Bettwanzen breiten sich aus: Wie man sich schützt

Bettwanzen breiten sich aus: Wie man sich schützt

Experten warnen vor der Ausbreitung von Bettwanzen. Tipps, wie man sie erkennt, sich vor ihnen schützt und sie wirksam bekämpft.

Bettwanzen

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Bettwanzen-Alarm: Die kleinen Blutsauger breiten sich in Deutschland aus.

Es ist ein unangenehmer Nebeneffekt der globaliserten Welt und der boomenden Tourismusindustrie: Bettwanzen, die hierzulande als Schädlinge kaum noch eine Rolle spielten, treten vermehrt auf. Meist werden sie aus anderen Ländern eingeschleppt, in Reisegepäck und Mitbringseln, vor allem aber reisen die Parasiten in Kartons und Verpackungen von Importgütern mit. Auch in Nordamerika, Australien, Dänemark und der Schweiz nimmt der Befall wieder zu, in New York und Vancouver gelten sie schon als Plage.

Was sind Bettwanzen?

Bettwanzen sind nachtaktive, flugunfähige Blutsauger, die von Körperwärme, Kohlendioxid und Körpergeruch angelockt werden. Die Parasiten befallen vorzugsweise Menschen. Nur in Ausnahmesituationen werden andere Warmblüter wie Hunde oder Katzen aufgesucht. Der Blutsaugakt dauert zwischen 3 und 10 Minuten. Bettwanzen können, abhängig von Temperatur und Nahrungsangebot, zwischen 9 und 18 Monaten alt werden.

Wie sehen Bettwanzen aus?

Die birnenförmige Bettwanze (lat. Name Cimex lectularius) ist im ausgewachsenen Zustand 5 bis 6 Millimeter groß, hat einen platten Körper und sechs Beine. Erwachsene Bettwanzen sind rot-braun, jüngere eher blässlich. Vollgesogen mit Blut sind Bettwanzen verdickt und bis zu 9 Millimeter groß. Sie haben eine rote bis schwarze Farbe.

Woran erkennt man einen Befall mit Bettwanzen?

Ein untrügliches Zeichen für Wanzenbefall sind ihre Kotspuren: Kleine schwarze Punkte auf Tapete und Bettrahmen. Ob eine Wohnung oder ein Zimmer von Wanzen befallen ist, kann man zudem am Geruch erkennen, denn Bettwanzen besitzen Drüsen, die penetrant und leicht süßlich riechende Sekrete abgeben.

Wie sehen Bisse von Bettwanzen beim Menschen aus?

Bettwanzen sondern beim Stechen einen Stoff ab, der neben Schlafstörungen auch starke allergische Reaktionen verursachen kann. Die meisten Menschen reagieren auf die Stiche mit kleinen blutunterlaufenen Pusteln auf der Haut. Fast immer kommt es zu heftigem Juckreiz an der Einstichstelle. Bei besonders empfindlichen Menschen treten stärkere allergische Reaktionen auf, während wiederum andere Menschen so gut wie keine Reaktionen zeigen.

Übertragen Bettwanzen wie Zecken auch Krankheiten?

Anders als Zecken übertragen Bettwanzen durch ihren Biss in der Regel keine Krankheitserreger. In seltenen Fällen ist die Übertragung von Q-Fieber möglich, das grippeähnliche Symptome hervorrufen kann. Nicht abschließend geklärt ist, ob Bettwanzen mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert und zum Überträger der Krankheit werden können. Durch das Kratzen an den Stichstellen kann es zu Entzündungen kommen.

Wo verstecken sich Bettwanzen?

Bettwanzen leben dort, wo sich regelmäßig ein potenzieller Wirt aufhält, also meistens im Schlafzimmer. Sie verlassen ihre Verstecke zur "Nahrungsaufnahme" und kehren nach dem Blutsaugen zurück in ihr Versteck: vor allem im Bett, hinter Bildern, abstehenden Tapetenrändern, Scheuerleisten, Lichtschaltern, Möbelfugen, Ritzen und Spalten. So lange sich in ihrer Nähe in regelmäßigen Abständen ein potentieller Wirt aufhält, bleiben Bettwanzen, wo sie sind. Eine Ausbreitung in weitere Räume erfolgt dann, wenn ihnen keine Nahrungsquelle mehr zur Verfügung steht.

Wie breiten sich Bettwanzen aus?

Die Wanzen werden passiv übertragen, also durch Gegenstände wie gebrauchte Möbelstücke, Bilder, CD-Hüllen und Reisegepäck. Sie können unbemerkt in Koffern und Taschen mitreisen, vor allem aber auch in Kartons auf Lastwagen, Schiffen, Zügen und Flugzeugen.

Wie kann man sich vor Bettwanzen schützen?

Bettwanzen können nicht fliegen und verbreiten sich daher passiv. Das bedeutet auf Reisen: Koffer nicht in unmittelbarer Nähe des Bettes abstellen und fremde Betten vorher auf Wanzenspuren wie Kotspuren, Eier oder Häute kontrollieren. Gleiches gilt beim Kauf gebrauchter Gegenstände wie Matratzen, Möbel, Bilder, CDs oder Büchern.

Wie bekämpft man Bettwanzen?

Bei einem Befall braucht man einen professionellen Schädlingsbekämpfer, der die Parasiten mit Insektiziden bekämpft. Möbel müssten auseinandergebaut, Ritzen mit Silikon zugestopft und die Matratze möglicherweise ausgewechselt werden. Weil bei einer einzigen Behandlung nicht alle Bettwanzen getötet werden und zudem die Eier sehr widerstandsfähig sind, sind mehrer Behandlungen nötig. Achtung: Bettwanzen können monatelang hungern, so dass auch für längere Zeit unbewohnte Räume durchaus noch mit Wanzen befallen sein können.
Gegenstände mit Wanzenbefall müssen umgehend aus der Wohnung entfernt werden. Sie sollten vorher in eine dichte Plastiktüte verpackt und diese zugeklebt werden.

Gibt es eine Alternative zu Insektiziden?

Wanzen vertragen weder extrem niedrige noch sehr hohe Temperaturen. Deshalb können kleinere befallene Gegenstände wie Bilderrahmen, Bücher, CDs oder Taschen in Folie verpackt und tiefgefroren werden. Drei Tage bei minus 18°C tötet Wanzen und Eier ab. Oder die Wanzen werden mit Temperaturen von 50-60°C bekämpft. Im Sommer kann man deshalb befallene Gegenstände auch in einer Plastiktüte verpackt in die Sonne legen, wo die dann entstehenden Temperaturen die Insekten abtöten.
Bettwanze
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Quelle: kra/BerlinOnline/dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 24. Oktober 2018 10:07 Uhr

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