Multiple Sklerose: Frühwarnzeichen von MS erkennen

Multiple Sklerose: Frühwarnzeichen von MS erkennen

Hinter Kribbeln, Sehstörungen und Augenschmerzen kann sich die Nervenkrankheit Multiple Sklerose verstecken. Gewissheit bringen aber erst weitere Untersuchungen.

Multiple Sklerose MS Ursachen Symptome Behandlung

© dpa

Gefühlsstörungen, Lähmungen, Kraftlosigkeit: Bei den meisten Menschen mit Multipler Sklerose geht der in den Anfangsjahren schubförmige Verlauf irgendwann in eine dauerhaft fortschreitende Form über.

Eine frühe Diagnose und Therapie von Multipler Sklerose (MS) kann die Beschwerden abmildern. Deshalb ist wichtig, mögliche Symptome von einem Neurologen abklären zu lassen. Doch dabei gibt es ein Problem.

Kribbeln in Armen und Beinen kann Hinweis auf MS sein

Je nachdem, welche Areale des Nervensystems die chronische Entzündung betrifft, können diese Symptome ganz unterschiedlich ausfallen. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Nervenärzte(BVDN) hin. Häufig gehören zu den Frühsymptomen aber Empfindungen wie Kribbeln und Prickeln in den Armen und Beinen, auch Taubheit und Schwäche können schon früh auf die Multiple Sklerose (MS) hinweisen.

Sehstörungen können auf entzündeten Sehnerv hinweisen

Weitere mögliche Anzeichen für MS sind Sehstörungen: Betroffene sehen dann wie durch einen dichten Nebel, manchmal auch in Doppelbildern. Auch wenn man dunkler sieht, Farben verändert oder blass wirken, sollte man einen Termin beim Augenarzt vereinbaren. Schmerzt zudem auch ein Auge beim Bewegen, sollten die Alarmglocken läuten. Denn die Erkrankung beginnt oft mit der Entzündung des Sehnervs, der das Auge mit dem Gehirn verbindet.

Kernspintomographie bei MS-Verdacht

Zusätzlich zum Augenartbesuch kann eine Kernspintomographie den MS-Verdacht erhärten. Werden im Laufe der Zeit noch weitere Entzündungsherde im Gehirn entdeckt oder treten erste neurologische Symptome auf, steht die Diagnose fest.

MS behandeln: So früh wie möglich beginnen

Der Fokus der Behandlung liegt darauf, dass die Betroffenen ihre motorischen Fähigkeiten verbessern und so gut es geht ihren Alltag weiterhin selbstständig meistern sowie ihren Beruf ausüben. Eine vorbeugende Therapie könne laut BVDN eine mögliche spätere Behinderung verzögern oder sogar verhindern, daher sei die frühestmögliche Behandlung so wichtig. Wird nicht behandelt, kann es dazu kommen, dass die Symptome schleichend zunehmen.

Was ist Multiple Sklerose?

Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Nervensystems. Dabei entzünden sich Teile des Nervensystems im Rückenmark oder Gehirn. Je nach Verlaufsform kann es bei Betroffenen zu Behinderungen kommen. Häufig treten die ersten Symptome von MS im Alter zwischen 20 und 40 auf. In Deutschland sind geschätzt rund 200.000 Menschen an MS erkrankt.

Quelle: dpa/Berlin.de

| Aktualisierung: Mittwoch, 11. Mai 2016 12:05 Uhr