Hygiene: So stoppt man Bakterien in der Küche

Hygiene: So stoppt man Bakterien in der Küche

Hygiene in der Küche ist von zentraler Bedeutung, um Infektionen durch Lebensmittel zu vermeiden. Aber kaum einer weiß heute noch, wie man sich richtig verhält. Mit ein paar einfachen Tipps werden Hobbyköche Keime in der Küche wieder los.

Frau mit rohem Fleisch

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Wer rohes Fleisch angefasst hat, muss sich danach unbedingt die Hände waschen. Sonst können Keime vom Fleisch auf andere Lebensmittel übertragen werden. Foto: Christin Klose

In Deutschland werden jedes Jahr mehr als 100 000 Erkrankungen gemeldet, die wahrscheinlich auf lebensmittelbedingte Infektionen zurückzuführen sind. «Die Dunkelziffer dürfte jedoch höher liegen», vermutet Petra Hiller vom BfR. Dabei ist es gar nicht so schwer, sich gegen solche Infektionen zu schützen.

Wissen über Küchenhygiene geht verloren

Hygiene in der Küche ist vor allem deshalb ein Problem geworden, weil Alltagswissen zur Küchenhygiene in den Familien mehr und mehr verloren geht. «Die Außer-Haus-Verpflegung nimmt zu», sagt Birgit Brendel von der Verbraucherzentrale Sachsen, «und so können sich die Kinder auch nichts mehr automatisch von ihren Eltern abschauen.» Auch Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbands (dlv), sagt: «Unsere Landfrauen machen an den Schulen immer häufiger die Erfahrung, dass viele Kinder keine Erfahrung in der Küche haben.»
Hände waschen
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Gründlichkeit geht vor: Eigentlich weiß jeder, dass Händewaschen wichtig ist - trotzdem tun es viele in der Küche zu wenig.

Handhygiene ist Grundregel

Man kann es nicht oft genug betonen - Handhygiene ist von zentraler Bedeutung. Das heißt: vor der Zubereitung der Speisen die Hände waschen und zwischendurch nach dem Niesen, Naseputzen, nach dem Kontakt mit Haustieren oder wenn man Abfälle berührt hat.

Kreuzkontamination vermeiden

Damit ist gemeint, dass Keime nicht von einem Lebensmittel auf andere gelangen. Schneidet jemand eine rohe Hühnerbrust auf einem Schneidebrett und nimmt dann dasselbe Brett und Messer, um den Salat zu schnippeln, ist das ungünstig. «Dann kann es leicht passieren, dass Bakterien wie Campylobacter im Salat landen», warnt Hiller. Rohe und zubereitete Lebensmittel sollten daher an getrennten Stellen und mit getrennten Küchengeräten verarbeitet werden.
Darminfektionen mit dem Bakterium Campylobacter werden verhindert, wenn Flächen, Geräte und Hände nach jedem Kontakt mit dem rohen Fleisch, seiner Verpackung oder seinem Tauwasser gründlich gesäubert werden.
Fleisch auf Brettchen
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Hygiene beachten: Wenn das Fleisch geschnitten ist, müssen sowohl Messer als auch Schneidebrett gründlich gereinigt werden, bevor andere Lebensmittel darauf verarbeitet werden.

Sauberkeit der Schneidebretter

Das BfR rät zu Schneidebrettern in zwei verschiedenen Farben: eine für Fleisch oder Fisch, also Speisen, die später erhitzt werden. Eine für Rohkost. Birgit Brendel hält das nicht für unbedingt notwendig. Ihr zufolge genügt es, die Bretter mit heißem Wasser und Spülmittel zu säubern. Wichtig sei, dass die Bretter glatte Oberflächen haben, damit man sie gut reinigen kann.

Reihenfolge der Zubereitung

Erst die Speisen zubereiten, die kalt auf den Tisch kommen oder ein geringes Keimrisiko haben - wie Salate und Gemüse. Danach ist das Fleisch an der Reihe.

Umgang mit gefrorenen Lebensmitteln

Gefrorene Lebensmittel nicht auf der Arbeitsplatte auftauen, sondern besser im Kühlschrank oder in der Mikrowelle, auf jeden Fall aber in einer Schüssel.
Kühlschrank
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Abdeckungen wie Teller oder Frischhaltefolien verhindern, dass Bakterien zwischen den Lebensmitteln hin- und herwandern.

Hygiene im Kühlschrank

Der Kühlschrank sollte mindestens alle vier Wochen gereinigt werden. Die Kühlschranktemperatur darf nicht über vier Grad liegen. Rohes Fleisch gehört in den unteren Kühlschrankbereich und immer unter bereits zubereitete Speisen. Lebensmittel sollten in geschlossenen Behältern im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Kühlkette nicht unterbrechen

Um zu vermeiden, dass sich Keime in Lebensmitteln vermehren, sollte die Kühlkette nicht unterbrochen werden. Kühlpflichtige und gefrorene Lebensmittel müssen nach dem Einkauf so schnell wie möglich in den Kühlschrank.

Mülleimer regelmäßig säubern

Im und am Mülleimer tummeln sich Bakterien und Keime. Experten befürworten den Einsatz eines Treteimers. Dieser muss nicht mit der Hand geöffnet werden. So kommen wenigstens keine Keime an die Hände. «Man sollte den Mülleimer regelmäßig saubermachen», empfiehlt Brendel.

Speisen ausreichend erhitzen

Das gleichmäßige und vollständige Erhitzen von Speisen auf 70 bis 100 Grad tötet die meisten Krankheitserreger ab. Dabei darauf achten, dass das Fleisch auch im Inneren erhitzt wurde.
Essensreste lagern am besten im Kühlschrank und werden innerhalb von zwei bis drei Tagen gegessen.

Putzen und Reinigen

Eine Spülmaschine sollte das Geschirr mit einer Temperatur von 50 Grad waschen. Zwischen zwei Spülgängen ist es ratsam, die Tür leicht geöffnet zu lassen, damit der Innenraum der Maschine trocknen kann. Um das Ansammeln von Restwasser zu vermeiden, darf der Ablaufschlauch nicht abknicken. Wer die Siebe regelmäßig reinigt, stellt zudem sicher, dass sich auf den dort zurückgehaltenen Speiseresten keine neuen Bakterien ansiedeln.

Auch Einweichen fördert Bakterienbildung

Davor warnt der Infodienst Landwirtschaft - Ernährung - Ländlicher Raum (LEL) in Schwäbisch Gmünd. Grundsätzlich gelte daher: das Geschirr nicht zu lange ungespült stehen lassen. Auch das Einweichen in Wasser fördere die Bakterienbildung.
Zusätzlich eignen sich antimikrobielle Haushaltsreiniger für die Arbeitsflächen mit direktem Lebensmittelkontakt, den Kühlschrank, die elektrischen Küchengeräte und den Abfalleimer.
Geschirr wird getrocknet
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Geschirrtücher werden schnell zu Keimschleudern - für Teller und Hände nimmt man deshalb besser nicht dasselbe Tuch.

Regelmäßiger Austausch von Schwämmen, Lappen und Handtüchern

Beim Abspülen mit der Hand sorgt ein regelmäßiges - bestenfalls tägliches - Austauschen von Schwämmen, Lappen und Handtüchern für eine bessere Hygiene. Außerdem sollten für Geschirr und Hände zwei verschiedene Tücher verwendet werden. Diese sollten bei 60 Grad in der Waschmaschine gereinigt werden.
Für den einmaligen Gebrauch eignen sich feuchte Allzwecktücher.
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© Meier & Mannack GbR

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  • Foodstyling© dpa
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  • Kühlschrank optimal nutzen© dpa
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  • Sekt nicht zu lange lagern© dpa
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Was im Joghurt wirklich drin ist

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  • Almighurt Erdbeere von Ehrmann© Verbraucherzentrale Hamburg/ www.vzhh.de
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Quelle: kra/dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 21. März 2018 16:16 Uhr

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