Wickel bei Erkältung: Wie sie gemacht werden und wann besser nicht

Wickel bei Erkältung: Wie sie gemacht werden und wann besser nicht

Wickel um Hals, Brust oder Waden können Erkältungsbeschwerden deutlich lindern. Wie Wickel vorbereitet und angelegt werden und wann sie kontraproduktiv sind.

Erkältung im Keim ersticken

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Kampf der Erkältung - einfache Hausmittel können helfen.

Hausmittel wie Wickel wirken physikalisch über den Temperaturunterschied zwischen Wickel und Haut. Wickel werden in der Regel mit feuchten Tüchern angelegt, die mit warmem oder kaltem Wasser getränkt sind. Zusätze wie zimmerwarmer Quark oder zerquetschte warme Kartoffeln können die gewünschte Temperatur im Wickel länger halten.

Halswickel bei Halsschmerzen

Halswickel wirken gegen Entzündungen, einen verschleimten Hals oder geschwollene Lymphknoten. Ein Leinentuch wird in kaltes Wasser getaucht, ausgewrungen und um den Hals gelegt. Darüber wird ein trockenes Leinentuch gelegt, mit einem Wolltuch wird der Wickel abgeschlossen. Der Wickel bleibt etwa eine Stunde liegen und kann bis zu sechsmal täglich angewendet werden. Auch bei Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden, kann man Wickel mit Quark, Zitrone oder Kartoffeln auf den erkrankten Hals auflegen.

Brustwickel bei Husten

Brustwickel helfen gegen Husten. Ist der Husten krampfartig, sollte man warmes Wasser nutzen- sonst besser kaltes. Der Wickel sollte von den Achselhöhlen bis zu den Rippenbögen reichen, darf aber nicht zu eng gewickelt werden. Über das feuchte Leinentuch kommt ein trockenes Handtuch, darüber ein Wolltuch. Nach etwa 90 Minuten, wenn der Schweiß ausbricht, wird der Wickel entfernt. Anschließend sollten Erkrankte eine weitere Stunde im Bett ruhen. Brustwickel können ein- bis zweimal täglich angewendet werden. Husten lässt sich durch warme Brustwickel mit Thymian, Quark oder Kartoffeln und Kompressen mit Lavendelöl zusätzlich lindern.

Wadenwickel bei Fieber

Wadenwickel können Fieber senken. In kaltes Wasser getauchte Handtücher werden um die Unterschenkel gewickelt und mit einem trockenen Handtuch abgeschlossen. Die Tücher bleiben auf der Haut, bis sie sich erwärmt haben. Danach leiten sie keine Wärme mehr ab und können entfernt werden. Die Wadenwickel sollten von der Kniekehle bis zu den Fußknöcheln reichen. Anders als Hals- oder Brustwickel werden Wadenwickel nicht mit einem Wolltuch abgeschlossen, denn das würde den erwünschten Effekt der Wärmeableitung verhindern.

Wann Wadenwickel kontraproduktiv sind

Bessern sich die Beschwerden dadurch nach drei bis vier Tagen nicht, ist allerdings ein Arztbesuch ratsam. Kleinkinder, Senioren und chronisch Kranke sollten bei Erkältungen immer sofort zum Arzt. Die bei hohem Fieber oft angewendeten Wadenwickel sollten nicht eingesetzt werden, wenn ein Kältegefühl, Schüttelfrost und Blasen- oder Nierenbeckenentzündungen bestehen.

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 28. November 2017 15:35 Uhr