Blinddarmentzündung tritt bei Kindern plötzlich auf

Blinddarmentzündung tritt bei Kindern plötzlich auf

Plötzliche, stärker werdende Bauchschmerzen können eine Blinddarmentzündung anzeigen. Eine Operation ist nicht immer nötig, Eltern sollten dennoch reagieren.

Blinddarm

© dpa

Problem am Ende des Dickdarms: Weil der Wurmfortsatz als Verlängerung des Blinddarms keinen Ausgang hat, kann er leicht verstopfen und sich dann entzünden.

Bauchschmerzen sind bei Kindern keine Seltenheit. Meistens gehen sie auf harmlose Beschwerden wie Blähungen zurück. Wenn der Schmerz aber sehr plötzlich auftritt und sich steigert, könnte auch der Wurmfortsatz des Blinddarms dahinter stecken. Er entzündet sich vor allem im Kindes- und Jugendalter. Umgangssprachlich ist dann die Rede von einer Blinddarmentzündung (medizinisch Appendizitis).

Was genau ist eine Blindarmentzündung?

Der medizinische korrekte Ausdruck für Blinddarmentzündung ist die Bezeichnung Appendizitis, auf deutsch: Wurmfortsatzentzündung. Nicht der Blinddarm selbst, der zum Dickdarm gehört, ist entzündet, sondern nur der kleine Wurmfortsatz des Blinddarms, der sogenannte Appendix.

Lebensmittel nicht schuld an Appendizitis

Meistens bleibt die genaue Ursache für eine Entzündung unbekannt. Oft stecken Kotreste im Appendix fest, in denen sich Bakterien vermehren. Auch Darmparasiten oder eine Verengung des Blinddarms können zu einer Entzündung führen. Lebensmittel spielen keine Rolle: Obstkerne von Melonen, Kirschen oder Weintrauben führen nicht, wie weitläufig angenommen, zu einer Appendizitis.

Symptome einer Blinddarmentzündung

Manchmal bekommen Kinder bei einer Wurmfortsatzentzündung auch Fieber, klagen über Übelkeit und allgemeines Unwohlsein. Eltern sollten mit ihrem Kind unbedingt zum Arzt gehen, um den Verdacht abzuklären. In vielen Fällen verlagert sich der Schmerz in den rechten Unterbauch: Die Kinder sind dort extrem berührungsempfindlich, klagen über den typischen Druckschmerz. Das rechte Bein anwinkeln oder von einem Stuhl hüpfen- wenn Kinder sich das nicht mehr trauen oder dabei über Schmerzen klagen, ist das ein recht sicherer Hinweis.

Was im Krankenhaus unternommen wird

Oft werden Kinder mit Verdacht auf eine Wurmfortsatzentzündung zunächst stationär in einem Krankenhaus oder einer Kinderklinik aufgenommen. Dabei wird nicht gleich operiert. Oft wird den Kindern erst ein Darmeinlauf gegeben und noch ein paar Stunden beobachtet, wie sich der Schmerz entwickelt. Bei knapp jedem zweiten Kind verschwinden die Beschwerden von alleine wieder.

Risiken einer Blinddarmentzündung

Bei allen anderen ist eine Entfernung des Wurmfortsatzes dann aber unumgänglich. Im Zweifel gilt immer: raus damit!. Wird der entzündete Appendix nicht entfernt, drohen Risiken. Denn platzt der entzündete Wurmfortsatz, fließen Eiter und Darminhalt in die Bauchhöhle. In kurzer Zeit entsteht eine lebensbedrohliche Sepsis, im schlimmsten Fall ist es dann für eine Operation zu spät.

Blinddarmoperation birgt wenig Risiken

Natürlich birgt die Operation Risiken, über die sich Eltern genau informieren sollten. Allerdings werden diese Operation so oft durchgeführt, dass sie mittlerweile relativ komplikationsarm sind. Nach drei, maximal sieben Tagen können die kleinen Patienten in der Regel wieder nach Hause.

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 29. Juni 2015 10:40 Uhr

Kinder-Gesundheit