Herzinsuffizienz: Ursachen, Symptome und Behandlung der Herzschwäche

Herzinsuffizienz: Ursachen, Symptome und Behandlung der Herzschwäche

Vor allem ältere Menschen leiden an Herzinsuffizienz. Heilbar ist die Herzschwäche zwar nicht, aber mit Medikamenten kann man die Beschwerden gut in den Griff bekommen.

Ausdauersport hilft bei Herzschwäche

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Ausdauersport hilft gegen leichte Formen von Herzschwäche- auch bei älteren Menschen.

An Herzinsuffizienz, auch Herzschwäche genannt, leiden rund zwei Millionen Menschen in Deutschland. Eine Herzinsuffizienz macht sich insbesondere in Belastungssituationen bemerkbar und ist fast immer Folge einer anderen Erkrankung. Die Erkrankung kann gut behandelt werden. Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten der Herzinsuffizienz.

Was ist eine Herzinsuffizienz?

Bei einer Herzinsuffizienz ist der Herzmuskel so schwach, dass er das Blut nicht mehr in der nötigen Menge und Geschwindigkeit durch den Körper pumpen kann. Dadurch werden die Organe und das Gewebe schlechter durchblutet und nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Meist ist nur die linke oder die rechte Herzhälfte betroffen, manchmal auch das gesamte Herz.
Gesundheitsgefahr Bluthochdruck
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Bluthochdruck ist die häufigste Ursache für Herzinsuffizienz.

Was sind die Ursachen für Herzinsuffizienz?

In den meisten Fällen ist eine Herzinsuffizienz die Folge einer anderen, vorangegangenen Erkrankung. Häufigste Ursachen sind Bluthochdruck und die durch eine Verkalkung der Arterien (Arteriosklerose) verursachte Koronare Herzkrankheit, die in 70 bis 90 von 100 Fällen für die Herzinsuffizienz verantwortlich sind. Herzinfarkte, Herzrhythmusstörungen, eine ungesunde Lebensweise durch Alkoholmissbrauch, Rauchen oder Übergewicht, Infektionen, einige Medikamente oder Bestrahlungen können das Herz ebenfalls dauerhaft schwächen. Manchmal ist die Herzinsuffizienz auch angeboren.

Wer ist von einer Herzinsuffizienz betroffen?

Herzinsuffizienzen treten mit zunehmendem Alter immer häufiger auf, die meisten Erkrankten sind im siebten und achten Lebensjahrzehnt. Vor dem 70. Lebensjahr tritt die Herzinsuffizienz bei Männern häufiger auf als bei Frauen. Jenseits des 80. Lebensjahres sind Frauen häufiger betroffen. Das liegt vor allem daran, dass Frauen durchschnittlich älter werden als Männer. Insgesamt ist das Geschlechterverhältnis der Patienten in etwa ausgeglichen. Nur etwa ein Prozent der Betroffenen sind in ihren 50ern oder jünger.
Atemnot beim Treppensteigen
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Kriegt man beim Treppensteigen wenig Luft, kann auch das Herz die Ursache sein.

Was sind typische Symptome bei Herzinsuffizienz?

Häufige Symptome bei Herzinsuffizienz sind Atemnot bis zur Bewusstlosigkeit, allgemeine Schwäche und Müdigkeit, nächtlicher Harndrang, geschwollene Beine, Gewichtszunahme, Schwindelanfälle, Herzrasen und Herzschmerzen. Anfangs treten die Symptome nur bei starker körperlicher Anstrengung wie beispielsweise beim Treppensteigen oder bei der Gartenarbeit auf, irgendwann auch bei leichter körperlicher Anstrengung- und schließlich sogar im Ruhezustand.

Welche Folgeerkrankungen drohen bei Herzinsuffizienz?

Wird die Herzschwäche nicht behandelt, drohen zahlreiche Folgeerkrankungen. Zu den häufigsten gehören Herzrhythmusstörungen, Lungenödem (Wasser in der Lunge), Lungenembolie (Verschluss eines Blutgefäßes in der Lunge), Thrombosen (Verschluss einer Vene), akutes Nierenversagen, chronische Bronchitis (Stauungsbronchitis), Schlafapnoe (nächtliche Atemaussetzer), Schlaganfall und plötzlicher Herztod.
Herztest unter Belastung
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Herzstest unter Stress: Herzinsuffizienz kann durch ein Belastungs-EKG diagnostiziert werden.

Wie wird eine Herzinsuffizienz diagnostiziert?

Bei Verdacht auf Herzinsuffizienz nimmt der zuständige Arzt oder die zuständige Ärztin zunächst eine gründliche körperliche Untersuchung vor und hört dabei auch Herz und Lunge ab. Ein Elektrokardiogramm (EKG) kann typische Veränderungen der Herzströme durch die Herzschwäche anzeigen. Durch ein Belastungs- oder Stress-EKG kann der Arzt einzuschätzen, wie stark der Patient noch körperlich belastbar und wie fortgeschritten die Herzinsuffizienz ist. Eine Echokardiografie (Ultraschall-Untersuchung des Herzens) oder eine Herzkatheteruntersuchung liefern ebenfalls Hinweise auf eine verminderte Leistungsfähigkeit des Herzens.

Wie wird eine Herzinsuffizienz behandelt?

Im Vordergrund der Behandlung von Herzinsuffizienz steht die Behandlung der Erkrankung, die die Herzschwäche verursacht. Eine weitere wichtige Therapie-Maßnahme ist die Gabe von Medikamenten, die die Auswirkungen der Herzinsuffizienz abschwächen und die Beschwerden der Betroffenen lindern. Oft werden Betroffene mit Wirkstoffen behandelt, die die Beanspruchung des Herzens abmildern– etwa indem sie es vor sogenannten Stresshormonen schützen. Gegen Wasseransammlungen (Ödeme) verschreibt der Kardiologe oft Medikamente mit einer entwässernden Wirkung.

Können Herzschrittmacher oder Transplantation helfen?

Ist die Behandlung der Symptome nicht erfolgreich, muss manchmal auch einen Herzschrittmacher eingesetzt werden. Eine allerletzte Möglichkeit für ein geschwächtes Herz ist eine Herztransplantation. Bleibt die Herzinsuffizienz gänzlich unbehandelt, kann sich der Gesundheitszustand stark verschlechtern.

Quelle: BDE/AOK/TK/ Barmer/Deutsche Herzstiftung/Pharma Zeitung

| Aktualisierung: Dienstag, 12. Januar 2016 13:13 Uhr

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