Medikamente: Bei welchen Lebensmitteln zeigen sich Wechselwirkungen?

Medikamente: Bei welchen Lebensmitteln zeigen sich Wechselwirkungen?

Es gibt eine Vielzahl von Lebensmitteln, die Arzneien beeinflussen. Einige von ihnen mindern die Wirkung des Medikaments, andere verstärken sie auf gefährliche Weise.

  • Medikamente und Lebensmittel© dpa
    Milchkaffee, Salami oder Lakritze: Viele Lebensmittel haben Einfluss auf die Wirkung von Medikamenten.
  • Milchprodukte und Medikamente© dpa
    Milch und Antibiotika sind keine gute Kombination: Schon ein kleiner Schuss Milch im Kaffee hemmt die Wirkung vieler Arzneien.
  • Lakritze und Medikamente© dpa
    Nur in Maßen: Lakritze enthält Extrakte der Süßholzwurzel, die den Blutdruck erhöhen können. Wer Blutdrucksenker einnimmt, sollte den Verzehr möglichst einschränken.
  • Goji-Beeren und Medikamente© dpa
    Goji-Beeren verstärken die Wirkung von Blutgerinnungshemmern. Betroffene sollten die Beere daher vom Speiseplan streichen. Sonst können Blutungen die Folge sein.
  • Vitamin K und Medikamente© dpa
    Brokkoli und Spinat enthalten Vitamin K, welches die Wirkung von Blutgerinnungshemmern mindern kann. Eine konstante Vitamin-K-Aufnahme kann die Wechselwirkung aber verhindern.
  • Grapefruit und Medikamente© dpa
    Ob Grapefruit, Pomelo oder Pampelmuse: Die Früchte beeinflussen den Transport von Medikamentenwirkstoffen im Körper und können die Wirkung abschwächen oder verstärken.
  • Tyramin und Medikamente© dpa
    Vorsicht vor dem Cheese-Effekt: Das in Salami, Käse und Sojasauce enthaltene Tyramin kann in Verbindung mit Antidepressiva und Co. zu Kopfschmerzen, Fieber und erhöhtem Blutdruck führen.
  • Tabak und Medikamente© dpa
    Dass Rauchen per se der Gesundheit schadet, ist bekannt. Aber auch in Kombination mit Medikamenten ist es gefährlich: Nehmen Raucherinnen die Pille, erhöht das ihr Schlaganfall-Risiko.
Schon eine kleine Menge Milch kann die Wirkung mancher Medikamente beeinträchtigen oder sogar verhindern. Vorsichtshalber sollten Patienten nach der Einnahme bestimmter Antibiotika oder Mittel gegen Knochenschwund daher erst zwei Stunden später zum Beispiel eine Tasse Kaffee mit Milch trinken. Darauf weist die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hin. Dieser steht in diesem Jahr unter dem Motto «Sicher is(s)t sicher».

Antibiotika nicht zusammen mit Milch einnehmen

Grund für die Wechselwirkung sei, dass das Kalzium aus der Milch im Magen-Darm-Trakt mit bestimmten Arzneimitteln schwer lösliche Verbindungen eingeht, die das Blut nicht aufnehmen kann.

Keine Gojibeeren bei Einnahme von Blutgerinnungshemmern

Auch andere Lebensmittel können die Wirkung von Medikamenten verändern: Menschen, die zum Beispiel Blutgerinnungshemmer, auch Vitamin-K-Antagonisten genannt, nehmen, sollten auf Gojibeeren verzichten. Denn die Mittel wirken dadurch stärker, es kann laut ABDA zu Blutungen kommen. Unklar sei bislang, welcher Mechanismus dahinter steckt.

Lakritze mindert Wirkung von Blutdrucksenkern

Die Wirkung von Blutdrucksenkern kann durch Lakritze gemindert werden, weil darin Stoffe stecken, die den Blutdruck erhöhen. Zusätzlich kurbeln sie die Ausscheidung des Minerals Kalium über die Nieren an, was zu Muskelschwäche führen kann. Wer hohen Blutdruck hat, isst daher besser wenig bis keine Lakritze.

Grapefruits mindern die Wirkung von Blutfett-Medikamenten

Grapefruits und Pomelos sollten nicht bei Menschen auf dem Speiseplan stehen, die Medikamente gegen erhöhte Blutfettwerte oder zur Unterdrückung des Immunsystems nehmen. Denn die Inhaltsstoffe der Früchte wirken sich ungünstig auf den Abbau der Medikamente und den Transport von deren Wirkstoffen im Körper aus. Das kann sich verstärkend und vermindernd auf das Arzneimittel auswirken.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 10. Juni 2014 14:01 Uhr