Alkohol: Werbung fördert Konsum bei Jugendlichen

Alkohol: Werbung fördert Konsum bei Jugendlichen

Werbung für Wodka, Tequila und Co. kann Teenager zu Sauf-Gelagen verführen.

Alkohol

© dpa

Junge Menschen, die regelmäßig TV-Spots oder Plakate für Alkohol sehen, trinken laut einer Studie auch mehr.

Gemäß einer Studie der Krankenkasse DAK vom Mai 2009 trinken junge Leute mehr Alkohol, wenn sie regelmäßig TV-Spots oder Plakate für Bier oder Schnaps sehen.

Laut der Untersuchung griffen mehr als 80 Prozent der befragten Jungen und Mädchen, die keine Alkoholwerbung sahen, weder zur Bier- noch zur Schnapsflasche, teilte die Kasse in Berlin mit.

Wahrnehmung der Werbespots fördert Konsum
Dagegen hatten mehr als 90 Prozent der Jugendlichen, die mehrere Werbespots häufiger als zehnmal wahrnahmen, bereits Alkohol getrunken. Die Kasse forderte nach diesem Ergebnis eine Einschränkung der Alkoholwerbung.
Für die Studie, die das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel betreute, wurden 3415 Jungen und Mädchen zwischen 10 und 17 Jahren befragt. Sie leben in Brandenburg, Hamburg und Schleswig-Holstein.

Das Ergebnis sei höchst besorgniserregend, zumal heute so gut wie kein Jugendlicher an alkoholbezogener Werbung vorbeikomme, sagte Cornelius Erbe von der DAK. «Aus unserer Sicht muss Werbung für Alkohol eingeschränkt werden. Sofern die Alkoholindustrie diese Einschränkungen nicht selbst verlässlich vornimmt, müssen von der Politik Rahmenbedingungen hierfür geschaffen werden».

Jungen trinken mehr und öfter

Die Kieler Forscher hatten den Jungen und Mädchen für die Kassen-Studie Bilder von Plakatwerbungen sowie Standbilder aus TV-Werbespots gezeigt. Dazu fragten sie, wie oft die Kinder und Jugendlichen die Werbung schon gesehen hatten.

Außerdem wollten die Wissenschaftler wissen, ob und wie regelmäßig die Jungen und Mädchen Alkohol trinken. Dabei gaben beispielsweise Jungen häufiger als Mädchen an, eine Werbung zu kennen. Parallel dazu ergab die Studie, dass Jungen häufiger und mehr Alkohol konsumieren als Mädchen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 22. Juni 2009 18:22 Uhr

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