Kontaktlinsen können trockenes Auge begünstigen

Kontaktlinsen können trockenes Auge begünstigen

Weiche Kontaktlinsen saugen sich mit Tränenflüssigkeit voll. So entsteht das Gefühl, die Augen seien trocken. Die Trockenheit kann aber auch andere Ursachen haben.

Kontaktlinsenträgerin

© dpa

Oft sind weiche Kontaktlinsen eher ein Auslöser von Trockenheit im Auge als harte.

Kontaktlinsen können das Gefühl trockener Augen verstärken. Vor allem bei weichen Linsen kann es zu Problemen kommen, je länger sie getragen werden und je älter der Träger wird. Darauf weist Gerald Böhme, Leiter des Ressorts Kontaktlinsen im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands, hin. Denn weiche Linsen saugen sich mit Tränenflüssigkeit voll und tragen mit dazu bei, dass das Auge trockener wird.

Sicca-Syndrom: Beschwerden mit trockenen Augen

Eine zu geringe Tränenflüssigkeitsmenge ist Böhme zufolge selten die alleinige Ursache für das Sicca-Syndrom, wie die Beschwerden mit trockenen Augen auch genannt werden. «Das ist nur bei wenigen Patienten der Fall.» Auch altern die Tränendrüsen bei Kontaktlinsenträgern nicht schneller als bei anderen Menschen. Das Trockene-Augen-Syndrom sei vielmehr oft durch Verdunstung bedingt. Das heißt: Die Tränenflüssigkeit verdunstet stärker, weil der Ölfilm, der normalerweise den Tränenfilm komplett abdeckt, Lücken hat.

Kochsalzlösung verstärkt die Trockenheit des Auges

Böhme rät, die Ursache von trockenen Augen vom Augenarzt abklären zu lassen. Wenn tatsächlich der lückenhafte Ölfilm die Ursache ist, müssten die Öldrüsen im Augenlid behandelt werden. Betroffene sollten sich daher nicht einfach eine wässrige Lösung ins Auge tropfen. «Kochsalzlösung würde den Tränenfilm so verdünnen, dass er nicht bis zum nächsten Lidschlag hält und dadurch erst recht zu einem Gefühl von Trockenheit führt», erklärt Böhme.

Frei verkäufliche Medikamente ohne Konservierungsmittel

Besser seien frei in der Apotheke erhältliche Mittel, die den Tränenfilm stabilisieren. Wichtig dabei: Sie sollten keine Konservierungsmittel enthalten, weil diese sowohl dem Tränenfilm wie den Zellen der Augenoberfläche schaden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 5. März 2013 10:09 Uhr