Krankenhauskeime: Chirurgen warnen vor Gefahren

Krankenhauskeime: Chirurgen warnen vor Gefahren

Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen warnt vor den zunehmenden Gefahren durch Krankenhauskeime.

Klinik

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Blick in den Reinraum der Zentralsterilisation eines Krankenhauses.

«Das neue Infektionsschutzgesetz reicht nicht aus, Herr des Problems zu werden», teilte der Verband mit. Wichtig sei, bereits bei der Entstehung der Keime anzusetzen und nicht erst im Krankenhaus zu handeln.

Krankenhauskeime gefährden vor allem Kinder

Den Angaben zufolge infizieren sich in Deutschland jährlich etwa 600.000 Menschen mit diesen Erregern. Etwa 22.000 sterben daran. Das größte Risiko haben Kinder, weil sie ein noch nicht voll ausgebildetes Immunsystem haben, und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem wie Alte oder Kranke.

Infektionen sind schwer oder gar nicht behandelbar

«Infektionen, die durch sogenannte multiresistente Bakterien verursacht sind, sind nur noch durch wenige, im ungünstigen Fall gar keine Antibiotika mehr behandelbar», sagte Verbandsvizepräsidentin Julia Seifert. Die oft als Krankenhauskeime bezeichneten Erreger stammten selten aus den Kliniken selbst, sondern würden hineingeschleppt.

Ursachen für die Zunahme multiresistenter Keime

Für die Zunahme multiresistenter Keime gebe es mehrere Gründe: den vermehrten Antibiotika-Einsatz in der Tiermast und die Verunreinigung von importiertem Fleisch und Fisch. Auch Bauern und Tierärzte trügen die Erreger weiter. Touristen verbreiteten die Bakterien von Land zu Land. In vielen Ländern gelten nicht so strenge Hygiene-Vorschriften. Hinzu komme der laxe Umgang mit Antibiotika. In Italien und Griechenland etwa gäben Apotheken ohne Rezept Antibiotika heraus.

Zulassung von neuen Antibiotika soll vereinfacht werden

Der Verband fordert, dass die Zulassung von neuen Antibiotika vereinfacht wird. Lohnt sich die Entwicklung neuer Medikamente aus betriebswirtschaftlichen Gründen für die Pharma-Industrie nicht mehr, müssten Staat und Industrie diese Aufgabe gemeinsam übernehmen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 24. Februar 2014 16:53 Uhr