Schulangst: Was tun, wenn das Kind nicht zur Schule will?

Schulangst: Was tun, wenn das Kind nicht zur Schule will?

Diffuse Beschwerden, Verweigerung oder gar Tränen: Wenn Kinder den Schulbesuch verweigern, müssen Eltern handeln.

Schulangst

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Vermeidung verstärkt Schulangst - Eltern sollten ihr Kind daher konsequent zum Unterricht schicken.

Während eine gewisse Schulunlust bei Kindern und Jugendlichen immer mal wieder vorkommt, gibt es auch Schüler, die wirklich Angst haben - sei es generell vor der Schule oder vor einzelnen Lehrern, Mitschülern oder Fächern. Plötzlich zwickt der Magen, der Kopf wummert, und das Kind möchte gerne zu Hause bleiben. Das können typischen Symptome für eine Schulangst sein. Symptome, die Eltern unbedingt ernst nehmen sollten.

Ängste beobachten und erkennen

«In den wenigsten Fällen kommen Eltern oder Lehrer zu uns mit der Aussage 'Das Kind hat Schulangst', sondern eher mit dem Beschreiben von diffusen Symptomen», sagt Ronald Hoffmann von der Regionalen Beratungs- und Unterstützungsstelle (REBUS) der Hamburger Schulbehörde. Gibt es Hinweise auf eine Schulangst, werde geklärt, ob sie sich auf einzelne Erlebnisse bezieht oder umfassender ist. Furcht vor der Mathearbeit ist noch keine Schulangst. Löst aber bereits der Gedanke an die Schule Angst aus, müsse etwas geschehen.

Schulangst oder Schulphobie

Angst zu versagen, nicht akzeptiert und stigmatisiert, schlecht bewertet oder gemobbt zu werden - das alles sind mögliche Ursachen. Hat das Kind überwiegend Angst davor, von den Eltern getrennt zu sein, sprechen Experten von Schulphobie. In Gesprächen mit dem Kind, den Eltern und Lehrern sowie Tests suchen sie nach Gründen. «Man muss überdenken, ob das Kind auf der richtigen Schulform und gegebenenfalls über- oder unterfordert ist», sagt der Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Dietrich Petersen.

Anzeichen früh erkennen

Auch sollte geprüft werden, ob eine Teilleistungsschwäche wie eine Lese- und Rechtschreibschwäche vorliegt oder ob das Kind nicht gut sehen oder hören kann. Sind diese Faktoren ausgeschlossen, geht es laut Petersen darum, das Sozialverhalten des Kindes zu ergründen und zu fragen, ob es generell ängstlich ist. Anzeichen für spätere Schulangst gibt es oft schon im Vorschulalter: Das Kind ist ängstlich, fühlt sich in Gruppen nicht wohl oder möchte nicht in den Kindergarten gehen. Doch im Gegensatz zum Kindergarten gibt es eine Pflicht zum Schulbesuch.

Entschuldigungen lösen das Problem nicht

Doch: Regelmäßig Entschuldigungen zu schreiben, sei fatal. Vermeidung führt eher zu einer Verstärkung der Probleme, warnt Petersen. "Es werden keine Erfahrungen gemacht und das einzige, was hilft, sind positive Erfahrungen, angstbesetzte Situationen gemeistert zu haben." Auch wenn das Kind morgens heftig weint - häufig ein Symptom bei einer Schulphobie -, sollte es einem Lehrer oder Mitschüler übergeben werden. Das hört sich hart an, aber oft ist die Angst nach zehn Minuten vorbei und der Tag läuft gut.

Bei Schulangst Experten aufsuchen

«Ganz wichtig ist es, die Ängste des Kindes nicht abzutun», sagt Hoffmann. Stattdessen sollten Fachleute einbezogen werden. In speziellen Programmen können die betroffenen Kinder gestärkt werden. Laut Hebebrand führt Schulangst bei Grundschulkindern nur selten zu einer Schulverweigerung. «Dennoch sollte man Schulangst in jedem Fall sehr ernst nehmen.»
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 20. August 2018 11:07 Uhr

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