Rhinitis: Erkältungs-Schnupfen ist nicht immer harmlos

Rhinitis: Erkältungs-Schnupfen ist nicht immer harmlos

Was genau ist ein Schnupfen, warum bekommt man ihn meist im Winter und welche Risiken birgt die Erkältungskrankheit?

Schnupfen

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Bei leichten Infekten wird gerne auf pflanzliche Arzneimittel zurückgegriffen.

Unter Schnupfen (Fachausdruck: Rhinitis) versteht man eine akute, meist durch Viren verursachte Entzündung der Nasenschleimhaut mit nachfolgender Schwellung und Behinderung der Nasenatmung. Sie zählt zu den häufigsten Erkrankungen im Bereich der oberen Luft- und Atemwege und tritt vermehrt in den Wintermonaten auf.

Symptome einer Rhinitis
Zu den Symptomen der gewöhnlichen Rhinitis gehört eine wässrige Sekretion der Nase verbunden mit Niesreiz. Meist kommt die Erkrankung im Rahmen eines grippalen Infektes vor. Der Schnupfen beginnt meist nach einem trockenen Vorstadium mit Niesreiz, Fremdkörper- und Wundgefühl sowie Brennen in der Nase. Nachfolgend kommt es zu einer zunehmenden Verstopfung und anschließender wässriger Sekretion aus der Nase. Die Nase "läuft", das Atmen durch sie wird schwieriger, ebenso kann der Erkrankte schlechter riechen und der Sprachklang nimmt nasale Töne an. Oftmals kommt es zur Rötung und Entzündung der Haut des Naseneingangs (typische Schnupfennase) und Augentränen. Gleichzeitig können Kopfschmerzen oder ein Kopfdruck bestehen.

Verlauf einer Rhinitis

Der unkomplizierte Schnupfen dauert in der Regel etwa eine Woche. Der Volksmund sagt: "Drei Tage kommt er, drei Tage bleibt er, drei Tage geht er." Da sich im Nasenraum stets Krankheitserreger befinden, kann es im weiteren Verlauf zu einer bakteriellen Zusatzinfektion kommen, wobei sich die Bakterien auf der entzündeten Nasenschleimhaut ansiedeln. Dabei wird das Nasensekret zunehmend eitrig, es nimmt eine grüngelbe Farbe an und wird dickflüssiger. Bei Säuglingen kann es durch den Schnupfen zu Trinkschwierigkeiten und Schlafstörungen kommen, weil die Nasenatmung behindert ist. Sie weinen viel, haben keinen Appetit und fast immer erhöhte Temperatur. Die Schnupfenviren lösen bei ihnen häufig auch Durchfall und Erbrechen aus.

Schnupfen: Wie steckt man sich an?
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Überträger des Schnupfens sind meist Viren, hauptsächlich Corona-, Rhino-, Adeno-, Myxo- und Paramyxo- sowie Respiratory-Syncytial- (RS-) Viren. Sie werden durch direkten Kontakt, Tröpfcheninfektion, d. h. durch Niesen, Küssen, Sprechen oder indirekten Kontakt, wie z. B. Taschentücher, Händedruck und Hand-Finger-Nasen-Kontakt übertragen. Die Inkubationszeit, der Zeitraum zwischen dem Eindringen der Erreger und dem Ausbruch der Erkrankung, beträgt ein bis vier Tage. Durch den Virenbefall kommt es zu einer Schwellung der Nasenschleimhaut mit behinderter Nasenatmung und ggf. gestörter Geruchswahrnehmung. Der resultierende schleimige Nasenausfluss ist ein Verteidigungssystem der Nase, das infektiöse und schleimhautreizende Substanzen fortschaffen will.

Warum bekommt man Schnupfen meist im Winter?

Erkältungen sind im Winter häufiger als im Sommer. Höchstwahrscheinlich deshalb, weil sich die Menschen bei Kälte öfter gemeinsam in geschlossenen Räumen aufhalten und die Viren durch winzige Wassertröpfchen in der Luft übertragen werden.

Was untersucht der Arzt bei einem Schnupfen?

Für den Arzt ist der Schnupfen selbst unschwer zu erkennen. Mit einem Holzmundspatel wird die Zunge des Patienten leicht hinuntergedrückt, wodurch der Arzt in den Rachenraum einsehen kann, um weitere Infektionen in diesem Bereich auszuschließen. Des Weiteren wird die Lunge des Patienten mit einem Stethoskop abgehört. Differentialdiagnostisch wird ein allergischer Schnupfen (allergische Rhinitis) und ein Schnupfen, der als Überreiztheit der Nasenschleimhaut auf bestimmte banale Reize entstehen kann (vasomotorische Rhinitis) ausgeschlossen. Ebenso gehen manche Infektionskrankheiten (Masern, Scharlach, Wasserpocken) mit den Symptomen eines akuten Schnupfens einher.

Schnupfen-Risiko: Zweitinfektion im HNO-Bereich
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In den meisten Fällen ist ein Schnupfen zwar lästig, aber harmlos und klingt nach einigen Tagen wieder ab. Die meisten Komplikationen einer Rhinitis entwickeln sich aus bakteriellen Zweitinfektionen. Das Immunsystem des Erkrankten ist durch die virale Infektion geschwächt und anfälliger für weitere Erreger. Durch eine bakterielle Zusatzinfektion können die Bakterien eine absteigende Infektion der Luftwege bewirken und zu einer Entzündung des Rachens (Pharyngitis), des Kehlkopfs (Laryngitis) oder der Bronchien (Bronchitis) führen. Halsschmerzen, Husten und Fieber können Hinweise darauf sein. Vom Nasenraum aus können die Erreger in den Rachen und damit auch in die Ohrtrompete sowie in den Tränenkanal gelangen und zu Entzündungen führen.

Ausbreitung auf die Nasennebenhöhlen möglich

Weiterhin kann sich die Infektion bei Erwachsenen auf die Nasennebenhöhlen ausbreiten, wobei die Schleimhaut der Verbindungsgänge ebenfalls anschwillt und das in den Nebenhöhlen stehende Sekret nicht mehr abfließt. Die Kieferhöhle erkrankt wegen ihres ungünstig hoch gelegenen Eingangs am häufigsten. Meist sind jedoch mehrere Nasennebenhöhlen einer oder beider Seiten beteiligt. Symptome, die auf einen Nasennebenhöhlenentzündung hinweisen können, sind klopfende, dumpfe Kopfschmerzen, Zahnschmerzen oder Schmerzen im Bereich der Augenhöhlen. Fieber kann ebenfalls auftreten. Die Beschwerden machen sich nach dem Aufstehen und beim Bücken besonders stark bemerkbar.

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Quelle: AOK

| Aktualisierung: Montag, 19. Oktober 2015 17:13 Uhr