Alzheimer: Vitamin B verlangsamt Gehirnschwund

Alzheimer: Vitamin B verlangsamt Gehirnschwund

Neuer Ansatz bei der Alzheimer Behandlung: Mit bestimmten Vitaminpräparaten kann die Krankheit ausgebremst werden.

Gehirn-Modell

© dpa

Forschungsergebnis: Hohe Dosen Vitamin B verlangsamen die Gehirnschrumpfung.

Bei Alzheimer Patienten schrumpft das Gehirn überdurchschnittlich schnell. Forscher haben nun herausgefunden, dass hohe Gaben von Vitamin B diesen Schrumpfungsprozess signifikant verlangsamen können. Experten halten diese Forschungsergebnisse für einen ersten Schritt, das Eintreten der Krankheit wenigstens verzögern zu können.

Signifikante Ergebnisse mit Vitamin B-Präparaten

Für die Studie des Oxford Project to investigate Memory and Ageing (Optima) wurden 168 ältere Menschen untersucht, die bereits unter einer leichten Einschränkung ihrer geistigen Fähigkeiten litten. Die eine Hälfte der Freiwilligen erhielt täglich eine Tablette mit Vitamin B Folat, B6 und B12 in einer Dosierung, die deutlich über der täglich empfohlenen Menge lag. Die andere Hälfte erhielt ein Blindpräparat. Nach zwei Jahren wurde überprüft, in welchem Ausmaß sich das Gehirn der Teilnehmer verkleinert hatte.
Das Team um David Smith wies nach, dass die Einnahme der Vitamin-Präparate die Schrumpfung um durchschnittlich 30 Prozent verlangsamen konnte. In manchen Fällen konnte sogar eine Verzögerung um 50 Prozent erreicht werden. Smith betonte, dass die Wirkung signifikanter gewesen sei als erwartet.

Homocystein-Werte beeinflussen Gehirn

Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass die Vitamin-Präparate die Homocystein-Werte beeinflussen und damit die Schrumpfung des Gehirns verlangsamen. Hohe Werte dieser Aminosäure werden mit einer rascheren Schrumpfung des Gehirns und Alzheimer in Zusammenhang gebracht. Bestimmte Formen von Vitamin B wie Folsäure, Vitamin B6 und B 12 dagegen kontrollieren das Homocystein im Blut, das so weniger das Gehirn angreift.

Oxford Project to investigate Memory and Ageing (Optima) http://www.oxfordbrc.org/research/chronic-disease-cohorts/100
Die Studie wurde veröffentlicht in der Public Library of Science One http://www.plosone.org

Quelle: kra/BerlinOnline/pte (Stand: September 2010)

| Aktualisierung: Donnerstag, 13. Dezember 2018 15:37 Uhr