Homöopathie bei Kindern maßvoll anwenden

Homöopathie bei Kindern maßvoll anwenden

Sie bestehen aus Zucker, einem Hauch von Pflanzenextrakten, tierischen Wirkstoffen oder Mineralien. Ihre Wirkung ist umstritten - doch viele Eltern wenden lieber homöopathische Mittel an, wenn ihre Kinder krank werden.

Schlüsselblume

© Mayer/dpa

Medizin aus der Natur: In der Schlüsselblume enthaltene Stoffe helfen, die Atemwege zu befreien und zähen Husten zu lösen.

Sie glauben, dass die Präparate Kindern besonders gut helfen - und zwar sanft und ohne Nebenwirkungen. «Prinzipiell lassen sich alle Arten von Beschwerden homöopathisch behandeln», sagte Patrick Kreisberger, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin aus dem bayerischen Kissing. «Homöopathische Mittel wirken jedoch nicht direkt wie pharmazeutische Erzeugnisse. Sie unterstützen vielmehr die Selbstheilungskräfte des Körpers.»

Unterstützt die Selbstheilungskräfte des Körpers

Gerade bei Kindern sind diese Selbstheilungskräfte noch sehr stark. «Kinder zeigen oftmals schon nach kurzer Zeit eine Reaktion auf homöopathische Mittel», erklärte Kreisberger. An ihre Grenzen stoßen diese jedoch bei nachhaltigen Schädigungen des Körpers: «Fortgeschrittene Organveränderungen, Gewebezerstörung und angeborene Krankheiten lassen sich dadurch nicht heilen.» Die Homöopathie beruht auf dem Prinzip der Ähnlichkeit. Demnach heilt ein Arzneimittel eine Krankheit dann, wenn es bei einem gesunden Menschen ähnliche Symptome wie die entsprechende Krankheit hervorruft.

Genause Diagnose

Bei der homöopathischen Behandlung kommt es deshalb auf eine genaue Diagnose an. «Die Eltern müssen wissen, um welche Krankheit es sich handelt, dann können sie entscheiden, wie sie vorgehen wollen», sagte Kreisberger. Zwar sei es nicht nötig, bei Fieber und Schnupfen sofort mit dem Kind zum Arzt zu gehen. Treten aber Symptome auf, die die Eltern nicht kennen, oder stellt sich keine Besserung ein, müsse ein Mediziner aufgesucht werden. «Lieber einmal zu viel zum Arzt gehen, als einmal zu wenig», riet Kreisberger. Dies gelte besonders dann, wenn starke Schmerzen auftreten oder Säuglinge erkranken.

Insektenstiche heilen auch ohne Arznei

Vorsicht ist auch bei der Behandlung von kleinen Beschwerden wie Schnupfen oder Schürfwunden geboten. «Homöopathische Mittel sind Arzneimittel. Sie sollten deshalb nur dann verwendet werden, wenn sie gebraucht werden», sagte Kreisberger. Ein Insektenstich heile zum Beispiel ohne Arznei. «Nur bei starker Schwellung, andauerndem Juckreiz oder Infektion der Stichstelle, würde ich zum Einsatz homöopathischer Mittel raten», erklärte der Facharzt. «Man tut dem Kind keinen Gefallen, wenn man ihm bei jeder Schramme gleich ein Kügelchen gibt.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 4. Januar 2012 14:23 Uhr

Kinder-Gesundheit