Blasenentzündung: Symptome und Behandlung

Blasenentzündung: Symptome und Behandlung

Eine Blasenentzündung verursacht Brennen beim Wasserlassen und führt zu häufigem Harndrang. Was gegen die lästige Infektion hilft.

Blasenentzündung führt zu verstärktem Harndrang

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«Bei einer Blasenentzündung sollte man mindestens zwei Liter am Tag trinken - auch wenn das Wasserlassen zunächst schmerzhaft ist», sagt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in Berlin. «Mit dem Harn werden Bakterien aus der Blase herausgespült.»

Welche Hausmittel helfen bei einer Blasenentzündung?

Viele Patienten berichten Sellerberg zufolge von positiven Erfahrungen mit Blasen- und Nierentees, die zum Beispiel Bärentraubenblätter, Birkenblätter oder Schachtelhalmkraut enthalten. Auch Wärme tut gut. Unkomplizierte Harnwegsinfekte sind für Frauen normalerweise ungefährlich. Tritt auf diese Weise nach zwei Tagen keine Besserung ein, sollte man unbedingt zum Arzt gehen - dann muss die Entzündung eventuell mit Antibiotika behandelt werden. Schwangere, Männer, Kinder sowie Frauen mit chronischer Blasenentzündung sollten schon bei den ersten Beschwerden zum Arzt. Gleiches gilt auch dann, wenn sich im Urin Blut befindet oder Betroffene Schmerzen im unteren Rückenbereich haben.

Wie wird eine Blasenentzündung behandelt?

Der Arzt kann eine Blasenentzündung mit rezeptpflichtigen Antibiotika behandeln, die in der Regel nur wenige Tage lang eingenommen werden. «Das Antibiotikum sollte ohne Rücksprache mit dem Arzt aber nicht vorzeitig abgesetzt werden, denn dies kann zu resistenten Erregern führen», erläutert Sellerberg. Außerdem kann der Infekt wiederkehren. Treten während der Behandlung Komplikationen wie Fieber, ein starkes Krankheitsgefühl oder Schmerzen in der Nierengegend auf, sollten Patienten erneut mit dem Arzt sprechen. Denn dann besteht Verdacht auf eine Entzündung der oberen Harnwege.

Was, wenn die Blasenentzündung nicht behandelt wird?

Ohne eine solche Therapie besteht die Gefahr, dass die Keime aus der Blase über die Harnleiter aufsteigen und die Nieren befallen. «Im schlimmsten Fall kann dies zu bleibenden Nierenschäden führen», warnt Wolfgang Bühmann, Sprecher des Berufsverbandes der Deutschen Urologen.
Größeres Risiko für Frauen
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Was sind die Ursachen für eine Blasenentzündung?

Blasenentzündungen - in der medizinischen Fachsprache «akute Zystitis» genannt - werden meist durch Keime hervorgerufen. «Häufigste Ursache ist die Verschleppung von Bakterien aus dem Darm zur Harnblase», erläutert Christian Albring vom Berufsverband der Frauenärzte. Auch andere Erreger können der Auslöser sein. Sie werden etwa über Sexualkontakte übertragen. Meistens sind es jedoch Scheidenbakterien, die durch die Bewegungen beim Geschlechtsverkehr zur Blase transportiert werden - also keine Bakterien vom Partner. Die Keime dringen über die Harnröhre in die Blase ein. Sie reizen die Blasenwand und lösen eine Entzündung aus.

Welche Faktoren begünstigen eine Blasenentzündung?

Risikofaktoren sind Kälte und Nässe, hormonelle Veränderungen im Zuge der Wechseljahre (Östrogen-Mangel), ein geschwächtes Immunsystem oder Stoffwechselstörungen wie etwa Diabetes. «Schleimhautschäden im Intimbereich durch wiederholte Infektionen, zum Beispiel Pilzinfektionen, sind weitere Risikofaktoren», erläutert Albring. Er weist darauf hin, dass viele Frauen mit zunehmendem Alter immer weniger trinken. «Dadurch werden erstens aufsteigende Keime beim Wasserlassen nicht herausgespült, und zweitens wird die Blasenschleimhaut durch den konzentrierteren und damit aggressiveren Urin zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen.»

Kann man sich auf der Toilette infizieren?

Als unwahrscheinlich gilt, dass man sich auf einer Toilette infiziert, die zuvor jemand mit Blasenentzündung aufgesucht hat. Keime, die sich möglicherweise noch in der Toilettenschüssel befinden, können schließlich «nicht springen», erklärt Bühmann. Ebenfalls unwahr ist dem Urologen zufolge die weit verbreitete Annahme, die Keime für eine Blasenentzündung könne man sich in einem Schwimmbecken holen: «Das in dem Wasser befindliche Chlor tötet Bakterien ab.» Dagegen ist es möglich, dass feuchtes Badezeug, das nach dem Schwimmen nicht gewechselt wird, die Intimregion auskühlen lässt und den Abwehrmechanismus schwächt. Tabu sollte auch das Sitzen auf einem kalten Untergrund sein.

Blasenentzündung durch Sex?

Auch eine sogenannte «Honeymoon-Zystitis» macht Frauen nicht selten zu schaffen. Übersetzt bedeutet das «Flitterwochen-Blasenentzündung». Daran erkranken können Frauen, die sehr häufig Geschlechtsverkehr haben. «Zu der Entzündung kommt es durch eine dauerhafte mechanische Beanspruchung der Schleimhaut im Intimbereich», erläutert Albring. Dadurch kann es Darmbakterien erleichtert werden, in den Harntrakt aufzusteigen. Vorbeugen können Frauen, in dem sie unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr die Blase entleeren - so werden dann möglicherweise vorhandene Keime ausgespült.

Warum leiden Frauen häufiger unter Blasenentzündung?

Frauen leiden häufiger unter Blasenentzündungen, weil durch die kürzere Harnröhre die Erreger leichter bis in die Blase aufsteigen können als bei Männern. Zudem liegt bei Frauen der Harnröhrenausgang nah am After. «Beim Mann ist eine Blasenentzündung fast immer mit einer Entzündung der Prostata verbunden», sagt Bühmann. Das Risiko steigt bei Frauen auch durch hormonelle Umstellungen, etwa in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, oder durch den Gebrauch von Intimwaschlotionen und Verhütungscremes.

Wie kann man einer Blasenentzündung vorbeugen?

«Der Analbereich sollte immer von vorne nach hinten gesäubert werden, um ein Eindringen von Darmbakterien in die Harnröhre zu verhindern», betont Bühmann. Grundsätzlich einer Blasenentzündung vorbeugen kann man, indem man viel trinkt und die Blase regelmäßig leert. Außerdem sollte man gerade im Winter nicht zu knappe Baumwollunterwäsche tragen, um den Unterleib gut gegen Minustemperaturen zu schützen. Auch die Füße hält man besser warm.

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 5. Januar 2016 12:02 Uhr

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