Eisdecke bricht: Was bei Eisunfällen zu tun ist

Eisdecke bricht: Was bei Eisunfällen zu tun ist

Gefrorene Seen locken Menschen schnell aufs Eis, auch wenn die Eisdecke noch nicht trägt. Bricht jemand ein, ist die richtige Erste Hilfe überlebenswichtig.

Gefährlicher Ausflug auf den zugefrorenen See

© dpa

Erst lockt das Eis, dann bricht es. Jetzt ist schnelle Hilfe wichtig.

Mitten in der friedlichen Winteridylle liegt ein zugefrorener See- und lädt zum Schlittschuhlaufen geradezu ein. Oder zumindest zu einigen Schritten auf dem Eis. Doch eine Eisschicht trägt einen Menschen erst ab etwa 15 Zentimeter Dicke. Wenn das Eis dann unter den Füßen bricht, muss schnell geholfen werden.

Zuerst Feuerwehr anrufen

Zuerst einmal: Einen Notruf (112) absetzen. «Als Einsatzstichwort sollte immer "Mensch im Eis" durchgegeben werden», sagt Leander Strate von der Johanniter Unfallhilfe. Dann wisse die Feuerwehr gleich, welche Geräte sie mitbringen muss.

Opfer mit Seil oder Ast retten

Bis die Rettungskräfte kommen, sollten die Ersthelfer versuchen, den Betroffenen aus dem Wasser zu ziehen, etwa mit einem Ast, einem Rettungsring oder einer Leine. Allerdings vom sicheren Ufer aus, denn die Gefahr ist groß, dass der Retter ebenfalls einbricht.

Opfer nicht hinstellen und Kleidung ausziehen

Wichtig ist, den Betroffenen so wenig wie möglich zu bewegen und nicht auf die Beine zu stellen, erklärt Prof. Sefrin vom Deutschen Roten Kreuz. Sonst könne schlimmstenfalls ein Herzstillstand die Folge sein - wenn das kalte Blut aus den Füßen oder Händen auf das wärmere Blut am Herzen trifft. Die mit kaltem Wasser vollgesogene Kleidung des Opfers muss schnell gegen Trockene getauscht werden. Decken helfen zusätzlich und schützen ebenfalls vor einer weiteren Auskühlung.

Opfer in stabile Seitenlage bringen

«Ist der Betroffene bewusstlos und hat eine normale Atmung, wird er in die stabile Seitenlage gebracht», erklärt Johanniter-Experte Strate. Atmet die Person nicht mehr, sollte man bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit einer Herzdruckmassage beginnen und den Bewusstlosen beatmen.

Selbsthilfe ist kaum möglich

«Es ist sehr schwer, sich von selbst herauszuziehen, weil das Eis kaum Möglichkeiten zum Festhalten hat», erklärt Strate. Und selbst wenn ein Gegenstück da ist, breche das wahrscheinlich weg. Dazu kommen Panik und Orientierungslosigkeit. Denn bricht ein Mensch komplett ein, erkennt er unter Wasser vielleicht das Eisloch nicht mehr und verschwimmt sich.

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 2. August 2013 15:43 Uhr

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