Zusatzbeitrag: Wie hoch darf er sein, wer muss zahlen?

Zusatzbeitrag: Wie hoch darf er sein, wer muss zahlen?

Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen müssen mit einer Erhöhung der Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung rechnen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Zusatzbeitrag.

Elektronische Gesundheitskarten

© dpa

Gesundheitskarten verschiedener Krankenkassen.

Zusatzbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung- das ist ein Ergebnis der Gesundheitsreform, die der Deutsche Bundestag am 12. November 2010 mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP beschlossen hat. Neben Beitragserhöhungen haben gesetzliche Krankenkassen seitdem die Möglichkeit, von den Versicherten einen Zusatzbeitrag zu erheben.

Wie bestimmen Krankenkassen die Höhe der Zusatzbeiträge?

Jede Krankenkasse kann die Höhe des Zusatzbeitrages selbst festlegen. Der Beitrag ist nach oben nicht begrenzt. Wie hoch der Zusatzbeitrag tatsächlich ausfällt, hängt davon ab, wie wirtschaftlich eine Krankenkasse arbeitet. Gleichzeitig richtiet sich der Beitrag nach dem Einkommen des Versicherten.

Muss der Arbeitgeber die Hälfte des Zusatzbeitrages bezahlen?

Nein. Arbeitgeber, Rentenversicherungsträger oder andere Sozialleistungsträger beteiligen sich nicht. Der Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung muss von den Mitgliedern allein getragen werden.

Müssen Mitversicherte einen Zusatzbeitrag bezahlen?

Nein. Den Zusatzbeitrag müssen die Mitglieder einer Kasse bezahlen, nicht aber die beitragsfrei Mitversicherten.

Erheben alle gesetzlichen Krankenkassen einen Zusatzbeitrag?

Derzeit gibt es kaum eine Krankenkasse, die ohne den Zusatzbeitrag auskommt. (Liste der Krankenkassen mit und ohne Zusatzbeitrag unter http://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/krankenkasse-beitrag/kein-zusatzbeitrag/)

Wann greift der Sozialausgleich?

Es findet kein Sozialausgleich mehr statt. Der frührere finanzielle Ausgleich aus Steuermitteln kommt indirekt dadurch zum Tragen, dass lediglich das sozialversicherungspflichtige Einkommen des Versicherten ausschlaggebend für die Berechnung des Zusatzbeitrags ist.

Ist die Erhöhung des Zusatzbeitrages ein Kündigungsgrund?

Wenn die gesetzliche Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erhebt oder erhöht, haben die Versicherten ein sofortiges Sonderkündigungsrecht.

Gilt das Sonderkündigungsrecht auch bei Wahltarifen?

Ja. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung besteht auch dann, wenn durch einen Wahltarif ein vertraglich vereinbarter Kündigungsverzicht für einen bestimmten Zeitraum vereinbart wurde.

Welche Kündigungsfristen gelten?

Versicherte können mit Hinweis auf ihr Sonderkündigungsrecht bis zum Ende des Monats der Erhebung oder der Erhöhung des Zusatzbeitrags außerordentlich kündigen. Der Zusatzbeitrag müssen die Versicherten allerdings bis zum Eintritt der Kündigung vollständig zahlen.

Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende: Wer also zu Ende Dezember kündigt, kann zum 1. März bei einer anderen Kasse versichert sein.

Das Sonderkündigungsrecht setzt die Mindestbindung nach Beitritt zu einer Krankenkasse außer Kraft. Somit können auch Versicherte kündigen, die erst kürzlich Mitglied in einer anderen Kasse geworden sind.

Wie kündige ich meine Krankenkasse?

Bis zum Fälligkeitstermin des Zusatzbeitrages können Sie die Mitgliedschaft formlos kündigen. Eine formloses Schreiben reicht aus und sollte Folgendes beinhalten:
-Absender, Datum
- Anschrift der Krankenkasse
- Versicherungsnummer und/oder Mitgliedsnummer

Betr.: Kündigung
Hiermit kündige ich meine Mitgliedschaft zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Unterschrift

-Zusätzlich kann man sich auf das "Sonderkündigungsrecht nach § 175 Abs. 4 SGB V" beziehen.
- Zudem sollte noch vermerkt werden: "Bitte senden Sie mir zur Vorlage bei meiner neuen Krankenkasse eine schriftliche Bestätigung der Kündigung". Ganz sicher kommt die Kündigung auch an, wenn Sie die Kündigung als Einschreiben mit Rückschein schicken.

Wie reagiert die Krankenkasse auf das Kündigungsschreiben?

Innerhalb von 14 Tagen muss die Kasse eine Kündigungsbestätigung zusenden, die man bei der neuen Krankenkasse vorlegen muss. Diese wiederum stellt dann eine Bestätigung der (neuen) Mitgliedschaft aus, die dann wiederum die alte Kasse braucht, damit der Wechsel wirksam wird.

Kann ich den Zusatzbeitrag von der Steuer absetzen?

Das Bundesfinanzministerium hat bestätigt, dass die Beiträge genauso wie die normalen Kassenbeiträge als Sonderausgabe steuerlich absetzbar seien. Davon profitierten aber nur diejenigen, die nennenswert Steuern zahlen. Für sie reduziert sich dadurch der Zusatzbeitrag. Wer keine oder nur wenig Steuern zahle, bleibt dagegen auf dem vollen Betrag sitzen.
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Quelle: kra/Berlinonline/dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 23. Dezember 2015 09:20 Uhr

Krankenversicherung & Zusatzbeiträge