Fersensporn: Symptome, Ursachen, Behandlung

Fersensporn: Symptome, Ursachen, Behandlung

Der Fersensporn ist eine Volkskrankheit. Tückisch: Von außen ist nichts zu sehen, aber der Fersensporn unter der Fußsohle kann monatelang wehtun. Was die Ursachen sind, wie man ihn erkennt und wie ein Fersensporn behandelt wird.

Fersensporn kann wehtun

© dpa

Ein Fersensporn unter der Fußsohle ist manchmal über viele Monate lang schmerzhaft.

Wenn der Fuß beim Auftreten unerwartet schmerzt, liegt es womöglich am Fersensporn. Was die Ursachen sind, wie man ihn erkennt und wie ein Fersensporn behandelt wird erklärt Renée Fuhrmann, Orthopädin und Chefärztin der Klinik für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie an einem Krankenhaus in Bad Neustadt.

Was genau ist ein Fersensporn am Fuß?

Einen Fersensporn muss man sich wie einen zusätzlichen kleinen Knochen vorstellen, der sich am Fuß erst nachträglich gebildet hat. Die Verknöcherung selbst kommt häufig vor und macht keine Probleme.

Bei welchen Menschen entwickelt sich ein Fersensporn?

«Es gibt ihn sehr häufig», sagt Renée Fuhrmann. Rund jeder Dritte Mensch hat einen Fersensporn, bei Älteren über 50 Jahren nimmt die Häufigkeit noch zu. Mediziner unterscheiden zwei Varianten, den oberen Fersensporn an der Hacke und den unteren unter der Fußsohle - letztere kommt deutlich öfter vor.

Wie bemerkt man, dass man einen Fersensporn am Fuß hat?

Es kann sein, dass man überhaupt nicht bemerkt, dass man einen Fersensporn am Fuß hat. «Auch wenn er im Röntgenbild zu sehen ist, heißt das nicht, dass man Schmerzen haben muss», sagt Fuhrmann. «Wenn er beim Röntgen zu erkennen ist, besteht die Erkrankung außerdem schon lange. Sie ist ein Zeichen dafür, dass es dort mal eine entzündliche Veränderung am Muskel-Sehnen-Ansatz gegeben hat.»

Wer hat ein erhöhtes Risiko für einen Fersensporn?

Frauen haben ihn öfter als Männer, Ältere häufiger als Jüngere. Risikofaktoren sind Stilettos und Übergewicht. Patienten mit Rheuma bekommen ihn überdurchschnittlich oft, genau wie Menschen mit Senk- oder Plattfuß. Übergewicht ist ein Risikofaktor- und bestimmte Vorlieben bei der Schuhmode. Riskant in dieser Hinsicht sind vor allem hohe Absätze: «Sie befördern die Verkürzung der Wadenmuskulatur», warnt Renée Fuhrmann. Und dadurch steigt die Gefahr einer Plantarfasziitis.

Tut ein Fersensporn weh?

Nur im Fall einer Entzündung der Plantarsehne an der Fußsohle, der sogenannten Plantarfasziitis, kann es ziemlich übel werden. Schlimmstenfalls schmerzt es bei jedem Schritt- vor allem bei den ersten am Morgen nach dem Aufstehen.

Und warum schmerzt der Fuß ausgerechnet morgens besonders?

Eigentlich klingt es unlogisch, weil der Fuß nachts ja gerade nicht belastet wurde. Aber es ist ganz typisch für den Fersensporn, dass gerade die ersten Schritte nach dem Aufstehen besonders schmerzen, sagt Fuhrmann. Nachts waren die Füße in einer Beugestellung, morgens dehnt sich die Wadenmuskulatur dann- und im Fall einer Entzündung der Plantarsehne tut das weh.

Wie wird ein Fersensporn behandelt?

«Das Beste ist eine Dehnungsbehandlung der Wadenmuskulatur», sagt Fuhrmann. Das ist zum Beispiel durch entsprechende Übungen bei einem Physiotherapeuten möglich. Dabei werden die Wadenmuskeln trainiert. Die Dehnübungen bringen in der Regel schon kurzfristig eine Besserung. Bis die Patienten beschwerdefrei sind, müssen sie aber über mehrere Monate gemacht werden. Viele Orthopäden stellen dafür allerdings kein Rezept aus. Eine Alternative kann sein, sich auf eigene Kosten vom Physiotherapeuten zeigen zu lassen, welche Übungen sinnvoll sind.

Helfen Einlagen in den Schuhen bei einem Fersensporn?

Häufig verordnen Orthopäden Einlagen für die Schuhe. «Mit sogenannten Softspots. Das empfindet der Patient als sehr angenehm, es ist wie Wellness für den Fuß», sagt Renée Fuhrmann. Für die Heilung bringe das aber nichts. «So eine Einlage ändert nichts am Krankheitsbild.»

Muss man einen Fersensporn operieren?

«Eine operative Behandlung ist sehr selten. Dabei löst man die Sehnen vom Knochen ab», erklärt Renée Fuhrmann. Aber das ist nur ein Szenario für den Extremfall. Häufiger sind Injektionen, dabei wird Kortison gespritzt, das gegen die Entzündung hilft. «Eine andere Möglichkeit ist eine Elektrotherapie», sagt Fuhrmann.

Wie lange dauert eine Plantarfasziitis?

«Das geht nicht nach vier Wochen weg. Man muss schon in Monaten kalkulieren», sagt Fuhrmann. Realistisch ist ein halbes bis ein Dreiviertel Jahr. Es gibt bei Plantarfasziitis aber eine Selbstheilungstendenz- üblicherweise klingen die Symptome wieder ab. «Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der Schmerz chronisch bleibt», sagt Fuhrmann.

Darf man mit einem Fersensporn weiter Sport treiben?

Patienten mit einem Fersensporn können alles machen wie sonst auch. Und besonders alles, was gut für die Wadenmuskulatur ist. Einschränkungen beim Sport sind üblicherweise nicht nötig, auch Joggen zum Beispiel ist möglich.

Was tun, wenn der Schmerz lange anhält?

Wenn die Beschwerden mit einem Fersensporn nach Monaten noch nicht abklingen, kann ein Nervenkompressionssyndrom die Ursache sein. «Das ist etwas relativ Spezielles und würde auch nicht jeder Orthopäde gleich erkennen», sagt Fuhrmann. «In dem Fall wäre eine Operation notwendig.»

Quelle: kra/dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 14. Juli 2015 14:46 Uhr

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