Hopfen: Arzneimittel statt Bierzutat

Hopfen: Arzneimittel statt Bierzutat

Hopfen findet man meistens im Bier. Richtig angewandt hat er eine heilende Wirkung und ist sogar als Arzneimittel zugelassen.

Hopfen

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Hopfen macht Bier haltbar - und auch als Heilpflanze lässt er sich nutzen.

Hopfen begegnet Verbrauchern am häufigsten im Bier. Das Rankengewächs dient der Haltbarmachung und verleiht dem Getränk den leicht bitteren Geschmack. Hopfen ist aber auch als Arzneimittel zugelassen - obwohl er zu den Hanfgewächsen gehört. In der Naturheilkunde werde Hopfen wegen seiner beruhigenden Wirkung geschätzt, erläutert Johannes Gottfried Mayer von der Forschungsgruppe Klostermedizin der Universität Würzburg.

Hopfen hat eine beruhigende Wirkung

Eine schlaf- und verdauungsfördernde Wirkung erwähnten erstmals im 12. Jahrhundert arabische Ärzte und gelehrte Ordensleute wie Hildegard von Bingen, im 13. Jahrhundert dann auch Albertus Magnus. «Noch in den vergangenen Jahrzehnten waren viele Ärzte davon überzeugt, dass die beruhigende Wirkung der Hopfendolden nur ein Placebo-Effekt sei», erläutert Mayer. Erst kürzlich sei eine sedierende Wirkung aber wissenschaftlich bewiesen worden. Im Tierversuch habe sich 2006 gezeigt, dass ein bestimmter Hopfenextrakt das schlaffördernde Hormon Melatonin beeinflusst.

Bier nicht vor dem Schlafengehen trinken

Für eine gute Nachtruhe ist der Biergenuss kurz vor dem Schlafengehen nach Aussagen der Schlafforschung aber nicht geeignet. Das Getränk mache zwar zweifellos schlafbereit, aber der Alkohol und die harntreibende Wirkung beeinträchtigten das Durchschlafen, warnt Mayer. «Für eine ungestörte Nachtruhe hat sich dagegen die Kombination mit Baldrianwurzel gut bewährt.»

Hopfen für das Herz-Kreislaufsystem

Die Hopfendolden werden darüber hinaus angewendet, um das Herz-Kreislaufsystem zu stärken, die Verdauung zu fördern und die Blasenfunktion zu kräftigen. Für Letzteres wird dem Experten zufolge Hopfen meist zusammen mit Kürbiskernen und weiteren Pflanzen eingesetzt. Aktuelle Forschungen legten nahe, dass die Möglichkeiten dieser Arzneipflanzen noch lange nicht ausgeschöpft sind.

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 22. Dezember 2011 16:01 Uhr