Verbrennungen: Was im Notfall zu tun ist

Verbrennungen: Was im Notfall zu tun ist

Verbrennungen sind nicht immer ein Fall für den Notarzt. Bei kleinen Verletzungen kann man sich auch selbst helfen.

Offenes Feuer am Grill

© dpa

Vorsicht Flamme: Beim Grillanzünden kann man sich schnell verbrennen.

Bei kleineren Verbrennungen oder Verbrühungen etwa durch Funkenflug beim Grillen, heiße Kochtöpfe, Flüssigkeiten oder Feuerwerk sind Hausmittel wie Mehl, Quark oder Zwiebeln die falsche Wahl. Sie machen die Beschwerden nur schlimmer. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) in Berlin hin.

Kleine Verbrennungen mit Wasser kühlen

Kleinere Verbrennungen kühlen Betroffene demnach zunächst mit Leitungswasser, um den Schmerz zu lindern. Ein gehört hingegen niemals auf Brandwunden. Sonst kommt zur Verbrennung noch ein Erfrierungsschaden. Danach behandeln sie die Stelle mit einer infektionsverhütenden Salbe decken sie mit einer sauberen, möglichst sterilen Auflage ab. Bei der Salbe kommt es darauf an, was der Betroffene im Haus hat. Sinnvoll sind antiseptische Gels - vor allem, wenn die Wunde offen ist. Denn dann können leicht Keime eindringen.

Kleidung bei Verbrennung sofort ausziehen

Wenn sich Anziehsachen über der betroffenen Stelle befinden, sollte man diese sofort ausziehen. Denn Kleidung speichert Hitze. Bleibt der Stoff auf der Haut, wirkt die Hitze länger ein - und die Verbrennung fällt stärker aus.

Notarzt rufen bei großen verbrannten Hautflächen

Größere verbrannte Hautflächen werden besser nicht mit Wasser behandelt, da der Betroffene sonst auskühlt. Dabei gilt: Sind mehr als fünf Prozent der Körperoberfläche verbrannt, besteht die Gefahr einer Auskühlung. Eine Handfläche entspricht ungefähr einem Prozent der Körperoberfläche. Solche Verletzungen sind ein Fall für den Notarzt und sollten in spezialisierten Kliniken für Brandverletzte behandelt werden.

Grill und Grillanzünder müssen sicherheitsgeprüft sein

Damit es beim Grillen nicht zu Verletzungen kommt, rät die DGPRÄC, einen sicherheitsgeprüften Grill mit der DIN-Nummer 66077 zu verwenden und ihn kippsicher aufzustellen. Leicht entflammbare Materialien dürfen nicht in der Nähe sein. Zum Entzünden sollten Grillfans ausschließlich geprüfte feste oder flüssige Grillanzünder mit der DIN-Nummer 66358 benutzen.

Keine Brandbeschleuniger benutzen

Wer dagegen Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin zum Entzünden der Grillkohle verwendet, bringt sich und andere in Lebensgefahr. Nach Angaben des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) der öffentlichen Versicherer in Kiel sind diese Stoffe die Hauptursachen von Grillunfällen. Spiritusdampf sei deutlich schwerer als Luft und könne sich mit einem Durchmesser von bis zu drei Metern glockenförmig um den Grill sammeln. Verpufft der Dampf mit einer Stichflamme, können Umstehende schwere Brandverletzungen davontragen. Für alle Fälle empfiehlt die DGPRÄC, eine Löschdecke, Sand oder einen Feuerlöscher in Reichweite des Grills aufzustellen.

Verbrennung: Wann zum Arzt?

Während sich kleine Brandwunden gut zu Hause versorgen lassen, sollte zum Arzt oder in eine Notaufnahme gehen, wer eine Verletzung etwa in der Größe der halben Handfläche hat. Beim Fondue passiert das leicht - vor allem, wenn keine Brennpaste, sondern Spiritus verwendet wird.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 31. Dezember 2018 08:58 Uhr