Winterblues muss nicht sein

Winterblues muss nicht sein

Am liebsten im Bett bleiben wollen, Traurigkeit, null Bock auf gar nichts: Gegen den typischen Winterblues ist kaum einer immun. Experten geben fünf Tipps, wie man ihn vertreibt.

Frischluft schnuppern

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Frischluft schnuppern hilft nicht nur gegen den "Winterblues", es fördert auch die Bewegung.

Kalt, nass und grau - im Winter schlägt das Wetter so manchem auf die Stimmung. Die Ursache dafür ist vor allem mangelndes Tageslicht. Wenn Menschen nur wenig Licht abbekommen, wird das sogenannte Schlafhormon Melatonin verstärkt produziert. «Melatonin ist in seiner Wirkung stimmungsdrückend, müde machend», erklärt der Psychologe Prof. Jürgen Zulley von der Universität Regensburg. In der dunklen Zeit seien Menschen nicht so fit und aktiv wie im Sommer. Diese Tipps helfen den beiden Experten zufolge dagegen:

1. Vor die Tür gehen

Was dem Menschen im Winter fehlt, ist Tageslicht. Künstliche Beleuchtung mit handelsüblichen Glühbirnen helfe nicht viel weiter, erklärt Zulley. «Ich sollte schauen, dass ich jeden Tag möglichst mindestens 30 Minuten am Tageslicht bin», rät der Psychologe. «Das heißt: Rausgehen, sich draußen bewegen. Dadurch wird das Hormon, das uns so trübe stimmt, unterdrückt.» Auch das trübe Wetter sollte einen nicht davon abhalten. «Selbst bei wolkenverhangenem Himmel kommt noch Tageslicht durch», ergänzt der Psychologe Karl Kubowitsch, der als Coach tätig ist. Spazieren gehen sei das natürlichste Mittel gegen den Winterblues - «und völlig frei von Nebenwirkungen».

2. Freunde treffen

Ein Treffen in geselliger Runde ist gut fürs Gemüt und bringt auf andere Gedanken. Aber wenn jemand schlechte Laune hat, kostet es oft Überwindung, sich mit Freunden zu verabreden. «Man muss sich da schon am eigenen Schopf packen und selber etwas unternehmen. Das ist, glaube ich, das A und O, um besser damit klarzukommen oder zu verhindern, dass man wirklich in eine trübe Stimmung abrutscht», sagt Zulley.

3. Sonnige Gedanken machen

«Am besten ist es, sich schon morgens bewusst auf kleine Dinge zu freuen: einen netten Kollegen oder eine gemütliche Tasse Kaffee nach der Mittagspause», rät Kubowitsch. Ganz wichtig sei es zudem, den Feierabend für schöne Dinge zu reservieren. «Man kann sich zum Beispiel einen schönen Urlaub wieder in Erinnerung rufen: Fotos anschauen, mit Freunden ein sommerliches Urlaubsmenü kochen. Dann steigt auch die Vorfreude auf die nächste Reise.»

4. Nicht auf Süßes verzichten

Auch über die Ernährung können wir unser Wohlbefinden steigern. Die verstärkte Produktion des Melatonins führt laut Zulley dazu, dass wir mehr Hunger haben. Und diesem Bedürfnis sollte man auch nachgeben: «Ich kann nur anraten, Dinge zu tun, die uns in gute Stimmung versetzen. Und dazu gehört natürlich auch ein gutes Essen und für viele auch Süßigkeiten», sagt Zulley.

5. Lichttherapie machen

Wenn die umgangssprachliche Winterdepression ernsthafte Probleme macht, können Betroffene eine Lichttherapie machen. Spezielle, sehr helle Lampen simulieren dabei das Tageslicht. «Die Wirkung dieser Lichttherapie ist antriebssteigernd und stimmungsaufhellend», erklärt Zulley. Auch Kubowitsch bestätigt die Wirkung der Lichttherapie. Eine Studie von belgischen Forschern habe nachgewiesen, dass Lichttherapie die Emotionszentren im Gehirn umschalten lässt. Hilfreich sei aber nur kurzwelliges, blaues Licht. Passende Geräte gibt es auch für zu Hause - laut Zulley müssen dafür aber mehrere Hundert Euro investiert werden.

Solarium als Stimmungsaufheller ungeeignet

Als Stimmungsaufheller raten beide Experten vom Solarium ab. «Das Risiko für die Haut ist größer als der Effekt fürs Gemüt», sagt Kubowitsch. Auch Zulley warnt: Um trübe Stimmung zu vertreiben, sei die Wirkung des Lichts auf das Auge von entscheidender Bedeutung. «Im Solarium muss man ja die Augen schließen, weil UV-Licht nicht ins Auge gelangen sollte.» Das Solarium helfe daher nicht gegen schlechte Stimmung.

Winterblues ist meist keine richtige Depression

Allerdings ist der «Winter-Blues» lediglich eine Verstimmung und keine Krankheit. Denn Zeichen für eine schwere Depression sind vor allem tiefe Traurigkeit, Interessenverlust und Energielosigkeit, was wenigstens zwei Wochen anhalten müsse. Ist das der Fall, sollte ein Hausarzt oder Psychiater um Rat gefragt werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 14. Dezember 2018 10:03 Uhr

Depression: Ursachen, Symptome, Therapien