Anis: Gut für die Verdauung und bei Husten

Anis: Gut für die Verdauung und bei Husten

In Digestifs wie Pernod oder Ouzo entfaltet Anis seine verdauungsfördernde Wirkung. Auch bei Atemwegserkrankungen ist Anis ein bewährtes Mittel- besonders für Kinder.

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Anis

Anis (Pimpinella anisum) gehört zu den Doldenblütlern (Apiaceen), er ist dem Forscher zufolge mit Kümmel und Fenchel verwandt. Bei diesen Pflanzen werden die Früchte verwendet, die im Volksmund Samen heißen. «Anis hat ähnliche Wirkstoffe wie der Fenchel, wobei sein Geschmack oft als angenehmer empfunden wird», erläutert Johannes Gottfried Mayer von der Universität Würzburg. Anis ist als Heilpflanze hilfreich bei Verdauungsschwäche und Katarrh der Atemwege. Wegen seiner milden Wirkung wird Anis vor allem in der Kinderheilkunde geschätzt.

Gewürz und Heilpflanze zugleich

Viele Arzneipflanzen sind eher als Gewürze denn als Heilkräuter bekannt. Nahezu alle Gewürze fördern den Speichelfluss, die Produktion des Magen- und Gallensaftes und schaffen so die Voraussetzungen für eine gute Verarbeitung der Nahrung durch die Verdauungsorgane, erläutert Mayer. «Nicht umsonst nutzt die Menschheit diese Pflanzen nicht nur zur Verbesserung des Geschmacks und der Haltbarkeit der Speisen, sondern behandelten mit ihnen auch die unterschiedlichsten Erkrankungen.»
Bei Verdauungsstörungen können Gewürze sowohl vorbeugend wie lindernd wirken, sagt Mayer. Dazu gehöre auch der Anis, der hierzulande vor allem bei Süßspeisen verwendet wird oder durch Aperitifs wie den griechischen Ouzo, den türkischen Raki oder französischen Pastis bekannt ist.

Kombination mit Fenchel und Kümmel

Die Wirksamkeit wird bestimmt vom ätherischen Öl mit Anethol. «Anis wirkt leicht verdauungsfördernd und krampflösend, nicht ganz so stark wie Fenchel und Kümmel, hat dafür aber auch eine positive Wirkung auf die Atemwege, indem er den Auswurf bei Husten fördert und auch antibakterielle Effekte besitzt», erklärt Mayer. Deshalb werde Anis bei Verdauungsbeschwerden und Katarrhen der Atemwege empfohlen. Auch Kombinationen mit Fenchel und Kümmel sei sinnvoll.

Anistee für den Magen

Die Tagesdosis beträgt drei Gramm. Am besten wirken die Früchte als Tee, wenn sie zuvor in einem Mörser angestoßen werden, empfiehlt der Klostermedizinforscher. Die verdauungsfördernde Wirkung komme aber auch in Anisschnaps wie Pernod oder Ouzo zum Tragen.

Anis für die Atemwege

Der wichtigste Wirkstoff ist das ätherische Öl Anethol, das auch in den Fenchelfrüchten für die Wirkung mitverantwortlich ist. «Das Öl wirkt schleim- und krampflösend, indem es in den Lungen die Sekretion des Bronchialschleims steigert und die schleimausführenden Härchen in der Bronchien aktiviert», erklärt Mayer. Daneben sei auch eine beachtliche bakterienhemmende Wirkung beobachtet worden.

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 7. Februar 2012 15:50 Uhr