuerst weiß belegt, nach einigen Tagen wird sie himbeerfarben. Nach ein bis zwei Tagen bildet sich in den Achseln und/oder an den Leisten ein nicht juckender, rauer Ausschlag, der sich auf den ganzen Körper ausbreiten kann. Mund und Kinn bleiben ausgespart.

Wie wird Scharlach übertragen?

Scharlach wird fast immer per Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Jeder fünfte bis zehnte Mensch trägt den Erreger in sich, jedoch ohne selbst zu erkranken. An andere weitergeben können Infizierte die Bakterien trotzdem. Beim Sprechen, Husten oder Niesen gelangen die Erreger aus dem Rachenraum in die Luft. Beim Einatmen setzten sie sich an der Schleimhaut des Gegenübers fest. Die Infektion über mit Scharlach-Bakterien verunreinigte Gegenstände (Schmierinfektion) ist sehr selten.

Wie viel Zeit liegt zwischen Ansteckung und Ausbruch?

Meist ein bis vier Tage. Unbehandelt sind Erkrankte bis zu drei Wochen nach den ersten Beschwerden ansteckend. Wird Scharlach mit Medikamenten behandelt, besteht 24 Stunden nach der ersten Einnahme keine Ansteckungsgefahr mehr.

Wie wird Scharlach behandelt?

Mit Antibiotika. Die Medikamente verkürzen die Ansteckungszeit und mindern mögliche Komplikationen wie Mittelohrentzündung, Lungenentzündung, Herzmuskelentzündung und Blutvergiftung. Zu den möglichen Langzeitfolgen bei fehlender Behandlung gehören Niereninsuffizienz, rheumatisches Fieber und Arthritis. Wird die Behandlung frühzeitig abgebrochen, kann es zu Rückfällen oder Spätfolgen kommen.

Was können Erkrankte noch tun?

                  Wer ist besonders gefährdet?

                  Kinder im Alter zwischen vier und sieben Jahren. Da Scharlach hochansteckend ist, tritt die Erkrankung gehäuft in Kitas und Schulen auf, insbesondere in der kälteren Jahreszeit zwischen Oktober und März. Prinzipiell kann jeder an Scharlach erkranken, also auch Erwachsene.

                  Gibt es eine Impfung gegen Scharlach?

                  Nein, eine Impfung gegen Scharlach ist nicht verfügbar.

                  Wie kann man sich vor Scharlach schützen?

                        Ist man nach einer Erkrankung immun?

                        Jein. Hat der Patient eine Erkrankung überstanden, ist er zwar vor dem jeweiligen Giftstoff des Erregers geschützt. Die Bakterien können jedoch unterschiedliche Giftstoffe bilden, weshalb eine mehrfache Erkrankung an Scharlach möglich ist.

                        Quelle: jbo/Berlin.de/BZgA

                        | Aktualisierung: Mittwoch, 22. Februar 2017 11:24 Uhr