Borretsch: Samen und Öl wirken bei Neurodermitis

Borretsch: Samen und Öl wirken bei Neurodermitis

Borretsch ist eine weniger bekannte Heilpflanze, dessen Wirkung nicht unterschätzt werden sollte.

Borretsch

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Borretsch ist hübsch anzusehen und lecker im Salat - er ist aber auch eine alte Heilpflanze.

Borretsch bereichert mit dem gurkenähnlichen Geschmack seiner Blätter gelegentlich Salate. Mancher Gärtner schätzt ihn wegen seiner sternförmigen, zartblauen bis blauvioletten Blüten. Weitgehend unbekannt ist laut Johannes Gottfried Mayer von der Universität Würzburg dagegen sein Nutzen als Arzneipflanze: In der modernen Phytotherapie sei er fast in Vergessenheit geraten - unter anderem, weil die Blätter geringe Mengen an lebergiftigen und krebserregenden Stoffen enthalten können.

Die Kraft liegt in den Samen

«Heute wird jedoch der Samen verwendet, beziehungsweise das Öl, das aus den Samen gewonnen wird», erläutert der Klostermedizin-Forscher. Das Öl enthält Gamma-Linolensäure, die die Bildung von entzündungshemmenden und krampflösenden Stoffen im Körper unterstützt. Führen zum Beispiel Neurodermitis-Patienten ihrem Körper Öle zu, die reich an Gamma-Linolensäure sind, so lassen sich ihre Symptome oft lindern.

Borretschöl lindert Regelbeschwerden

Borretschöl wird auch bei Regelbeschwerden als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt. Es soll dazu beitragen, den Stoffwechsel während des Zyklus der Frau zu aktivieren und zu stabilisieren, um auf diese Weise den Beschwerden entgegenzuwirken. Gegenanzeigen und Nebenwirkungen des Öls sind nicht bekannt.

Herkunft von Borretsch

Die lateinisch Borago officinalis L. genannte Pflanze stammt aus Zentralasien. Sie ist über den Mittelmeerraum wahrscheinlich schon in der Antike als Gewürzpflanze auch in Gebiete nördlich der Alpen gekommen. «Vermutlich waren es die arabischen Ärzte, welche die arzneiliche Wirkung entdeckt haben», sagt Mayer. Borretsch habe als allgemeines Stärkungsmittel und speziell auch als Tonikum für das Herz gegolten.

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 22. Dezember 2011 17:55 Uhr