HIV: Aidstest anonym und kostenlos möglich

Die Entscheidung, einen HIV-Test zu machen, ist nicht ohne Folgen. Zuerst muss man sich überlegen, ob man den Test vom Hausarzt vornehmen lässt oder anonym beim Gesundheitsamt oder einer Beratungsstelle. Und dann beginnt die quälende Wartezeit auf das Ergebnis.
HIV-Test
Ein HIV-Test kann inzwischen nach sechs Wochen Sicherheit bringen. © dpa

Statistisch gesehen infiziert sich allein in Berlin jeden Tag mindestens ein Mensch neu mit dem HI-Virus. So hat das Robert-Koch-Institut (RKI) im Jahr 2016 etwa 380 Neudiagnosen in der Hauptstadt gezählt. Zu etwa 79 Prozent waren dabei immer noch homosexuelle Männer betroffen. Damit ist die Zahl der Neuinfektionen in der Hauptstadt trotz Aufklärungskampagnen und Medikamenten seit einigen Jahren nahezu unverändert.

15.900 Menschen mit HIV in Berlin

Insgesamt leben den Schätzungen zufolge mindestens 15.900 Menschen mit HIV in Berlin (Stand: Dezember 2017). 1700 von ihnen wissen allerdings noch nichts von ihrer Infektion. Die RKI-Schätzung beruht auf Modellrechnungen, denn HIV wird oft erst Jahre nach der Infektion festgestellt.

Angst vor den Folgen eines positiven Testergebnisses

Bei Ämtern und Beratungsstellen sind Untersuchungen auf Wunsch auch anonym möglich. Denn viele fürchten, durch ein positives Testergebnis Nachteile zu erleiden, zum Beispiel beim Arbeitgeber, der darin grundlos ein Risiko sehen könnte. Wichtig ist aber, dass sich gefährdete Menschen auf jeden Fall testen lassen.

Wann ein HIV-Test sinnvoll ist

Sinnvoll ist ein HIV-Test vor allem für diejenigen, die ungeschützten Sex haben. «Wir empfehlen den Test für alle, die in sogenannte Risikosituationen kommen», sagt Wolfgang Müller von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA). Das beziehe sich zum Beispiel auf «sexuelle Gelegenheitskontakte», etwa Geschlechtsverkehr ohne Kondom mit kaum bekannten Partnern.

Späte Diagnose führt zu schlechterer Prognose

Berliner Ärzte raten inzwischen allen Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern zu einem HIV-Test. Immer häufiger wird die Infektion erst spät bemerkt, doch trotz moderner Medikamente führen Spätdiagnosen zu einer schlechteren Lebensprognose.

Aids-Test: Krankenkassen übernehmen meist die Kosten

Auch niedergelassene Ärzte können den Test vornehmen. Die Kosten tragen dann meist die Krankenkassen, außer bei einem ganz vagen HIV-Verdacht. Die Aidsberatungsstellen der Berliner Gesundheitsämter und die Berliner Aidshilfe führen ebenfalls HIV-Tests durch- gegen einen Kostenbeitrag von 10 Euro. Der HIV-Schnelltest kostet 15 Euro.

HIV-Heimtest ist keine gute Idee

Von im Internet beworbenen «HIV-Heimtests» wird abgeraten. Diese sind zum einen in Deutschland nicht zugelassen. Zum anderen ist nicht sichergestellt, dass sie technisch richtig angewendet werden und das Ergebnis aussagekräftig ist. Außerdem fehlt eine psychologische Unterstützung.

Test mit psychologischer Beratung kombinieren

Der Leiter des Aids-Referats der BzgA rät allerdings dazu, den Test stets mit einer psychologischen Beratung zu kombinieren. Denn ein positives Testergebnis, also der Nachweis einer HIV-Infektion, bringe Betroffene oft in eine Krisensituation.

HIV ist nach wie vor tödliche Gefahr

«HIV ist noch immer eine tödliche Gefahr, wie eine Krebsdiagnose», erläutert Müller. «Auch wenn es gute Medikamente gibt: Man muss sie dann lebenslang einnehmen und lebt vermutlich kürzer als ohne die Ansteckung.» Hinzu kommt die Sorge um die eigene Existenz und um Angehörige. Daher ist es wichtig, einen Berater zur Seite zu haben, der den Infizierten nach der Diagnose auffängt und für ihn in den folgenden Wochen erreichbar ist.

Wartezeit auf das Testergebnis ist für viele lang

Belastend kann auch das Warten auf das Testergebnis sein. Nach einer Ansteckung mit HIV bildet der Körper im Blut sogenannte Antikörper, die nach drei bis sechs Wochen und spätestens nach drei Monaten zuverlässig nachgewiesen werden können. Will man nach einem Risikokontakt ausschließen, dass man sich mit HIV infiziert hat, sollte man daher - je nach Testverfahren - zwischen sechs Wochen und drei Monaten bis zu einem Test warten.

Zweite Analyse abwarten

Bei einem positiven Befund erfolgt eine zweite Analyse, um das Ergebnis abzusichern. Neuere Tests sind dem Experten zufolge zwar in der Lage, auch Virus-Bestandteile zu erkennen. Dadurch ließen sich einige Tage Wartezeit einsparen. Bei positivem Ergebnis werde aber auch hier eine zweite Analyse gemacht, die abgewartet werden muss.

Zahl der HIV-Infektionen in Europa steigt

In Europa ist kein Rückgang der Neuinfektionen absehbar. Ganz im Gegenteil: Die Zahl der neuen HIV-Diagnosen hat 2016 in Europa ein Rekordhoch erreicht. Im vergangenen Jahr seien über 160.000 neue Ansteckungen registriert worden, berichteten das zuständige Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten. Das sind über 4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 2015 waren es noch 153.000 Erstdiagnosen. Vor allem in den östlichen Ländern der Europäischen WHO-Region sei ein enormer Anstieg zu verzeichnen - die Region bezieht auch Gesamtrussland und Kasachstan ein.

Weltweit sinkt Zahl der Neuansteckungen

Weltweit haben sich nach einem Bericht der Vereinten Nationen 2016 etwa 1,8 Millionen Menschen mit dem Aids-Virus infiziert. Diese Zahl geht jedoch stark zurück: Die Neuansteckungen sind seit 2000 um 34 Prozent gesunken. 36,7 Millionen Menschen tragen das Virus weltweit in sich. 1 Million Menschen starben im vergangenen Jahr an Krankheiten im Zusammenhang mit Aids.

Aids-Test: Beratung per Telefon möglich

Beratungen vor dem Aids-Test bieten zum Beispiel die örtlichen Gesundheitsämter, Aids-Hilfen oder die BzgA-Hotline (Tel. 01805 - 555 444, 14 Cent pro Minute aus dem Festnetz, max. 42 Cent aus dem Mobilfunknetz) an. Unter der Nummer lassen sich auch Beratungsstellen in der Nähe erfragen.

Eine Person hält eine rote Schleife in der Hand

Welt-Aids-Tag

01. Dezember 2017
Jedes Jahr am 01. Dezember wird der Welt-Aids-Tag mit zahlreichen Kampagnen und Aktionen begangen. mehr »
Quelle: BZgA/BerlinOnline/kra/dpa
Aktualisierung: Freitag, 1. Dezember 2017 07:11 Uhr

max 3°C
min 0°C
Teils bewölkt Weitere Aussichten »

Thermen und Saunas

Therme in Burg
Entspannung allein oder mit der ganzen Familie: Thermen und Saunalandschaften in Berlin und Brandenburg. mehr »

Fitness-Ratgeber

Fitness-Studio Paar
Ratgeber, Tipps und News zu Fitness, Fitnesstrends, Ausdauersport, Übungen, Bewegung, Training, Workout und Krafttraining. mehr »

Beauty-Guide für Berlin

Kosmetik
Das Aussehen ist ein wichtiger Wohlfühlfaktor: Adressen rund um Schönheit in Berlin, vom Friseur bis zum Waxing-Studio. mehr »

Restaurants in Berlin

Besteck hochkant
Mehr als 5000 Restaurants, Cafés und Bars im Berlin.de- Restaurantfinder mehr »

Lebensmittel- und Ernährungsmessen

Grüne Woche 2017
Die wichtigsten Lebensmittelmessen und Ernährungsmessen in Berlin mit Termin, Beschreibung und Anfahrt. mehr »

Berlin-Silvester.de: Partys

Die legendäre Silvesterparty @FELIX ClubRestaurant
Nach Weihnachten wird gefeiert! Die besten Silvester-Partys in Berlin im Überblick. mehr »

Kleinanzeigen auf Berlin.de

Stöbern Sie durch die Kleinanzeigen zum Thema Gesundheit & Beauty mehr »
(Bilder: dpa; Techniker Krankenkasse; Klicker/pixelio.de; Felix ClubRestaurant)